19.08.2008 - 19:00 Uhr

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Batman ist ein Stehaufmännchen

Text: lars-banhold - Fotos: Warner Bros, privat

Das Geheimnis der Fledermaus? Gerade, wenn sie der Popkultur abhanden gekommen zu sein scheint, taucht sie wieder auf, schreibt Lars Banhold, 26, aus Bochum in einem Gastbeitrag für jetzt.de. Batman war das Thema seiner Bachelorarbeit

Er kommt aus dem Dunkel. Immer wenn man ihn am wenigsten erwartet, erscheint der dunkle Ritter auf der Bildfläche, um klar zu stellen: I'm Batman. Zumindest ist er immer wieder für eine Überraschung gut. Das erste Mal, dass Batman, der Beschützer Gothams, aus der Versenkung zurückkehrte, war 1966. 27 Jahre war es damals bereits her, dass er in "Detective Comics #27" seinen ersten Auftritt hatte. In den Jahren darauf nahm die Geschichte Bruce Waynes, der aufgrund eines Kindheitstraumas unter der Maske seiner Urangst (Fledermäuse!) Schurken anstelle der eigenen Dämonen jagt, immer weiter Form an. So entwickelte sich Batman zu einer Mischung aus leidendem Messias und dunkler Allmachtsphantasie. Seit 1939 kämpft der Mitternachtsdetektiv in den Comics in Gotham für Recht und Ordnung, mal gegen Gangsterbosse, mal gegen verrückte Wissenschaftler oder bizarre Superschurken. Mal war er ein grimmiger Ermittler, der die Probleme der Welt mit seiner Faust löst, mal der Wissenschaftler, der für alles eine Gerätschaft entwickeln kann und mal ein Superheld an der Seite von Superman. Doch 1966 war Batman so gut wie verschwunden. Während die neuen Marvel-Superhelden Comicfans begeisterten, verblasste der Stern des Fledermausmannes zusehends. Es war der Fernsehproduzent William Dozier, der beschloss, dem gealterten Helden eine Frischzellenkur zu spendieren. Die TV-Show Batman wurde ein Erfolg sondergleichen: Superstars wie Vincent Price, Sammy Davis Jr. und Jerry Lewis gaben sich in Gastrollen die Klinke in die Hand. Kinder liebten die aufregenden Abenteuer, Erwachsene lachten sich über die ironischen Geschichten schlapp und eine kleine, aber aktive Schwulenbewegung schmunzelte über die mehr oder weniger versteckten Anspielungen, die das Mainstream-Publikum völlig übersah. Aber wie lange kann man schon über einen Mann lachen, der seinen Slip über der Strumpfhose trägt? Wieder verschwand Batman für die meisten. Zwar lebte er in den Comics tapfer weiter – Genies wie Denny O'Neil, Neal Adams und Steve Englehart schrieben wahre Meilensteine der Comicgeschichte und erfanden den Veteranen immer wieder neu – doch die breite Masse verlor ihn aus den Augen.
Joker, Batman: Eine Szene aus dem neuen Film "The Dark Knight". 1986 erschien ein Comic, dessen Name Programm sein sollte: Frank Millers The Dark Knight Returns. Der Comic erzählt die apokalyptische Geschichte eines gealterten, verbitterten Bruce Wayne, der ein letztes Mal das Fledermauskostüm anlegt. Der Comic, der heute als Klassiker des modernen Comics gilt, machte Batman wieder zum Zugpferd des DC-Verlags und ließ die Verkaufszahlen in die Höhe schnellen. Und auch die bereits ad acta gelegten Pläne für einen Kinofilm wurden wieder hoch aktuell. 1989 wurde Tim Burtons Batman der Blockbuster des Kino-Sommers. Batman war wieder da – düster, grimmig, skrupellos, ein dunkler Ritter in einer märchenhaft bizarren Metropole – , gekommen um zu bleiben. So sah es zumindest aus: Die 90er boten eine Flut von Comics, eine Prime Time-Zeichentrickserie und ein ganzes Franchise von Batmanfilmen. Zwar ließ Burtons zweiter Streich Batman Returns den erhofften Kassenerfolg vermissen (obwohl heute von vielen als bester Bat-Film gerühmt), doch entschädigte der Erfolg von Batman Forever, ein bunter Videoclip in Spielfilmlänge vom sonst doch sehr begabten Regisseur Joel Schumacher, Studio und Werbepartner gänzlich. Schuhmacher war es jedoch auch, der mit seinem Kino-Flop Batman and Robin die Fledermaus wieder in die Vergessenheit katapultierte (Es bleibt bisher leider noch aus, dass dieser Film als das Kleinod des Trashkinos anerkannt wird, welches er tatsächlich ist). Drei Jahre ist es nun her, dass Christopher Nolans Wiederbelebung Batmans, Batman Begins, sich etwas sang- und klanglos in die Kinos schlich, mit bescheidenen Besucherzahlen startete, sich zum Langzeiterfolg mauserte und als Außenseiter den DVD-Markt von hinten aufräumte. Als eine Mischung aus James Bond und Samurai kündigte Batman hier sein langsames aber unaufhaltsames Comeback an. Jetzt schließlich ist es soweit: The Dark Knight, Nolans zweiter Film über Gothams Beschützer, zeigt erneut, dass dieser moderne Mythos nicht tot zu kriegen ist. Zum inzwischen dritten Mal kommt Batman aus dem exklusiven Bereich einer Comic-Kultur zur breiten Masse, um zu zeigen, dass die Rechnung nicht ohne ihn zu machen ist. The Dark Knight ist ein intelligent gemachter Thriller mit erstklassigen Schauspielern – allen voran Heath Ledger, der sich in der Rolle des Jokers wahrhaft die Seele aus dem Leib spielt –, der den über 70 Jahre immer weiter entwickelten Mythos um Batman wieder aus einer neuen, spannenden Perspektive zeigt. Aber auch wenn The Dark Knight seit nunmehr einem Monat in den USA einen Rekord nach dem anderen bricht, bleiben zwei Dinge klar: Batman wird wahrscheinlich wieder aus dem Fokus der Popkultur verschwinden, aber er wird ebenso wahrscheinlich wieder zurückkehren – und zwar dann, wenn man ihn am wenigsten erwartet. **
Lars Banhold, 26, lebt in Bochum, promoviert über afroamerikanische Literatur und ist Autor des Buches Batman – Konstruktion eines Helden, das im noch jungen Verlag von Christian Bachmann erschienen ist.


