24.08.2008 - 19:00 Uhr

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"Plötzlich fiel mir auf: Ich kann ja ein Leben haben!"

Text: peter-wagner - Fotos: dpa, privat

Vielleicht würde sie gerade aus Peking zurückfliegen, hätte sie damals nicht tschüss gesagt: Ulrike Köhler, 25, war im Judo Europameisterin der Junioren, verließ dann aber die Matte. Ein Gespräch über den Sinn, sich für Sport zu quälen, über blöde Olympia-Berichterstattung und die Vergangenheit im Weinkarton

Ulrike, du kommst aus einer Sportfamilie. Dein Großvater war als Technischer Delegierter bei den olympischen Winterspielen von Calgary, dein Vater hat einst die nordischen Kombinierer trainiert. Musstest du Sport machen? Ulrike Köhler: Schon, das war das Ding meiner Eltern, dass in unserer Familie Sport gemacht wird. Warum Judo? Meine Cousine Anne machte das und über einen Wochenendkurs bin ich reingekommen. Und dann ziemlich erfolgreich geworden. War es immer dein Wunsch, in den Nationalkader zu kommen? Ach nein, man rutscht so rein. Aber ich habe Blut geleckt als ich gemerkt habe, wie sich Erfolg anfühlt. Und dann beschlossen, den Weg weiter zu gehen. Was war dein erster landesweiter Erfolg? Moment, ich guck mal in meinen Judopass … 1996 war ich Dritte bei den Deutschen Meisterschaften. In der völlig bekloppten Gewichtsklasse von 48 Kilo. Warum bekloppt? Weil ich zwei bis drei Kilo abnehmen musste, um in die Klasse zu kommen. Mit 13! Und ich bin mit 1,78 Meter nicht eben klein. 2000 und 2001 warst du Junioreneuropameisterin. Warst du damals auf dem Weg zu den Olympischen Spielen? Wenn man sich international gut schlägt, kommt das Thema auf. In Peking waren Leute dabei, die ich damals geschlagen habe. Aber natürlich genauso viele, gegen die ich verloren habe. Kennst du die deutschen Starterinnen? Aber sicher. Annett Böhm wurde Fünfte in der Klasse bis 70 Kilogramm, Heide Wollert ist Siebte geworden – das waren Trainingspartnerinnen von mir.
Das Bild zeigt Heide Wollert bei den Olympischen Spielen in Peking im Kampf gegen die Französin Stephanie Possamai. Ulrike ist im Bild unten zu sehen. Warum hast du damals aufgehört? Es war Zeit für die Abiturprüfungen. Ich hatte immer viel gefehlt und mir dafür eine Auszeit vom Judo genommen. Und plötzlich fiel mir auf: Du lieber Himmel! Ich kann ja ein Leben haben, Freizeit, mit der ich mache, was ich will. Das war ein riesiges Aha-Erlebnis, so kurz vor dem 20. Geburtstag. Noch vorher hatte ich bis zu dreimal am Tag trainiert. Wenn du das ernsthaft machst, richtet sich ja dein Leben nach Judo. Anfang des Jahres bekommst du deinen Jahresplan und drei Viertel dieser 12 Monate sind fest verplant. Drumherum kannst du dann dein Leben bauen. Hast du die Spiele in Peking am Fernseher verfolgt? Du, ich hab keinen Fernseher, aber ich habe mich im Internet auf dem Laufenden gehalten. Theoretisch hätten es deine Spiele sein können. Das stimmt und ein bisschen denkt man schon darüber nach, wie es wäre. Aber inzwischen sehe ich mehr die Quälerei, die dahinter steht. Wäre ich dabei, würde mir jetzt alles weh tun. Gestern Abend war ich auf dem Geburtstag meines einstigen Trainers und habe ihn gefragt: Warum macht man das? Warum muss das sein? Vielleicht für einen möglichen Olympiasieg? Sicher, kurze Zeit bist du dann das Goldmädchen. Aber ich glaube danach verschwindet man schnell wieder in der Versenkung. Yvonne