13.08.2008 - 19:00 Uhr

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Liebe muss sich rechnen

Text: peter-wagner

Von wegen Romantik: Wenn es um Zwischenmenschliches geht, regiert das reine Ökonomiedenken. So machen wir das schönste aller Gefühle zur Verhandlungssache.

Von Sabine Magerl (Text) und Rafael Krötz (Foto)

Die große Liebe, da sind sich doch fast alle einig, hat nichts mit Kalkül zu tun. Sie lässt sich nicht einfach berechnen. Wo bliebe sonst die Romantik, die Sehnsucht nach dem einen Menschen, unserem Seelenverwandten, den es zu finden und zu erobern gilt? Die Liebe ist scheinbar eine der letzten Bastionen, die noch nicht von Wirtschaftsinteressen eingenommen wurde. Hier kann der Mensch unlogisch, irrational sein und mit Gedichten, Versprechungen oder mit selbst gepflückten Blumen handeln.

Die romantische Liebe ist tief in der westlichen Vorstellung verwurzelt, obwohl sie erst rund 200 Jahre alt ist – eine recht kurze historische Phase. In einer vorromantischen Zeit zählten bei der Partnerwahl und Eheschließung pragmatische Beweggründe: der Wille der Familien, Stand, Vermögen oder Mitgift. Erst seitdem sich Liebende tatsächlich selbst suchen konnten, gab es Romantik nicht mehr nur in der Literatur. Die Gefühle nahmen ihren freien Lauf, und manchmal verirrten sie sich dabei auch unglücklich.

Denn je selbstbestimmter die Wahl und je vielfältiger die Möglichkeiten, desto unberechenbarer wurde die Liebe zugleich. Man suchte nach Anzeichen des Zufalls, der Einmaligkeit der Liebe, fand die gleiche Wellenlänge, wurde wie vom Blitz getroffen, und da diese aus dem Geiste der Romantik stammenden Metaphern nicht immer halfen, entstand langsam eine Großfabrikation der Liebesratgeber.



Die Romantik ist nicht ausgestorben. Trotzdem hat sich, wenn wir heute von Gefühlen sprechen, längst ein ökonomisches Vokabular eingeschlichen: Partnerbörsen, Heiratsmarkt, Marktwert. Wir investieren in eine Liebe, fragen, ob die Rechnung noch aufgeht, und ziehen den Schlussstrich. »Es gibt kaum ein anderes menschliches Vorhaben, das so oft schiefläuft wie die Liebe«, sagt der amerikanische Ökonom Tim Harford. In seinem neuen Buch The Logic of Life beschäftigt er sich nun – wie auffällig viele Wirtschaftswissenschaftler derzeit – mit den Themen Liebe und Ehe.

Ökonomen wollen die Liebe logisch und berechenbar machen. Sie versuchen, wirtschaftliche Begriffe wie Angebot, Nachfrage oder Wettbewerb auf Beziehungen anzuwenden, als handele es sich dabei um einen kalkulierbaren Warenaustausch. Zugleich wird die Liebe heute tatsächlich oft weniger von Romantik als von der Ökonomie bestimmt. »Wir werden die Paar-Therapeuten und Scheidungsanwälte nicht ablösen, aber vielleicht einige ökonomische Gedanken in emotionale Unsicherheiten bringen«, sagt Tim Harford. Die beginnen schon bei der Suche nach dem richtigen Partner.

Margit Schröders letzte Beziehung ist drei Jahre her. »Drei Jahre auf diesem Singlemarkt zermürben einen völlig«, sagt sie. Sie hat sich bei einer Partnerbörse angemeldet, im Kochkurs und für Gitarrenunterricht, sie war auf »Essenseinladungen mit guter Männerquote«; sie ging zu Ausstellungs-eröffnungen, obwohl sie Kunst gar nicht interessiert, am Wochenende zum Skifahren, von der Arbeit erledigt, oder mit einer Freundin in die Hotelbar, denn auch dort komme es wie am Skilift zu zufälligen Begegnungen. Das Ergebnis? Zwei verheiratete Männer, ein Filmemacher, der Monate unterwegs war und ihr dann nächtelang seinen Rohschnitt erklärte, ein Anwalt, dessen Lebens-plan so ausgefeilt schien, dass sie unsicher wurde, ob sie da überhaupt noch reinpasst.

»Ich betrachte die Suche inzwischen wie einen Job.« Die 39-Jährige arbeitet bei einem Immobilienmakler, fünf Tage die Woche. Am Abend sehnt sie sich manchmal nur nach dem Flimmern des Fernsehers und einem warmen Nudelgericht. In solchen Momenten überkommt sie die Angst vor der Einsamkeit, die ihr bleiben könnte, und die Frage, ob ihre erste Beziehung, die so romantisch begann im Alter von 25 Jahren, nicht bereits die richtige gewesen wäre. Ob sie nicht einfach Zeit verschwendet hat seither? Und ob sie jetzt nicht noch viel pragmatischer, wirtschaftlicher vorgehen müsste?

