27.07.2008 - 19:00 Uhr

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„Der Papa ist ja schon fast eine Kultfigur“

Text: peter-wagner - Foto: Jürgen Stein

Dominic ist der Sohn von Edmund Stoiber und will in den Bezirkstag – ein Gespräch über Politik im Kleinen, seinen Vater und Patenonkel Franz Josef Strauß.

jetzt.de: Schon. Auch wenn mir bewusst ist, dass wir über die Bezirksebene reden. Dominic: Pflege klingt selbstverständlich „alt“, aber ich wurde erst unlängst damit konfrontiert, ehe mein Großvater starb. Einerseits wird man persönlich betroffen, dann kommt aber auch mal das Alter, wo es einen persönlich betrifft. Dann ist die Frage: Wie wird es finanziert? Im Grunde genommen ist das also ein jugendpolitisches Thema. jetzt.de: Die meisten Parteien plagen sich damit, dass ihnen der Nachwuchs ausgeht. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer klagt, dass es zum Beispiel die CDU bisher nicht verstanden habe, eine gezielte Politik der Nachwuchspflege zu machen. Hat denn die CSU ein Nachwuchsproblem? Dominic: In Wolfratshausen ist die Junge Union eigentlich ganz gut aufgestellt. Der Ortsverband in Kochel am See hat sich 2007 gegründet und seitdem viele Mitglieder gewonnen. Die sind jetzt schon 42 Leute. Aber generell stimmt es: Die Menschen zu begeistern ist schwerer geworden. jetzt.de: Inwiefern? Dominic: Sieh’ dir mal den Wahl-o-Mat an – ein Riesenrenner! Man klickt und kriegt unten raus, welche Partei man wählen soll. Warum hat der so einen Zuspruch? Weil es zu komplex ist, sich damit auseinanderzusetzen, warum entschieden wird, wie entschieden wird. Aber ich finde wir müssen weggehen von dem Credo: Politik ist einfach. Dafür sind die Probleme zu komplex. jetzt.de: Viele haben aber auch schlicht keine Lust, sich fest zu binden, geschweige denn an eine Partei. Dominic: Wo kommst du her? jetzt.de: Aus München. Dominic: Bei uns, in Garmisch, Bad Tölz, Wolfratshausen, da sind schon noch viele im Verein. Vielleicht ist es ein städtisches Problem. Aber: Man muss sich ja nicht immer an politische Parteien binden. Es ist ja der kleinere Teil, der sagt: Ich möchte in der Partei mitbestimmen, was auf die Beine stellen. jetzt.de: Bist du eigentlich konservativ? Dominic: Ja. Obwohl: Der Begriff konservativ ist für die Jugend so abschreckend. jetzt.de: Sag mir, wie du den Begriff definierst? Dominic: Ich habe Werte für mich entdeckt, die mir wichtig sind. jetzt.de: Welche Werte meinst du? Dominic: Heiraten zum Beispiel. Es heiraten wieder mehr Menschen, suchen eine Bindung, eine Familie – solche konservativen Werte werden ja immer mehr gesucht. Aber konservativ sein heißt nicht, in der Ecke zu sitzen. Man geht genauso feiern, ist nur vielleicht nicht so – beliebig. Und konservativ sein bedeutet auch nicht, jeden Sonntag in die Kirche zu gehen. jetzt.de: Machst du nicht? Dominic: Doch. Aber ich komm nicht immer dazu. jetzt.de: Aber an der Hochzeit schon. Dominic: Natürlich!
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peter-wagner

ist jetzt-Mitarbeiter und hat diesen Beitrag verfasst.


München