Bönisch gewann 2004 Gold im Judo. Kann sie von dem Sport leben? Nee, man kriegt Sporthilfe und vielleicht kann man aus den Kämpfen in der Bundesliga ein bisschen Geld ziehen. Mit Glück bekommt man einen Sponsor, das ist dann aber auch nicht Nike sondern vielleicht ein Bauunternehmen aus Brandenburg. Yvonne zum Beispiel studiert nebenbei. Das sind wohl die beiden typischen Wege: Die einen studieren, die anderen sind bei der Bundeswehr und dort in einer Sportfördergruppe. Die „Warum mach ich das“-Frage hast du dir früher aber nicht gestellt, oder? Natürlich nicht. Dass ich mich das heute frage, muss mit dem Abstand zu tun haben, den ich jetzt zum Sport habe. Mein Verständnis ist heute ein anderes: Sport mache ich ausschließlich zum Spaß. Ich reagiere heute empfindlich, wenn jemand einen Wettbewerb aus einem Sport machen will, den ich zum Spaß mache. Ich muss mir nichts mehr beweisen. In der Berichterstattung über Peking wurde immer wieder der Medaillenspiegel beschworen, um zu zeigen, wie Deutschland dasteht, … Ja, da gehe ich so auf die Palme, weil ich weiss, wie man sich schinden muss. Was meinst du damit? Wie manche Athleten nach ihrer Niederlage in der Öffentlichkeit angegangen werden. Wenn du dir 4 Jahre lang den Arsch aufgerissen hast, dann ärgerst du dich ganz von allein wenn Du verlierst. Da brauchst du nicht noch einen Moderator, der sich wundert und fragt: Wie, du hast kein Gold gewonnen?
Auf der Matte, im Kampf: Ulrike, rechts im Bild. Spielst du auf Yvonne Bönisch an, die als „feste Goldkandidatin“ galt und dann ohne Medaille nach Hause ging? Zum Beispiel. Wie kann man schreiben, dass jemand „enttäuschender Neunter“ geworden ist, wenn man doch keine Ahnung hat, wie viel Arbeit dahinter steckte? Was bleibt eigentlich von Erfolgen wie dem Gewinn einer Europameisterschaft? Ein paar Medaillen, Pokale. Und breite Schultern natürlich. Wie ist es, wenn dich jemand kennenlernt – erzählst du gleich von deiner sportlichen Vergangenheit? Eher nicht. Es ist lustig, wenn jemand bei mir zuhause ist und irgendwann das Gespräch drauf kommt: Wie, Judo? Hast du da mehr gemacht? Warst du erfolgreich? Dann sage ich: Ach, ich war ganz gut. So geht es hin und her und wenn jemand weiter nachhakt, gehe ich irgendwann in mein Zimmer und hole diese alte Weinkiste mit den Medaillen drin. Die ist ziemlich schwer. Wie schwer? Moment, ich muss die mal schnell wiegen – Judoka haben ja immer eine Waage zur Hand. Dann sind deine Medaillen ein Weg, dich besser kennen zulernen, oder? Deine sportliche Vergangenheit. Schon. Wenn jemand vorher nichts über mich wusste und ich drücke ihm die Kiste in die Hand, ernte ich erstmal verständnislose Blicke. Was tust du heute? Ich studiere Geografie und schreibe gerade meine Diplomarbeit. Worüber? Über illegalen Goldabbau in Ghana. 2006 haben wir bei einer Exkursion ein Goldgräberlager besucht – das hat mich echt fasziniert. Wir sind da runter gestiegen, das war wie ein Fuchsbau … War Geografie dein Traumstudium? Ach was, ich wusste mit 19 doch nicht, was ich vom Leben will! Ich wusste nur, ich will die nächste EM gewinnen. Was hast du durch den Sport, das Judo gelernt? Selbstvertrauen. Und dass man, wenn man sich quält, haben kann, was man will. Dann sind dir nicht nur die Medaillen geblieben, oder? Natürlich nicht. Und, Moment: Ich hab’s. Was? Das Gewicht der Medaillen. Und? 5,3 Kilogramm.


