Endlich endlich: Gold für Deutschland! Gott sei es gedankt!
Alle sind sie bei Olympia auf den Medaillenspiegel fixiert. Ist doch logisch, sagt der eine. Ist doch schlimm, sagt der andere - ein Fall für zwei
Contra Medaillenspiegel Dienstag war es dann soweit, die Rettung hörte auf den Namen Alexander Grimm und kam aus Augsburg. Der 21-Jährige Kanute gewann das erste Olympia-Gold für Deutschland. Endlich. Endlichendlich. Man hörte bei deutschen Sportfunktionären und vor allem bei deutschen Fernsehsportmoderatoren die Erleichterung von den gequälten Seelen bröckeln. Verbrachte man nämlich den Montag gemeinsam mit der ARD und deren Olympiaprogramm, gewann man den Eindruck, das Leben sei nur für den auch ein Leben, der mit seinem Land im vorderen Teil des Medaillenspiegels steht. Noch am Morgen schienen Moderatoren wie Michael Antwerpes Höllenqualen zu leiden, weil in der imaginären deutschen Volksvitrine erst eine Bronzemedaille hing. Jede Überleitung ins Programm einer anderen Sportart begann mit der Frage, ob denn da was zu putzen sei? Jedes Olympiatelegramm begann mit der Meldung, dass wieder nix geputzt worden war und stündlich nahm die Beklemmung zu, ehe sich die männlichen Synchronspringer erbarmten und – danke - zwei Silbertäfelchen vorzeigten.
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