Wie die Universität mich enttäuscht hat. Zum Beispiel Theresa
Im Hörsaal dominieren geschwätzige Alphatiere die Diskussionen. Kann man das ändern?
Ich habe eine Freundin, nennen wir sie Theresa. In Theresas Zimmer steht ein riesiges Bücherregal, höher als ein Basketballspieler und fast so breit wie ein Fußballtor, bis obenhin voll mit Büchern, die Theresa auch wirklich alle gelesen hat. Als ich sie das erste Mal besucht habe, stand ich zehn Minuten lang andächtig vor dem Regal, zog hier und dort ein Buch heraus, um es mir anzusehen, und dachte beschämt an mein Billy-Regal, 200 mal 40 Zentimeter groß und von der Nettobüchermenge muss man auch noch das unterste Fach abziehen, da lagere ich Pfandflaschen. Belesen zu sein nützt natürlich nichts, wenn man sonst ein Idiot ist. Aber das ist Theresa nicht. Vielmehr besitzt sie einige außergewöhnliche gedankliche Fähigkeiten: Sie kann Dinge sehr genau betrachten, ist aber gleichzeitig nicht blind für die Schönheit, die im Ungenauen liegt. Darüber hinaus hat sie hervorragende Meinungen und ist jederzeit bereit, in scharfen Debatten ihren Standpunkt zu verteidigen: dass Hermann Hesse ein durchaus alberner Schriftsteller sei, zum Beispiel, oder dass eine Renaissance der Metaphysik in der angelsächsischen Philosophie ja wirklich niemand brauche. Ich höre Theresa dann gerne zu, während ich auf dem Boden vor ihrem Bücherregal sitze.
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Es sind nicht alle Menschen zu reden geboren, wie schlimm wäre das denn, ein lauter, wilder, babbelnder Haufen
Selbstbewusstsein und Schlagfertigkeit lassen sich trainieren, die Fähigkeit, sich selbst vermarkten zu können schon irgendwie wichtig wenn man eine Gruppe dominieren will. Aber muss man das können oder machen wollen?
Geht "den Unis" wirklich soviel Potential dadurch verloren? Inteligente Menschen finden ihren Weg, auch die Stillen
wenn ich den Tenor der Meinungen hier richtig verstehe, regen sich doch die meisten Studierenden darüber auf, dass von Dozierendenseite z u w e n i g 'Widerstand' auch gegen wirklich abseitige Beiträge der Teilnehmer geleistet wird. Die Erfahrung habe ich im Studium auch gemacht (v. a. in Deutschland, in der Schweiz herrscht, wie gesagt, eine ganz andere Kommunikationsproblematik). Dass ein Frager oder Kommentierer als blöd hingestellt wurde, habe ich so nie erlebt (selbst wenn man sich das insgeheim mal wünschte, weil die im Artikel so schön charakterisierten Labersäcke wieder mal alles an sich gerissen hatten). Also hast Du wohl wirklich verdammtes Pech gehabt ... Was das 'Taktgeben' der Dozenten angeht, gebe ich QuoteTheRaven vollkommen recht: keine Uni ist besser als die, an der man sich "alles selber beibringt". Genau darum geht's ja. Aber keine Angst, mit Bologna besteht ja nun nicht mehr die Gefahr des Selbständigkeitserwerbs.
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10.08.2008 - 09:21 Uhr
afrirali