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Kultur

| 20.07.2008 19:00  

Die Stunde der Buchentwerter: Immer mehr Verlage verramschen ihre Backlist

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MissCellaneous 20.07.2008 | 19:30
zu viele bücher auf dem markt. deshalb kauf ich auch immer weniger.

die armen bäume die ihr leben lassen mussten für 6 monate alte bücher die dann fast verschenkt werden....

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puster 20.07.2008 | 20:09
den verlagen ist das eigentlich nicht anzulasten. sie reagieren damit nur auf das geänderte verbraucherverhalten. immer weniger menschen stöbern nach büchern oder haben lust ein backlist zu wälzen. dafür können nun die verlage oder buchhandel nix. wenn die menschen nun mal lieber novitäten kaufen - wer will es ihnen verbieten?

allerdings gibt es für die lagerhaltungsproblematik eine adäquate lösung: print-on-demand. die backlist ist quasi virtuell und wenn dann mal tatsächlich ein kunde etwas davon bestellt (am besten via internet), springt ein drucker an und druckt das buch. den prozess bis zur auslieferung kann man fast vollständig automatisieren.

abgesehen davon ist es natürlich erfreulich wenn über 90.000 neue bücher jährlich erscheinen und 971.000.000 bücher gedruckt werden. gibt es ein deutlicheres zeichen für eine lebendige literaturszene?

außerdem straft es die allfällige behauptung, das immer weniger gelesen wird, lügen.

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Very_Shy 20.07.2008 | 23:34
Tolle Idee Puster.

Es ist sehr schwierig vergriffene Bücher zu bekommen.

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dem_osten_so_nah 21.07.2008 | 00:48
puster sagte:
abgesehen davon ist es natürlich erfreulich wenn über 90.000 neue bücher jährlich erscheinen und 971.000.000 bücher gedruckt werden. gibt es ein deutlicheres zeichen für eine lebendige literaturszene?

lebendige literaturszene? das meiste davon ist doch bestimmt so ein überflüssiger quark wie wandertagebücher von hape kerkeling oder ich-schieb-mir-avocadokerne-in-die-mumu-bücher von charlotte roche.

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Lifeless 21.07.2008 | 01:31
Ich find's schlimm, das Bücher auch inzwischen verramscht werden wie alte Semmeln. Klar, wenn die guten Bücher günstiger werden, nehm ich sie doppelt gerne. Aber ich finde, es wird auch immer schwerer, wirklich *gute* Bücher zu finden. Ich greif dann auch mal auf altbewährtes zurück und Autoren, die noch etwas aussagen wollen, und nicht nur Asche scheffeln wollen.
Ich selbst hab auch ein Buch für mich selber geschrieben, das bekommen meine Freunde, aber drucken lassen, würde ich es nicht, weil es wahrscheinlich gar nicht den Wert zugemessen bekäme, den es verdient hätte... wie so viele andere Bücher auch.

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puster 21.07.2008 | 06:24
@dem_osten_so_nah

lebendige literaturszene? das meiste davon ist doch bestimmt so ein überflüssiger quark wie wandertagebücher von hape kerkeling oder ich-schieb-mir-avocadokerne-in-die-mumu-bücher von charlotte roche.[/ziat]

ja und?
erstens: wo viel licht, da viel schatten.
gäbe es nur 1.000 novitäten jährlich wäre davon bestimmt auch nicht 999 zukünftige klassiker der weltliteratur.

zweitens: die verkaufszahlen sprechen für diese beiden bücher. ein paar hunderttausend leute scheinen die beiden bücher so gut zu finden, dass sie sie kaufen und

drittens: 'überflüssig' ist keine kategorie in der literatur bewertet werden sollte. der vorwurf ließe sich schließlich jedem buch machen, dass jemals gedruckt wurde. das ist eine reine geschmacksfrage.

viel wichtiger ist das signal, dass der erfolg solcher bücher an potentielle autoren sendet: "hey, autor, du kannst mit schreiben deinen lebensunterhalt verdienen - du kannst damit sogar richtig reich werden. versuch' es!"


@lifeless

Ich find's schlimm, das Bücher auch inzwischen verramscht werden wie alte Semmeln. Klar, wenn die guten Bücher günstiger werden, nehm ich sie doppelt gerne.


na, so schlimm kannst du es also doch nicht finden... ;)

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ShesSoHigh 21.07.2008 | 14:33
Das problem bei vergriffenen büchern ist halt, dass die meist eben auch so alt sind, dass man noch nicht darauf gekommen ist einfach einen datensatz für dieses "on demand" oder einen digitalen Nachdruck in kleiner Auflage anzulegen. Bzw. sich dieses Datensatz-Anlegen sehr mühsam gestaltet.
Könnte mir aber schon vorstellen dass das sich bessert in Zukunft.

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afrirali 21.07.2008 | 20:00
wozu gibt es eigentlich gut sortierte bibliotheken?

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EvilLynne 21.07.2008 | 23:41
dem_osten_so_nah sagte:
lebendige literaturszene? das meiste davon ist doch bestimmt so ein überflüssiger quark wie wandertagebücher von hape kerkeling oder ich-schieb-mir-avocadokerne-in-die-mumu-bücher von charlotte roche.


Wat? wer bist du denn? Nur weils dir nicht gefällt, heisst es doch nicht, dass es gleich überflüssiger Quark ist?

Hmm, mir war diese Problematik irgendwie nicht bewusst, ich hab bislang immer jedes Buch bekommen, das ich lesen wollte, auch ältere Sachen. Sei es über Tauschbörsen, Amazon oder Bücherbörsen

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