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Kultur

| 15.08.2008 19:00  

Die Zeitung ist tot. Es lebe die Zeitung

Gestorben 2020? Dank Internet können die Printmedien ihre Schwächen abschütteln und ihre Stärken ausbauen
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MorbusBahlsen 15.08.2008 | 20:46
Doch das Internet wird es auch können. Blogging ist nur eine Variante des reflektierten Umgangs mit dem Weltgeschehen. Diese Form der neuen Zeitung wird auch im Internet direkte Konkurrenz haben. Sie wird sich, in gedruckter Form, durch fast nichts unterscheiden. Weniger Interaktivität allerhöchstens und womöglich weniger blinkender Werbung. Die Tage des, seitens der Leser, unkommentierbaren Journalismus sind bald wirklich gezählt.

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MorbusBahlsen 16.08.2008 | 02:09
Ich frage mich auch gerade, wem die Leser mehr trauen würden: Einem guten Redakteur oder einem bloggenden Insider? Es haben wohl beide ihre Berechtigung. Der Redakteur, wenn er gute Fachpresse herausgibt oder anschaulich für Laien erläutern kann. Und auch der Insider, der den Leser mit ungeahnten oder ungekannten Möglichkeiten versorgt, wenn auch oft in nur für Kenner verständlicher Weise, das aber durch Brisanz und technischer Aufbereitung eher dem Redakteur als Quelle dienen als dem unwissenden Leser als Information weiterhelfen wird.

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fraeuleiningeborg 16.08.2008 | 08:01
@morbus: Der entscheidende Unterschied ist, dass ich als Leser praktisch keine Möglichkeit habe, die Angaben und Identität des bloggenden Insiders zu überprüfen.
Das kann der nur der Redakteur.

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margaretha 16.08.2008 | 15:42
ich finde, der autor hat recht und die entwicklung auch gut dargestellt. was er hier als zu entwickelnde aufgabe der tageszeitungen deklariert, kann man übrigens auch schon längst in den großen wochenzeitschriften beobachten; dort muss das prinzip: "nicht neu, aber klug durchdacht", ja schon länger funktionieren. und das tut es augenscheinlich auch.

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Gruentee 16.08.2008 | 17:48
Sehr schöner & interessanter Artikel.
Ein Aspekt wurde ausgelassen:
Der, dass viele große Tages- und Wochenzeitungen (FAZ, Süddeutsche, ZEIT) schon heute anscheinend versuchen, Qualitätsverluste durch Quantität im Internet auszugleichen. Die Merkmale dieser Internetportale gehen weit über die einer klassischen Nachrichten-Site hinaus.
fraeuleiningeborg kann ich nur zustimmen. Die Glaubwürdigkeit, die ein Zeitungsartikel heute in der Regel besitzt, wird ein Blogeintrag vor allem beim älteren Publikum so schnell nicht erreichen.

Grüße
Grüntee

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CommodoreSchmidtlepp 16.08.2008 | 19:34
"Dank Internet können die Printmedien ihre Schwächen abschütteln und ihre Stärken ausbauen"

Oder man holt sich, wie mit jetzt.de, eine neue Schwaeche ins Programm.

Cheers!

Der Commodore

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MorbusBahlsen 17.08.2008 | 16:03
Nun, ein bisschen kommt es schon auch drauf an was ich noch als Blog sehe. Es gibt da bisweilen sehr gute zumindest im Technik-Bereich, denen man schon anmerkt, dass sie besser informiert sind als es ein Redakteur vielleicht könnte, da er die Zeit gar nicht in die Sache investieren kann (zumindest bisher). Wenn ich jetzt aber zum Beispiel heise.de-News auch als eine Form des Bloggings sehe, ist das mit der Glaubwürdigkeit auch wieder gegeben, gut, die sind ja auch redaktionell betreut.

Ich sehe eben nur nicht, inwiefiern sich die Magazin-ähnlichen Formate die der Autor hier beschwört von ähnlichen bis gleichen Formaten im Internet unterscheiden werden zum Vorteil der Leser.

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fraeuleiningeborg 17.08.2008 | 16:15
Die Formate sind besser, weil über den Verkaufspreis und die Werbung mehr Geld reinkommt als bei den Internetformaten und daher mehr und bessere Redakteure bezahlt werden können.
Vielleicht ist es eine Frage des Alters, aber ich lese längere Artikel im Internet nur ungern. Zurücklehnen, Füße auf den Tisch und Zeitung lesen, so muss das sein.

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Lothar22 18.08.2008 | 21:28
Was für ein grundaufschlechter Artikel. Hätte nicht gedacht, dass jemand wie Herr Prantl so dermassen am Thema vorbeischiessen kann. Denn: Dass Zeitungen womöglich eine Nische in der Hintergrundberichterstattung finden, ist ja nun wahrlich nichts Neues. Dafür von der Chefredaktion so viel Platz für so eine alte und lahme These zu bekommen, spricht für den Ruf des Herrn Prantl und gegen die Urteilskraft der Chefredaktion.

In Wirklichkeit geht es doch darum, dass selbst bei einer Zeitung wie der New York Times, deren Qualitätsstandard die Süddeutsche nicht mal erreicht, wenn sie Polizeimeldungen wiedergibt, an einem Online-Leser nur 1/5 dessen verdient, was sie an einem Printleser hat. Das heisst: Für die Denke des Herrn Prantl geht leider das Geschäftsmodell nicht auf. Wenn die Migration des Leser in Richtung Online für die Aktualität so weiter geht wie bisher, bleiben der New York Times noch 1/5 der früheren Einnahmen. Und dann kann sie erstmal 4/5 der Redaktion entlassen. Da möchte ich mal sehen, mit welchen personellen Resourcen die New York Times dann noch die Hintergrundberichterstattung und Analyse macht, von denen Herr Prantl als Zukunft der Zeitung träumt. Und, das halte ich für eine ziemlich konservative Schätzung, bei allen anderen Zeitungen der Welt sieht die Relation noch schlechter aus. Und selbst wenn das Model des Herrn Prantl wider alle Logik bezahlbar sein sollte: Der Anteil der Leser, die sich dafür interessiert, wird winzig sein. Die FAZ hat heute schon keine 400 Tsd Auflage mehr. Und die SZ hält ihre Auflage nur durch wachsende Boulevardisierung. In der Version des Herrn Prantl kann man bei den jenen Auflagen dann jeweils nochmal getrost eine Null wegstreichen.

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