Der Kampf gegen die Privatisierung des Trinkwassers hat einen Namen: „Aquattac“
Trinkwasser ist ein wertvolles und in vielen Ländern ein knappes Gut. Bei der ersten europäischen Sommmerakademie von Attac, die bis Mittwoch in Saarbrücken stattfand, gründeten die Attac-Leute ein europaweites Netzwerk mit dem Namen „Aquattac“. Ihr Ziel: gegen die Privatisierung von Trinkwasser vorgehen
Die Aktivisten und Experten von Attac sind der Meinung, dass Wasser unter keinen Umständen in die Hände privat wirtschaftender Unternehmen fallen darf. In vielen Ländern der Welt, so auch in weiten Teilen Deutschlands, ist dies aber schon der Fall, denn viele Kommunen haben die Wasserversorgung an private Unternehmen abgegeben. Unter dem Motto „Wasser als öffentliches Gut“ beschäftigen sich deshalb bereits seit längerer Zeit viele lokale Attac-Gruppen mit dem Thema. Bei der Sommerakademie, an der mehr als 800 Attac-Leute aus 28 Ländern teilgenommen haben, vereinigten sie sich zu dem europaweiten Netzwerk „Aquattac“.Welche Folgen die Privatisierung von Wasser haben kann, beschrieb Professor Kennan Demirkol aus der Türkei. Nach seinen Angaben will die türkische Regierung im kommenden Jahr alle Quellen, Flüsse und Seen sowie die gesamte Wasserindustrie des Landes an ein großes Privatunternehmen verkaufen. Die Einnahmen von etwa sechs Milliarden Euro sollen bereits in die Haushaltsplanungen einbezogen worden sein. Dorothea Härlin, Wasserspezialistin bei Attac, bezeichnet dieses Vorhaben als „unglaublich und skandalös“. „Aquattac“ will dank besserer internationaler Koordination gegen solche Privatisierungsmaßnahmen vorgehen. Vor allem türkischen Migranten soll der Rücken gestärkt werden, im Zusammenschluss mit „Aquattac“ Druck auf die türkische Regierung auszuüben.

Doch nicht nur in der Türkei, auch in vielen anderen Ländern findet eine zunehmende Privatisierung des Trinkwassers statt. „Aquattac" fordert, dass das existenzielle Gut Wasser nicht den Gesetzen des freien Marktes unterliegen darf und dass die Bürger die Kontrolle über das Trinkwasser zurückbekommen müssen. Zur Aufklärung über die Machenschaften der Wasserwirtschaft hat „Aquattac“ unter anderem den Dreh eines Dokumentarfilms geplant. Dieser soll den marktführenden französischen Veolia-Konzern näher beleuchten. Angeblich wird Veolia auch die türkische Wasserlandschaft kaufen, dies vermutet zumindest Dorothea Härlin.
Wie weit man mit seinen gegen die Privatisierung des Wassers gerichteten Forderungen gehen kann, zeigt die Organisation „ACME“, ein bereits seit einigen Jahren bestehendes weltweites Bündnis von Wasseraktivisten. „ACME“ will, dass der Zugang zu Wasser ein Menschenrecht ist und als solches in die UN-Charta, neben Grundrechten wie etwa dem auf körperliche Unversehrtheit, aufgenommen wird. Um das zu verwirklichen, holen sich die Aktivisten bei konkreten Aktionen und Demonstrationen gezielt Politiker und Parlamentarier mit ins Boot.
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gerade in einem land wie afrika und gerade in der heutigen zeit, in der den menschen sowieso so gut wie alles genommen wird und das wasser dort ja eh knapp ist...
für mich wirklich unbegreiflich...
der vom bpb herausgegeben wurde. auch wenn man vom der bundeszentrale fuer politische bildung halten kann wsa man will, ein interessanter artikel.
die schluesselsaetze:
Mit Blick auf den erhofften Effizienzzuwachs durch private Unternehmen wird im "World Bank Policy Research Paper 3514" vom Februar 2005 festgestellt: "Vermutlich ist die wichtigste Lektion der ökonometrischen Untersuchungen zur Relevanz der Eigentumsverhältnisse, dass es keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den Effizienzleistungen von öffentlichen und privaten Betreibern in diesem Sektor gibt."
Die Hoffnung, dass sich in diesem Bereich besonders hohe Renditen erzielen lassen, haben sie [RWE, EON, Veolia (das Nachfolgeunternehmen von Vivendi) und Suez ] allerdings längst verloren. Der Traum vom schnellen Wasser-Geld ist der Einsicht gewichen, dass nur moderate, aber stetige Gewinne zu erzielen sind
http://www.bpb.de/publikationen/DN38XH,0...
Der bpb-Artikel ist in der Tat sehr interessant, aber es geht darin doch in erster Linie darum, wie sich große private Wasserversorger durch Renditewahn und Korruption selbst ins Knie geschossen haben.
Die Praktiken dieser Unternehmen sprechen wohl eher gegen Privatisierung.
Für mich die schönste Passage diese hier:
"Der britische Konzern machte den ältesten Sohn des Präsidenten zum Teilhaber seines indonesischen Tochterunternehmens, und das war so etwas wie eine Garantie, den Kontrakt zu erhalten. Aber auch Suez baute Geschäftsverbindungen zu Familienangehörigen und Präsidentenberatern aus, sodass eine Pattsituation drohte.[...] Unter Mitwirkung der Weltbank wurde die Wasserversorgung von Jakarta im Februar 1998 geteilt, der Westen wurde Suez überlassen, der Osten Thames Water."
Immer wieder schön.
09.08.2008 - 16:23 Uhr
nordzucker
leitartikel: attak gruppe die gegen privatisierung der trinkwasserversorgung stellung bezieht.
linkartikel: private wasserversorgung macht die effiziens nicht besser und bringt nicht die erwarteten gewinne.
....ich komm' nicht drauf...
Privatisierung ist völlig o.k., die Wasserversorgung bleibt effektiv und die Konzerne handeln verantwortungsvoll.
am schluss gibt der mann, der hinter nestlé steht auch seine meinung über das wasser zum besten während er aus seinem büro auf den genfer see kuckt.








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08.08.2008 - 07:24 Uhr
meth147258369
leute, die einfach nichts besitzen um die kosten zu bezahlen, brauchen trotzdem auch wasser zum überleben. man weiß zwar nicht, wie teuer das ganze im endeffekt dann wird, doch DAS grundnahrungsmittel wasser sollte für jeden zur verfügung stehen...