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BigBlueG
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Mag ich Mag ich nicht

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24.08.2008 - 19:12 Uhr
BigBlueG

Was für ein toller Satz: "Sport mache ich ausschließlich zum Spaß."

Schönes Interview!

susette
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Mag ich Mag ich nicht

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24.08.2008 - 19:21 Uhr
susette

die gefällt mir!

lichter
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Mag ich Mag ich nicht

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24.08.2008 - 19:33 Uhr
lichter

sehr symphatisch. und so normal! seit ich mal so eine franzi-van-almsick-mein-leben ding gesehen habe, bin ich der festen überzeugung das leistungssport eine unterorganisation der illuminaten ist, die junge menschen in pysische und psychische abhängigkeit und ins verderben stürzen wollen. ulrike hat mehr drauf!

Aralic
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24.08.2008 - 20:18 Uhr
Aralic

sypmathisches interview. eine einstellung, die man gar nicht so oft hört.....

marquez
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24.08.2008 - 20:57 Uhr
marquez

ja, sympathisch und intelligent.

dennoch sollte man anfügen, dass es meiner meinung nach eventuell leichter fällt, aus einer randsportart wie judo auszusteigen als bei fußball oder ähnlich medienwirksamen sportarten.

wie sie schon im interview sagt, kann man (leider) selbst mit einer medaille bei olympia vom judo nicht leben. vom dasein als fußballprofi sehr wohl.

da wird einem wieder bewusst, wie groß die diskrepanz in der medienpräsenz und in den gehältern unter den einzelnen sportarten ist.

DagnyTaggart
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24.08.2008 - 21:30 Uhr
DagnyTaggart

Die JETZTpartei bietet Aussteigewilligen gerne ein spezielles Programm an um aus der staatlichen Sportförderung, der staatlichen Olympia-Trainingsmaschinerie herauszukommen -es gibt ein Leben jenseits von 'Sport ist Krieg ohne schiessen'.

Bei interesse (selbstverständlich anonym) an puster oder mich wenden.

kikuju
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24.08.2008 - 21:42 Uhr
kikuju

ich komme aus einer familie, in der außer mir (und meiner mutter) echt alle judo machen, gemacht haben, vom opa bis zum jüngsten enkel. dazu habe ich eine freundin, die zusammen mit ihren schwestern und der mutter extrem aktiv ist.

und zb genau dieses "gewicht machen" fand und finde ich mehr als unverantwortlich. die trinken dann die woche vor dem wettkampf nur noch wasser, damit die zwei, drei kilo runter gehen. und dann fahren sie mit taschen voller essen zu den wettkämpfen. da ist morgens gleich wiegen und dann wird gefuttert. schlimm ist das.
so haben sich alle judoka in meiner familie entschieden, nicht zu wettkämpfen zu fahren, sondern den sport um seiner selbst bzw für den spaß zu machen... und fahren damit ganz gut.

marquez
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24.08.2008 - 21:51 Uhr
marquez

das mit dem gewicht machen ist auch echt grenzwertig. wird ja auch beim rudern, boxen und anderen sachen gemacht.

Kalef
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25.08.2008 - 00:50 Uhr
Kalef

gutes Interview, spricht mir aus dem Herzen.

zuzan
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25.08.2008 - 01:33 Uhr
zuzan

hi ulrike,
mir geht's genau wie dir, habe allerdings etwas länger in einer anderen sportart durchgehalten! frage mich heute noch, wie andere sportkolleginnen jahre (oder gar ein jahrzehnt) in der sportfördergruppe "verleben" können - zeitverschwendung! mach's gut, zuzan.

alcofribas
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25.08.2008 - 08:44 Uhr
alcofribas

super interview.