Noch nie waren Partnerbörsen so gut besucht wie im Moment, mehr als sechs Millionen Deutsche gehen monatlich auf Liebessuche ins Internet. In der aktuellen Werbung von Neu.de wirbt die Partneragentur mit dem Slogan: »Herzklopfen oder Geld zurück«. Die Kategorisierung, wer zu einem passen könnte, ist auf solchen Websites systematisch nach Hobbys, Job, Wünschen geordnet. Denn ökonomisch gedacht, ist eine zu lange Partnersuche völlig ineffizient, vor allem weil der »Zeitwertverfall« droht. Wer mit zu hohen Ansprüchen und an den falschen Orten sucht, übersieht oft, dass der eigene Marktwert mit den Monaten und Jahren stark abnehmen kann.

***

Die Fortsetzung des Textes liest du bei den Kollegen vom SZ-Magazin.


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__xxx__
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Mag ich Mag ich nicht

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13.08.2008 - 19:16 Uhr
__xxx__

Die unrealistischen Ansprüche runterschrauben, dann geht das schon.

Allerdings ist die romantische Liebe wie sie in den Filmen und Literatur verkauft wird ein reiner Unfug und eine Erfindung der Neuzeit. Da wird falsch ausgelebte Verliebtheit mit der Liebe verwechselt.

heavenly-jason
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Mag ich Mag ich nicht

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13.08.2008 - 19:17 Uhr
heavenly-jason

weiblichledigjung sucht.
ist das jetzt eine frage der moral oder eine werbung für die entsprechenden portale oder eine verteufelung derselben? hm.. ich finde nicht, dass sich liebe rechnen muss. das passt für mich nicht zusammen.

__xxx__
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Mag ich Mag ich nicht

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13.08.2008 - 19:20 Uhr
__xxx__

Liebe braucht Zeit und Hingabe und das ist in der Fat-Food Gesellschaft äußerst selten gegeben oder gart erwünscht. Fast alle wollen die Instant-Lösung nach Schema B haben, ohne je irgendwas von sich zu investieren.

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Mag ich Mag ich nicht

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13.08.2008 - 19:21 Uhr
__xxx__

fat = fast

fraeuleiningeborg
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Mag ich Mag ich nicht

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13.08.2008 - 19:27 Uhr
fraeuleiningeborg

Selten einen so dummen Artikel gelesen.

Übrigens ist die romantische Liebe mitnichten eine Erfindung der Neuzeit, wie man an der entsprechenden antiken Literatur leicht erkennt. Sogar das "Hohelied" im Alten Testament ist doch nichts anderes.
Die Neuerung bestand nur darin, dass zuvor die Wahl des Ehepartners aus rein ökonomischen Gründen erfolgte.

chippyq
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Mag ich Mag ich nicht

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13.08.2008 - 20:19 Uhr
chippyq

die idee mit den formeln an der seite ist super, ich könnte mir da auch kleine logikrätsel oder vokabellisten vorstellen, dann hätte man nachts immer was zu tun, wenn man nicht schlafen kann.

EtwasdasmanmaggibtmankeinenoriginellenNamen
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Mag ich Mag ich nicht

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13.08.2008 - 21:24 Uhr
Etwasdasmanmaggibtman…

Ich finde, man sollte die Romantik nicht auf Liebe beschränkten und die Liebe nicht auf Romantik.

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Mag ich Mag ich nicht

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13.08.2008 - 21:24 Uhr
Etwasdasmanmaggibtman…

Ich finde, man sollte die Romantik nicht auf Liebe beschränken und die Liebe nicht auf Romantik.

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Mag ich Mag ich nicht

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13.08.2008 - 21:25 Uhr
Etwasdasmanmaggibtman…

Ich finde, man sollte die Romantik nicht auf Liebe beschränken und die Liebe nicht auf Romantik.

alcofribas
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14.08.2008 - 00:03 Uhr
alcofribas

nunja.

opa
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Mag ich Mag ich nicht

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14.08.2008 - 02:38 Uhr
opa

Blödsinn

querspieler
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14.08.2008 - 10:05 Uhr
querspieler

Ich finde an dem Artikel nichts dumm, die Beobachtung, dass um so älter um so nüchterner die Partnerwahl stimmt genau, und mit Liebelyrik braucht man heute auch (fast) niemand Erwachsenem mehr kommen.
Fräuleiningeborg hat recht, romantische Liebe als Idee gibt es schon länger, allerdings nur als "unerfüllte" und im Leben normaler Menschen hat sie sicher keine Rolle gespielt.

