Come in and burn out!
Heute startet "Selbstgespräche -wir müssen reden", ein Film über das Leben im Callcenter
Die Telefonboxen eines Kölner Callcenters sind bevölkert von Menschen im Hold-Modus: sie sehen ihre Arbeit als Übergangsjob bis das richtige Leben, der richtige Job anfängt. So zum Beispiel Sascha (Maximilian Brückner), der an seine Karriere als Showmaster glaubt. Bisher ist er leider nur Publikums-Anheizer für eine Chart-Show.
Oder Adrian (Johannes Allmayer), der noch bei seinem Vater wohnt und mit 29 noch nie eine Freundin hatte. Dafür ist er die Nummer Eins im Verkaufen von Super-Flatrates. Auch Marie (Antje Widdra) ist eigentlich Architektin und wartet im Großraumbüro des Callcenters auf einen angemessenen Job. Für den Chef (August Zirner) der Truppe wurde die Arbeit zum Leben, als Privatperson existiert er kaum mehr. Gemeinsam ist allen, dass sie sich ihr Leben aufregender vorgestellt.
Als dann eine digitale Anzeigentafel installiert wird, fordert der Chef die totale Mobilmachung. Innerhalb von vier Wochen müssen die Verkaufszahlen um fünf Prozent gesteigert werden, sonst droht der Abteilung das Aus. „Die Chinesen haben ein Wort für Krise, das sich aus den Zeichen für Gefahr und Chance zusammensetzt“, so motiviert der Chef sein Team und das gibt sein Bestes.
Der Regisseur André Erkau hat währen seines Studiums an der Kölner Kunsthochschule für Medien selbst in einem Callcenter gearbeitet. Trotzdem hat sein Spielfilmdebüt wenig mit der unmenschlichen Callcenter-Realität zu tun, wie sie beispielsweise von Günter Wallraff beschrieben wurde. Erkau zeigt den Alltag im Callcenter eher weichgespült. Vielleicht liegt das daran, dass „Selbstgespräche“ von „Lindenstraßen“-Macher Hans W. Geißendörfer produziert wurde. Die üblichen Klischees wurden nicht vermieden: Sex auf der Betriebsfeier, Liebe am Telefon, Konflikte lösen sich zum Schluss in Wohlgefallen auf. Den Film rettet, dass er endet, bevor er in ein zu umfangreiches Happy End ausartet. Und es macht Spaß, den beiden Hauptdarstellern Maximilian Brückner und August Zirner zuzuschauen.
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menschen die in bestimmten berufen arbeiten oder gearbeitet haben kann ich einfach nicht mehr ernst nehmen. da tun sich abgründe auf...
aber bevor ich wieder zu einem callcenter ginge würd ich lieber raumkosmetikerin oder zimmermaid machen
soviel zu diesme thema.
und ärzte: nein, menschenfreunde sind von denen die wenigsten. im gegenteil
kikuju sagte:
ja, stimmt, auf der straße landen, weil man sonst keine einkommensquelle findet, ist natürlich eherenhafter. klar.
das musste kommen, ich wusste es xD
tut mir leid, aber da passt ausnahmsweise mal der satz "reiss dich halt mal zusammen" ... als wär diese versuchung unwiderstehlich und es gäb nix anderes zu arbeiten als das, herrje.
@ freiheitsliebe:
da fällt mir n passendes motto mancher ärzte dazu ein: medizin wär so schön, wenn bloß die patienten nicht wären
Beru sagte:
und solche skrupellosen menschen werden ärzte, denen sich menschen anvertrauen, prima!
menschen die in bestimmten berufen arbeiten oder gearbeitet haben kann ich einfach nicht mehr ernst nehmen. da tun sich abgründe auf...
Beru...(und freiheitsliebe?meint ihr mich??? ich habe 14 Semester aus eigener Tasche finanziert, im Kino karten abgerissen, als Messehostess gearbeitet, Babygesittet, Übersetzungsarbeitengemacht, geputzt, und ja, auch im telefoncenter gearbeitet..
hab ich gesagt, das ich es geliebt habe? Ich musste meine Miete und mein Essen zahlen, und sobald ich konnte, bin ich gegangen.
Warum seit ihr so respektlos mir gegenüber? Ja, ich bin jetzt arzt, und? Ich arbeite noch immer hart, lass mich oft in einer nacht ankotzen, anpinkeln, vollbluten und racker mich ab, um idioten wie euch das leben zu erleichtern.
Gibt doch dieses Sprichwort :"In der Not frißt der Teufel Fliegen."
Und wenn für das gesteckten Ziel die Kohle fehlt, muß sie irgendwo her kommen, oder du steckst den Kopf in den Sand und ziehst eine Nummer beim Arbeitsamt.








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31.07.2008 - 19:50 Uhr
EvilLynne
Grauenvoll. Hab gut verdient, Grundgehalt plus Verkaufsprovision, aber es war der anstrengendste und moralisch mieseste Job den ich je gemacht habe. Die "Kollegen" und die "Führungsetage" haben alle 2 Tage gewechselt, bis auf ein paar wenige Ausnahmen. Es gab nichts liebenswertes, verschrobenes oder exentrisches daran. Die Kunden waren arme Säue, denen mal das letzte Hartz 4 Geld aus der Tasche ziehen sollte, die Privatdaten der Kunden wurden weiterverkauft an Drückerkolonnen, die Mitarbeiter waren zu gleichen Teilen Studenten, Hausfrauen und verkrachte Existenzen und Zeit, sich untereinander kennenzulernen hatte man nicht, weil man pro Schicht druchgequatscht hat und 20 min pause hatte, die man alleine nehmen musste.