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Natraj
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Mag ich Mag ich nicht

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20.08.2008 - 11:13 Uhr
Natraj

geil. und dann ueber arbeitslosigkeit jammern/wundern. wofuer da wieder steuergelder rausgehauen werden. kotzomat.

sanoba
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Mag ich Mag ich nicht

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20.08.2008 - 13:01 Uhr
sanoba

Ich bin sehr auf die Fortsetzung gespannt und werde mir den Film so schnell wie möglich anschauen.

GMG
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20.08.2008 - 13:15 Uhr
GMG

Ich frage mich was die Leute an dieser Kult-Figur Batman und seinem Gefolge so faziniert ?????????

kharmapolizei
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20.08.2008 - 13:18 Uhr
kharmapolizei

interessanter überblick - das die geschichte batmans so wechselvoll ist, wusste ich gar nicht. wieder was gelernt.
aber bitte, das versprochene 'warum' bleibt ja aus, nech? der teaser gibt da mal ein thema vor, dass der artikel glatt verfehlt. schade, wäre noch interessanter gewesen.

um meine unsere steuergelder mache ich mir auch sorgen. komme gerade vom mittagessen und auf dem weg dahin war das wetter ganz schön mies. kaum zu glauben, was da wieder für steuergelder rausgehauen wurden, für das bisschen wind. als nächstes kommt noch regen! peer steinbrück, was machst du nur?

mouton
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20.08.2008 - 13:21 Uhr
mouton

Warum schreibt man eine Bachelorarbeit über Batman?

misceloneum
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20.08.2008 - 13:53 Uhr
misceloneum

diese jammer-gesellschaft ödet mich echt an.
schreibt doch eine bachelor arbeit darüber, wie man steuergelder nicht verschwendet ;)

JosephineKilgannon
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20.08.2008 - 15:46 Uhr
JosephineKilgannon

kein schlechter artikel, aber das fazit "er wird gehen, er wird wiederkommen" ist jetzt nicht so der hammer ;)

uther_the_puter
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20.08.2008 - 17:39 Uhr
uther_the_puter

mouton sagte:
Warum schreibt man eine Bachelorarbeit über Batman?



Warum schreibt man eine Doktorarbeit über künstliche Hüftgelenke?

Das mit den Steuern find ich auch mies...was man von dem Geld alles Koks und Nutten kaufen könnte!

rudolf-inderst
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20.08.2008 - 18:05 Uhr
rudolf-inderst

Als chronologische Einführung ein durchaus interessanter Einstieg; allerdings kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es noch (kulturgeschichtlich betrachtet) aufschlußreicher gewesen wäre, zu lesen, WESHALB die Figur des Batman immer wieder zu bestimmten Zeitpunkten auftaucht. Aber vielleicht lesen wie dies ja in einem zweiten Beitrag?

Gruß, Inderst

lichter
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Mag ich Mag ich nicht

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21.08.2008 - 01:14 Uhr
lichter

frisch aus der kinopreview. eine tiefe verbeugung vor heath ledger- super. mein persönlich liebster batmanfilm
" was haben wir denn da? ein batman, toll!"

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