_Chulpan_
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25.08.2008 - 09:51 Uhr
_Chulpan_

schön.

arunda
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25.08.2008 - 10:03 Uhr
arunda

:)

milagro
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25.08.2008 - 10:06 Uhr
milagro

sehr interessant. ach ja und diese wahnwitzige berichterstattung finde ich auch fürchterlich. mir tun die leute echt leid, die in der presse unter "nur undankbarer vierter platz - blabla enttäuschend" oder sowas fallen. wie kann man sowas sagen?!

riesenherz
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25.08.2008 - 10:56 Uhr
riesenherz

Sehr schön, daß Du, Peter, dieses Thema mal so aufgreifst.
Mich wundert immer, wie viele Menschen dem Sport und dem Leistungssport so unkritisch gegenüberstehen können. Die Freude an der Bewegung, der Beherrschung des eigenen Körpers, die Faszination einer perfekten Ballkurve, eine bestimmte Ästhetik: das ist alles nachvollziehbar, geht aber doch direkt verloren, gerät man in die Fänge dieser Trainerinnen, die letztlich en völlig antiquiertes Weltbild haben.

Ich habe als Jugendlicher bis zu zehn Stunden Fußball am Tag gespielt; bis zu sechs Kilometer pro Tag bin ich geschwommen; habe Volleyball, Basketball, Handball gespielt; habe Kugelstoßen, Gehen, Langstreckenlauf gemacht und oft davon geträumt, mal an einer Olympiade teilzunehmen. Die 72er Spiele in München (jedenfalls bis zu dem Attentat) haben mir eine sehr positive Weltsicht und Öffnung gezeigt, aber nie, nie wäre ich auf die Idee gekommen, mich von irgendjemandem bevormunden zu lassen. Spätestens wenn die Trainer ihre gängigen Methoden hervorholten, empfand ich das als ziemlich entwürdigend.
Weswegen meine Helden die Disqualifizierten der 68er Spiele waren, die auf dem Siegertreppchen die Faust der Black Power-Bewegung in den Himmel reckten. Oder der Segler, der seine Siegesfahrt abbrach, um einem gekenterten Kollegen beizustehen etc.
Und an dem Tag, da ein Mitspieler aus der Schulmannschaft, der als 16jähriger einen Vertrag mit Schalke bekommen hatte, von seinem Training erzählte und wie die Jugendlichen "versteckte" Fouls trainierten, wand ich mich innerlich vom Fußball ab.
Wegen der allgegenwärtigen Werbung habe ich hernach sogar darauf verzichtet, an den Volksläufen teilzunehmen, habe den Marathonlauf halt still für mich gemacht.
Die von meiner Freundin selbstgebastelte Urkunde war eh schöner, als es eine Medaille je sein könnte.

Brainiac
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25.08.2008 - 11:31 Uhr
Brainiac

das is mal interessanter als ein klamottenpaar!

dielilie
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25.08.2008 - 12:11 Uhr
dielilie

ich finde man wird schon in der schule immer auf leistungsvergleich im sport gebürstet, so dass den schlechten (wie mir) erstmal auf jahre der spaß am sport verdorben ist. mittlerweile habe ich spaß dran und es tut ja auch der gesundheit gut. ich finde diese leistungs-sportförderung total überflüssig und denke, es wäre besser, man macht körperwahrnehmung und individuelle Förderung von klein auf. wer dann noch wettbewerb und sich schinden will, der kann ja das dann gern wählen, wird aber nicht so hineingeschoben.

pikachu
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25.08.2008 - 12:12 Uhr
pikachu

sympathisch. aus solchen gruenden fahr ich nicht mehr auf karateturniere

coolfire
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25.08.2008 - 12:32 Uhr
coolfire

"Du, ich hab keinen Fernseher" :)

nordzucker
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25.08.2008 - 12:45 Uhr
nordzucker

wer will ernsthaft einen leistungssportwettkampf sehen, bei dem es nicht um gewinnen oder leistung geht?

marquez
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25.08.2008 - 13:19 Uhr
marquez

nordzucker sagte:
wer will ernsthaft einen leistungssportwettkampf sehen, bei dem es nicht um gewinnen oder leistung geht?


das stimmt, find ich auch.