__xxx__
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14.08.2008 - 10:09 Uhr
__xxx__

querspieler sagte:
...und im Leben normaler Menschen hat sie sicher keine Rolle gespielt.


Ausser dass sich viele deswegen zum Affen gemacht haben ;)

querspieler
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Mag ich Mag ich nicht

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14.08.2008 - 10:21 Uhr
querspieler

__xxx__ sagte:
Ausser dass sich viele deswegen zum Affen gemacht haben ;)

Wenn ich an unsere mittelalterlichen Minnesänger denke, weiß ich nicht, ob ich Lachen oder Weinen soll. Ich glaub, ich halte es inzwischen für Energieverschwendung, einer Frau hinterherzuminnen, die man nicht bekommen kann.

musicus
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14.08.2008 - 10:27 Uhr
musicus

1 + 1 = 2

und dafür braucht's einen artikel?
;-)

schokoprinzessin
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14.08.2008 - 21:07 Uhr
schokoprinzessin

eigentlich beruhigt es mich, daß die verfasserin des textes keine einzige these richtig begründet hat. damit enden wir alle doch nicht auf singlekreuzfahrtschiffen!

nestroy
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15.08.2008 - 00:09 Uhr
nestroy

gähn, immer diese faden "ökonomisierung des/der..." -anklagen.

Saxo
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15.08.2008 - 09:44 Uhr
Saxo

ich geb dem xxx ausnahmsweise mal recht.

MissCellaneous
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15.08.2008 - 11:05 Uhr
MissCellaneous

"Die Ehe wirkt wie ein Monopol, das dem Wettbewerb widerspricht. Welcher vernünftige Mensch würde sich freiwillig dazu verpflichten, lebenslänglich nur in einem Geschäft einzukaufen?«,

aha. so habe ich das noch nicht betrachtet. ich habe allerdings schon meinen lieblingssupermarkt ;o)

der artikel ist interessant, obwohl lösungen gibts mal wieder nicht. immer mehr artikel beschrieben verzweifelt das immer gleiche thema singlefrust. bin mal gespannt wie bezieheungen in 20 jahren gelebt werden....

soulmates gibt es. das machet man aber nicht unbedingt an der marmelade aus.

einige menschen wollen nur nicht alleinen sein, andere wollen magic. und die passiert aj nicht jeden tag. sonst wärs ja keine magic mehr.

ich fahre jedenfalls die nächsten 2 wochenenden zu hochzeiten :o)

__xxx__
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Mag ich Mag ich nicht

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15.08.2008 - 11:18 Uhr
__xxx__

Ich glaube zu dem Thema sollte ich mir mal Zeit nehmen und ausführlicher drauf eingehen in einem Text oder gar mehreren. Vielleicht am Wochenende :)

wollmops
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Mag ich Mag ich nicht

0

15.08.2008 - 14:56 Uhr
wollmops

ein jüngling liebt ein mädchen
das hat einen andern erwählt
der andre liebt eine andre
und er hat sich mit dieser vermählt

das mädchen nimmt aus ärger
den ersten besten mann
der ihr in den weg gelaufen
der jüngling ist übel dran

es ist eine alte geschichte
doch bleibt sie immer neu
und wem sie jüngst passieret
dem bricht das herz entzwei!

__xxx__
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Mag ich Mag ich nicht

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15.08.2008 - 15:37 Uhr
__xxx__

Haha, cooles Liedchen :)

m0n0
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Mag ich Mag ich nicht

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15.08.2008 - 16:55 Uhr
m0n0

pfff so eine pseudowissenschaft. dann lieber die allgegenwärtigen psychologischen/biologischen Erklärungsansätze. Ökonomen sind verkappte Geisteswissenschaftler plus Grundrechenarten (Achtung, zugespitzt)

GMG
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Mag ich Mag ich nicht

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16.08.2008 - 16:28 Uhr
GMG

Liebe... ist ? ...was ist das ?...ein Wort das man benutz in einer Situation die Lust und Leidenschaft hervorruft ?

__xxx__
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Mag ich Mag ich nicht

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16.08.2008 - 17:49 Uhr
__xxx__

Liebe hat nicht viel mit Lust und Leidenschaft zu tun, eher mit Verständnis, Freundschaft und Vertrauen. Die wilde Lust vergeht relativ schnell, das ist eher Verliebtheit.

Baker
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Mag ich Mag ich nicht

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27.08.2008 - 13:23 Uhr
Baker

Ich hasse unseren Zeitgeist.
Und ich verachte alle die sich in ihm wiederfinden und ihn leben.

Die wirklich guten Zeiten sind vorbei, machen wir uns doch nichts vor.


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