05.08.2008 - 14:16 Uhr

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Daumen raus - Stephan trampt um die Welt

Text: sabrina-gundert

Seit über einem Jahr ist der ehemalige Firmeninhaber unterwegs. jetzt.de hat mit ihm über den Inhalt seines Rucksacks und über gute und schlechte Tramp-Länder gesprochen.

Stephan Stange, 28, aus Leipzig trampt seit April 2007 um die Welt. Er war schon in Österreich, Italien, Griechenland, der Türkei, Russland, Kasachstan, der Mongolei, China, Laos, Thailand, Kambodscha und Malaysia. jetzt.de hat mit ihm über seine Tramp-Erfahrungen, das Essen auf Reisen und Schlafplätze auf dem Dach gesprochen.

Seit April 2007 bist du jetzt unterwegs. Wie lange wird deine Reise noch dauern?
Mein Grundgedanke war, für ein Jahr um die Welt zu schippern. Aber schon nach wenigen Monaten musste ich feststellen, dass das ein lächerlicher Gedanke war.

Bevor du abgereist bist, hattest du bereits eine Firma, die dann dein Bruder übernommen hat. Warum bist du im vergangenen Jahr aufgebrochen?
Ich hatte mit der Firma ein gutes und in jeder Beziehung problemloses Leben in Deutschland. Für das deutsche Systembild scheint mein Entschluss vielleicht unlogisch. Dennoch war ich nicht zufrieden mit mir selbst. Eintönigkeit, Freiheitsmangel, Abenteuerlust, Suche nach mehr Lebenserfahrung? Spielt mit Sicherheit alles eine Rolle, aber bis heute kann ich den Hauptgrund dafür nicht finden.

Was hast du immer in deinem Rucksack dabei?
Das werde ich oft gefragt und viele erwarten eine Antwort wie „Mein Taschenmesser“ oder „Einen Feuerstein“. Das wichtigste Utensil ist der Rucksack an sich. Selbst wenn er leer ist, ist er sinnvoll. Der Rucksack macht mich auf der Straße zum Reisenden. Und Reisende finden die meisten Menschen sympathisch, was das Trampen um einiges vereinfacht. In meinem Rucksack habe ich immer eine Hängematte mit wasserdichter Plane, Wasser, Feuerzeug, einen Topf und meist Nahrung für vier bis sechs Tage, ein paar Klamotten und ein bisschen Kleinkram. Zusammen wiegt alles zwischen 16 und 24 Kilogramm. Das variiert je nach Land.

Auf deinen Bildern im Internet sieht man dich immer wieder in deiner Hängematte schlafend. Wo übernachtest du meistens?
Es gibt keinen speziellen Ort den ich bevorzuge. Ich mag ausgefallene Schlafplätze gern. Dort vermutet mich keiner und ich kann ausschlafen. So schlafe ich zum Beispiel auf einer alten Stadtmauer inmitten einer Stadt, unter einer Brücke über dem Wasserspiegel hängend oder irgendwo im Dschungel. In Städten sind es wohl meist Dächer von verlassenen Gebäuden.

[plugin bildergalerie Bild1="Seit über einem Jahr trampt Stephan um die Welt - hier auf der Straße in China" Bild2="Freundschaft in Thailand" Bild3="Mit Begleitung in der Mongolei" Bild4="Stephans Schlafplatz in Griechenland" Bild6="Daumen raus in Italien..." Bild7="... und in Laos"]

Du reist alleine. Ist das nicht manchmal langweilig?
Nein, wenn du alleine bist, kannst du einfach tun und lassen was du willst, ohne es vorher ausdiskutieren zu müssen. Manchmal werfe ich einfach eine Münze, um zu entscheiden, ob ich nach links oder nach rechts gehe. Langweilig wird mir eigentlich nie.

Triffst du auf deiner Reise viele andere Deutsche? Reist du öfters mit anderen zusammen weiter?
Je nach Land oder Region trifft man mehr oder weniger Deutsche. Wenn man aber wie ich unterwegs ist, kommt es nicht darauf an, wo derjenige her ist. Ein Loki, ein Lokaler, ist ein Loki und ein Touri, der Tourist, ein Touri. Ob aus Deutschland oder nicht; gesprochen wird Englisch. Und ja, ab und an passt es und man verbringt ein paar Tage, manchmal Wochen mit anderen Reisenden, was ab und an auch lustig sein kann.

Trampst du ausschließlich?
Ich versuche alles zu ertrampen. In Ländern wie der Mongolei oder Kambodscha hat aber jedes Fahrzeug seinen Preis, was das Trampen teurer als den Zug oder Bus macht. Da steige ich manchmal auf einen öffentlichen Personentransporter um. Das Meer lässt sich mit Schiffen ertrampen. Es sind meist die Yachthäfen, die eine gute Anlaufstelle sind. Werde ich allerdings nach etwa einer Woche nicht fündig und die Fähre ist nicht all zu teuer, wird auch hier eine Ausnahme gemacht. In südlichen Ländern wie hier in Malaysia ist das Mitsegeln aber meist kein Problem. Nur in Europa hatte ich Schwierigkeiten.

Auf der nächsten Seite liest Du, was Stefan aus Deutschland vermisst und in welchem Land Trampen am leichtesten ist
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