Wie die Universität mich enttäuscht hat. Zum Beispiel Nina
Studieren hat sich geändert. Das lässt sich ganz gut an den Menschen zeigen, die einem im Studium begegnen
Ich habe eine Freundin, nennen wir sie Nina. Nina ist so eine Art Berühmtheit, bei Youtube kann man sich Videos von ihr ansehen und in bekannten Studentennetzwerken wurden ihr zu Ehren Gruppen gegründet. Ihre Berühmtheit hat Nina sich genauso verdient wie ihren „Bahn.comfort“-Status, nämlich indem sie jedes Wochenende in Deutschland herumgefahren ist, um irgendwo auf einer Bühne Texte vorzulesen und Faxen zu machen. Nina ist allerdings nicht nur „Bahn.comfort“-Kundin und beliebte Lesebühnenautorin, nein, sie ist zu allem Überfluss auch noch Studentin.
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Fällt dir was auf? Anscheinend willst du dein Leben, oder dein Lebenslauf, so gestalten, dass er/es auf dem "Markt" viel Wert ist - also dass dein "bisheriges Leben" auf dem Markt viel wert ist, und Zeit dieses Lebens, in Arbeit investiert, entsprechend bezahlt wird. Ist es das, was du aus deinem Leben (du hast nur ein) machen willst? Es so zu "designen", dass es eine möglichst große Nachfrage findet?
und dann kommen die mitstudierenden (ach ich hab ja so viel zu tun! ich hab einfach keine zeit zum lernen!), die halt lieber andere sachen machen und dann mitleid einfordern, weil sie eine schlechte klausur geschrieben haben. man selbst ist gut (zu recht!) und dann heißt es, "na dir kommt ja eh alles zugeflogen, ohne dass du was machen musst".
könntichkotzen.
schon klar. deshalb auch "in meinen schwärzeren stunden". Eine gesunde Lebenseinstellung ist das sicher nicht.
Natürlich müsste man da drüber stehen. Aber das sind auch die Zeichen der Zeit. Und so gänzlich kann sich dem wohl kaum jemand entziehen.
Wer so eine Einstellung sich zu eigen macht. lässt sich (aus Angst? Neid?) von den Marktgesetzen beherrschen. Es gibt viel mehr im Leben als Erfolg, Karriere, wichtig sein - und genau dieses mehr bleibt zu oft auf der Strecke. Wie gesagt, leider hat jeder Mensch nur ein Leben. Das würde ich mir nicht vom Markt oder wem auch immer diktieren lassen.
strikingback sagte:
.....
Fällt dir was auf? Anscheinend willst du dein Leben, oder dein Lebenslauf, so gestalten, dass er/es auf dem "Markt" viel Wert ist - also dass dein "bisheriges Leben" auf dem Markt viel wert ist, und Zeit dieses Lebens, in Arbeit investiert, entsprechend bezahlt wird.
....?
Oh sb mit Welterkenntniss! Es geht bei den Qualifikationen ja oft nicht ums Geld, sondern meist um die Möglichkeit sich einen intressanten Job zu suchen. Wenn's um Geld ginge hätte ich nach der Mittleren Reife eine Lehre als Elektriker anfangen sollen-vermutlich hätte ich dann schon meinen eigenen Betrieb (gleiche Arbeit wie an der Uni vorrausgesetzt).
27.07.2008 - 06:10 Uhr
drolli
strikingback sagte:
@Etwasdasman...
Wer so eine Einstellung sich zu eigen macht. lässt sich (aus Angst? Neid?) von den Marktgesetzen beherrschen. Es gibt viel mehr im Leben als Erfolg, Karriere, wichtig sein - und genau dieses mehr bleibt zu oft auf der Strecke. Wie gesagt, leider hat jeder Mensch nur ein Leben. Das würde ich mir nicht vom Markt oder wem auch immer diktieren lassen.
Ja. Es gibt mehr. Und je besser man sich seinen Job aussuchen kann, umso besser kann man das restliche Leben dann wahrnehmen.
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25.07.2008 - 23:45 Uhr
Etwasdasmanmaggibtman…
In meinen schwärzeren Stunden mach ich mich auch gern damit fertig, dass alle anderen den besser vermarktbaren Lebenslauf mit den tolleren Zusatzqualifikationen zusammenkriegen, aber ich versuche, mir das abzugewöhnen. Wer sich zu sehr auf diese Art zu denken einlässt, wird verrückt. Auch nicht gut für die Volkswirtschaft.
Sich gegenseitig zu beneiden ist ja schließlich auch nur eine Form, sich gegenseitig Anerkennung zu zollen und die tut Studenten auch mal ganz gut.
Ich schätze, manche die nicht studiert haben, werden jetzt bitter auflachen und einwerfen, Studenten seien doch ohnhin schon eingebildet genug. Vielleicht stimmt das auch. Aber wie das so oft ist mit dem Selbstvertrauen - grenzenlose Selbstüberschätzung dient oft nur dazu, nagende Selbstzweifel zu übertünchen. Bei den meisten Studiengängen ist es doch so: Sie bieten die schönsten Aussicheten für alles mögliche, aber Garantien für gar nix. Werde ich nach dem Abschluss meiner wahren Berufung nachgehen können oder absolivere ich einen AMS-Umschulungskurs für arbeitslose Akademiker nach dem anderen? Okay, Garantien gibts vermutlich nirgends, aber auf der Uni steht halt das Risiko auch einem sehr großen (vor allem auch zeitlichen) Einsatz gegenüber, das macht die Sache noch ein Tick spannender.
Vielleicht werde ich nie wieder so frei über meine Zeit verfügen können. Nutze ich sie wirklich sinnvoll? Viel Freiheit (immer noch, trotz Bakk. und Master und Verschulung - zumindest im Vergleich zu den meisten anderen Alternativen), viel Unsicherheit. Kein Wunder, dass man da gelegentlich schwankt in der Selbsteinschätzung.
Aber ich finde eigentlich, das gehört dazu. Und mich tröstet es immer ein bisschen, wenn mich wer beneidet.