26.08.2008 - 14:00 Uhr

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„Ein Tramper hat mittlerweile schon etwas Exotisches an sich.“

Text: sabrina-gundert - Fotos: www.map-site.de/tramptrip

Tramper gehören mittlerweile einer aussterbenden Spezies an. jetzt.de hat mit einem Relikt gesprochen. Martin fährt von Deutschland nach Portugal - mit dem Daumen

Martin Höpke, 24, studiert in Marburg (Hessen) und trampt seit acht Jahren. Zunächst nur zur Schule und zur Arbeit, dann quer durch Deutschland. Am 8.8. startete er seinen Tramp-Urlaub Richtung Portugal. Momentan steckt er in den Pyrenäen. jetzt.de hat mit ihm über seine Reisepläne, seine Erfahrungen und das Aussterben der Spezies Tramper gesprochen.


Martin Höpke. Bild: privat

Seit wann trampst du?
Mit 16 Jahren habe ich mit dem Trampen angefangen. Ich war mit einer Freundin unterwegs, es war ziemlich heiß und wir hatten keine Lust den weiten Weg nach Hause zu laufen. Da hatte ich die Idee, dass wir uns an die Straße stellen und einfach trampen könnten. Das hat gut geklappt und Spaß gemacht. Seitdem trampe ich ständig. Die Strecken wurden mit der Zeit immer weiter. Das Weiteste bisher war von Amsterdam nach Sachsen.

Was ist das Tolle am Trampen?
Man lernt dabei Leute kennen, ist ungebunden und hat ein unglaubliches Gefühl von Freiheit. Manche sagen, man sei an die Autofahrer gebunden. Aber das ist nicht so, man verschafft sich die Freiheit selbst. Mit der Zeit wird es eine Herausforderung, immer weitere Strecken zu wählen und schneller voranzukommen. Wichtig ist nicht, wie schnell man sein Ziel erreicht, sondern die Menschen, die man trifft.

Wie lange wartest du durchschnittlich, bis jemand anhält und dich mitnimmt?
In der Regel sind das 30 Minuten. Manchmal geht es ganz schnell und nach fünf Minuten hält jemand an, manchmal steht man aber auch mehrere Stunden. Das hängt davon ab, wo man steht. Im schlimmsten Fall habe ich einmal sechs Stunden an einem kleinen Rastplatz in Kassel gewartet.

Wo beginnst du deine Tramp-Tour meistens?
Ich fange auf Landstraßen an oder fahre mit dem Zug in die Nähe einer Autobahnauffahrt. Am schwierigsten ist es nämlich, in den "Kreislauf Autobahn" zu kommen. Oftmals dauert es länger, um von der Land- oder Bundesstraße auf die Autobahn zu kommen, als von dort aus ans Ziel. Ich versuche meistens, zu einer Raststätte mit Tankstelle zu gelangen, im Notfall reicht auch ein Parkplatz mit Toilette - da sind immer mehr Leute als auf normalen.

[plugin bildergalerie Bild2="Tramperromantik... " Bild3="Mittlerweile steckt Martin in den Pyrenäen" Bild4="eigentlich will er nach Portugal, aber..." Bild5="... die Reise selbst ist auch das Ziel" Bild6="Trotz aller Romantik sollte man als Tramper ein Zelt dabei haben."]

Welcher Typ Mensch nimmt dich meistens mit?
Das ist sehr unterschiedlich. Jugendliche nehmen einen recht selten mit und wenn, dann im Westen Deutschlands noch eher als im Osten. Ansonsten kann man mehrere Typen unterscheiden: Zum einen gibt es die, die früher getrampt sind. Die erzählen einem dann, sie hätten sich früher ja auch gefreut, wenn jemand für sie angehalten hätte. Dann gibt es die Geschäftsreisenden, die den ganzen Tag nur im Auto sitzen und jemanden zur Unterhaltung brauchen. Andere suchen einen anonymen Ansprechpartner für ihre Probleme. Manche Menschen sind so müde, dass sie sich jemanden ins Auto holen, der sie dann wach halten soll. Frauen nehmen einen nur selten mit. Dann gibt es auch noch die Leute, die einem etwas verkaufen oder einen bekehren wollen. Das hatte ich auch schon ein paar Male.

Daumen raus oder Schild hoch? Martin erklärt auf der nächsten Seite, was besser ist.
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