Die verlorenen Fährte (2 Stck.)
Text: hoch21
Konfrontation Eins:
Sie sagt es ernst und laut. Die Synapsenameisen in meinem Kopf geraten kurz aus der Fassung und rennen mit ihren Zuckerkristallen auf der Suche nach der verlorenen Fährte herum. Währenddessen klappt mein Mund auf. Alles bereit für eine Aussage, nur der Zucker fehlt. Schweigen, zwo, drei, vier. Ich schaue sie an und sage doch nichts. Was entsteht ist eine Pause. Eine von genau diesen Pausen, die ehrlich antworten, bevor man die Lüge griffbereit hat.
Konfrontation Zwei:
Wir sitzen gerade. Ambulanz. Wollten Dich nur. Hat einen Unfall gegeben. Bruder. Förster. Stoppschild. Der Helm zersplittert. Total. Ist zerfetzt. Nein, Du musst nicht. Wir warten noch. Totalschaden. Äußerlich unverletzt. Schürfwunden. Nein, wirklich nicht. Kann sprechen. -bruch und Handgelenk-. Ob eine Operation. Röntgen. Schrauben. Notarzt. Splitter. Geld hat sich gelohnt. Dir keine Sorgen. Halten hier die Stellung. Rufen Dich an. Ja, sofort. Wollten ja auch nur. Kommt gerade. Muss auflegen. OK. Sagt er scheint OK. Jetzt wach. Wir können. Rufen sofort danach. Ist gut. Nein, es ist doch scheinbar. Ja. Stimmt. Warten wir es ab.
Ein feiger oder mutiger Teil des Selbst weist die Möglichkeit immer von sich. Krebs passiert in anderen Familien. Hausbrände flackern immer nur in der Nachbarstadt. Die Arbeitskollegin einer Bekannten kennt jemanden, der. Verkehrstote sind eine namenlose Meldung vor der Wettervorhersage. Terroranschlag in Wieheißtdasnoch. Über zehntausend. Zwölf. Eine Frau und ihr siebenjähriges Kind. Dabei kamen. Wird zur Stunde noch. Blieb unverletzt. Und eigentlich will man es auch gar nicht wissen!
Wie Beinahe Kotzen und die Galle schon geschmeckt haben. Hauptsache Dir ist nichts passiert!
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16.08.2008 - 16:10 Uhr
65von100WASSER
Sehr wahr und schön geschrieben... *