Wie die Universität mich enttäuscht hat. Zum Beispiel Sebastian
Studieren hat sich geändert. Das lässt sich ganz gut an den Menschen zeigen, die einem im Studium begegnen
Ich habe einen Freund, nennen wir ihn Sebastian. Sebastian ist ein Politiker. Jedenfalls wird er mal einer. Aber einer von den guten. Nein: einer von den Guten. Wenn man mit dem Bier in der Hand gestikuliert und über Determinismus und Deleuze debattiert, steht er abseits und lauscht. Er rümpft nicht seine Nase darüber, er hört zu, neugierig. Aber er sagt nichts dazu. Er spricht lieber über andere Sachen: Mindestlohn und Studiengebühren, Steuerrecht und Arbeitslosigkeit. Sebastian ist VWL-Student und im AStA. Manchmal geht er früher nach hause, weil er am nächsten Tag einen Bagger mieten muss, mit dem er die maroden Hörsäle abreißt. Symbolisch natürlich nur, für die Presse. Letztes Jahr hat Sebastian mich sogar überredet, für seine Hochschulgruppe zu kandidieren. Ich habe zuerst gesagt, er soll mir das Wahlprogramm in den Briefkasten werfen, dann würde ich es mir überlegen. Das Programm habe ich dann aber doch erst gelesen, nachdem ich schon unterschrieben hatte, dass ich kandidiere. Ich habe nämlich gedacht: Das wird schon in Ordnung sein, wenn Sebastian mich fragt. „Wahrscheinlich ist er deswegen ein guter Politiker. Weil er ein Guter ist. Und man das merkt“, habe ich mir überlegt, als ich im chaotischen AStA-Büo saß. An der Wand hing ein Spielzeuggewehr. "Für den bewaffneten Kampf gegen die Studiengebühren", hat Sebastian politikergescherzt. Mir wurde ein Button mit meinem Namen ausgehändigt, den ich mir anstecken sollte, und es gab eine Tafel, auf der man eintragen konnte, von wann bis wann man an den Wahlständen steht und mit den Studenten spricht. Ich habe mich nicht eingetragen. Ich habe gesagt: „Ich schaue mal vorbei“. Ich habe aber auch nicht vorbeigeschaut. Gewählt habe ich allerdings, ich hatte drei oder vier Bögen als Stimmzettel, einer davon groß wie ein Badetuch. Auf manchen stand auch mein Name, irgendwo ganz klein. Auf anderen standen nur unbekannte Namen, einer nach dem anderen, keine Hochschulgruppen oder Erklärungen.
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Übrigens schon der zweite schlechte Text in dieser Kolumne. Dafür gibts Geld oder was, wenn man sowas verzapft!?
Davon abgesehen dürftest du gar keine Steuergelder bezahlen wollen mit der gleichen Begründung.
19.07.2008 - 00:00 Uhr
MorbusBahlsen
hatte mir etwas anderes unter der kolumne erhofft/vorgestellt/gewünscht/erwartet und zwar wirkliche enttäuschte hoffnungen. was hab ich mir nicht alles von meiner zeit an der uni gewünscht? und nach 2 semestern ist jetzt erstmal schluss. doof.
zur „unternehmerischen Hochschule“"
http://www.nachdenkseiten.de/?p=3333#mor...
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18.07.2008 - 20:30 Uhr
MorbusBahlsen