@riesenherz: deine moralische prinzipientreue in allen ehren, ich finde es aber trotzdem nicht verwerflich, "dabei zu bleiben" und bis zu einer gewissen grenze nach den regeln zu spielen (was jetzt NICHT doping heissen soll!)

aber genau wie im "normalen" berufsleben ist es doch auch im sport. wer bei siemens in die chefetage will, braucht ellbogen, egoismus und die bereitschaft, auch mal unbeliebte maßnahmen zu ergreifen. so ist es doch auch im sport.
man könnte bei vielen, die aussteigen aus dem hochleistungssport, obwohl sie das zeug dazu hätten, auch einfach provokant sagen: sie hatten nicht den biss.

zuzan
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25.08.2008 - 13:26 Uhr
zuzan

hi,
es gibt natürlich auch schöne seiten am leistungssport (neben der tatsache, dass sport auf hohem niveau mir sehr viel spaß gemacht hat!) - reisen, das kennenlernen anderer kulturen (so denn man will!), internationale kontakte (so denn man will!) - allerdings hat sich für mich herausgestellt, dass mir zwar die wettkämpfe an sich sehr viel spaß machen, die idee bzw. wunsch, eine olympische medaille zu erringen, jedoch recht gering war. bereits in athen hat man gesehen, dass bei vielen wettkämpfen einfach keine stimmung herrscht und man halt so vor sich hin sportelt. der olympische gedanke wurde in den letzten jahren meiner meinung nach konsequent durch das IOC zerstört (sehr restriktive teilnahmebeschränkungen - obwohl es einzelsportarten gibt, in denen sicherlich die ersten 30-40 der weltrangliste eine medaille gewinnen könnten, es sind allerdings z.b. nur 24 teilnehmer zugelassen, wobei noch eine kontinentalauswahl stattfindet, also letztendlich gar nicht die besten tatsächlich teilnehmen, sondern ebenso die kontinental"exoten", die natürlich dazu gehören ebenso aber die tatsächlich besten!) möchte man eine wirklich gute stimmung genießen und einen schönen wettkampf mitmachen, so bleibt einem als studentischen leistungssportler immerhin noch die universiade - übrigens mt den olympischen spielen die größte sportveranstaltung weltweit. dort machen die wettkämpfe spaß und finden auf hohem weltniveau statt, man kann sich recht ungezwungen treffen - und es macht einfach spaß. man sollte sich klar sein, dass die meisten sportler ohnehin nur kurzfristig kapital aus einer etwaigen medaille ziehen können, so dass man sich auf eine "karriere" in der sportfödergruppe nicht einlassen sollte. (aber die lieben trainer sehen das natürlich anders ...).
ansonsten muss man als sportler lernen, dass man nach der eigenen, besten leistung strebt - die außenansicht der vermeintlichen experten muss da außen vor bleiben. man muss seinen weg gehen! (und das hilft ja auch im "normalen" leben!)
und: die aussagen der journalisten waren teilweise tatsächlich unter aller kanone - schade für die sportler, die weder an der uni noch im sport an sich für ihre doppelbelastung zumindest etwas anerkennung erhalten - schließlich ist man auch repräsentant der uni!

marquez
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Mag ich Mag ich nicht

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25.08.2008 - 13:34 Uhr
marquez

deiner aussage über die fehler des IOC stimme ich voll zu. das war ja auch in peking so, dass da bei manchen wettbewerben nie richtig stimmung aufkam, weil kaum zuschauer da waren.

von der universade hab ich gehört, find ich gut.

jimisteve
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Mag ich Mag ich nicht

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11.09.2008 - 18:08 Uhr
jimisteve

Heute ist eine sehr gute Kolumne von ihr in der taz erschienen:
http://www.taz.de/1/debatte/kolumnen/art...

Sehr passender Kommentar zu dieser ganzen "WIR sind Fußballweltmeister" etc.


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