Wie die Universität mich enttäuscht hat. Zum Beispiel Professor Hochmuth
Studieren hat sich geändert. Das lässt sich ganz gut an den Menschen zeigen, die einem im Studium begegnen
Ich habe einen Professor, nennen wir ihn Hochmuth. Man erzählt sich, Professor Hochmuth habe einmal in einer Vorlesung die gesamte postmoderne Philosophie widerlegt, von Foucault bis Deleuze, und das alles in einem einzigen Unterpunkt eines seiner berühmten Skripte. Ich weiß nicht, ob die Geschichte stimmt. Aber ich habe im ersten Semester einen Logik-Kurs bei Professor Hochmuth besucht. Nach der ersten Sitzung war ich erfreut und überrascht, nach der zweiten fasziniert und nach der dritten ihm und seiner Art, Wissenschaft zu betreiben, verfallen. Ich wusste plötzlich: Das war genau das, was ich jahrelang vermisst hatte, in der Schule, in der Zeitung, überall! Alles, was er sagte, war klar und leuchtete ein - und wenn es einmal nicht einleuchtete, war klar, wieso es nicht einleuchtete. Es war nicht dieses wabbelige und vage Zeug, das einem alle Lehrer jahrelang vorgesetzt hatten (außer vielleicht die aus dem Mathe- und Physikunterricht), es waren keine aufgeblasenen Metaphern, deren Verschwurbeltheit irgendwer mit gedanklicher Brillanz verwechselt hatte. Es war einfach Wissenschaft. Man müsse sich eben entscheiden, sagte Professor Hochmuth einmal, ob man Wissenschaft betreiben wolle oder Märchen erzählen. Ich war begeistert, dass jemand so dachte. Ich muss mich so gefühlt haben wie ein Teenager, der das erste mal im Ausgehviertel der großen Stadt ist, und hätte am liebsten bei jedem von Hochmuths Worten „Ja! Ja! Ja!“ gerufen.
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Welterklärer sagte:Stimmt, der einzige Unterschied sind im Grunde die Zahlungsmodalitäten, Raten z.B. akzeptieren nur die wenigsten Promotionsausschüsse. Cash geht dagegen fast immer, siehe z.B. den gerne verliehenen Dr. h.c. - steht bekanntlich für hard currency.
professoren sind eh ohne ende überbezahlt, noch dazu öfters drittklassig, als erstklassig. dazu kommt, dass akademische titel statussymbole sind, wie bmws, mercedesse oder opel mantas auch.
muss mich ein_oxymoron anschließen
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03.08.2008 - 12:02 Uhr
EvilLynne
Und wenn man beim Schreiben einer Hausarbeit in die Verwirrung stürzt und auf Blendertum zurückgreifen muss, um sein Geschreibsel zu retten ist der Prof noch lange nicht der Schuldige für das Elend.
"Mein schönes Bild von Professor Hochmuth und der Wissenschaft, es ist nach meinem vergeblichen Versuch, in dieses Bild zu passen, irgendwie dahin."
Na, dann würd ich sagen, bist du leicht zu enttäuschen. Das eigene Versagen (besonders beim ersten(?) Versuch) sagt nur bis zum gewissen Grad etwas über die Talente der Menschen aus, die dein Mentoren/Vorbilder waren