15.07.2008 - 19:00 Uhr

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Michael kämpft für freie Felder

Text: philipp-mattheis - Foto: privat

Er nennt sich freiwilliger Feldbefreier: Michael Grolm reißt genveränderte Pflanzen aus. Der 36-jährige Berufsimker führt diese „Feldbefreiungen“ regelmäßig durch. Bei einer solchen Aktion stürmen Gentechnik-Gegner Felder und zerstören Pflanzen. Am letzten Juni-Wochenende rissen solche Aktivisten auf einem Feld bei Kitzingen genveränderte Maispflanzen aus. In den vergangenen beiden Wochen wurden die ersten Fälle vom vergangenen Jahr vor Gericht verhandelt - die letzte einer Reihe von Verhandlungen findet am kommenden Freitag statt. Michael Grolm wurde bereits verurteilt

Wie hoch ist die Strafe ausgefallen? Man hat mich zu 20 Tagessätzen verurteilt. Ich werde aber in Berufung gehen. Ich plädiere auf Freispruch, da ich ein größeres Übel beseitigt habe. Bist Du froh über das Strafmaß? Naja, sagen wir so: Der Konzern Monsanto hat mir im Vorfeld eine zivilrechtliche Strafe von 250.000 Euro und ein halbes Jahr Gefängnis angedroht. Das wurde aber abgemildert auf zwei Tage Gefängnis oder 1.000 Euro. „Feldbefreiung“ klingt ziemlich martialisch. Wie läuft so eine Aktion ab? Eigentlich ist der Name an die „Freiwillige Feuerwehr“ angelehnt. Wir sind freiwillige Feldbefreier. Wir befreien Felder von genmanipulierten Pflanzen. Ihr schleicht Euch nachts auf Felder und reißt dann Pflanzen aus? Nein, nein, das findet tagsüber statt. Wir kündigen die Aktion vorher an und stehen mit unseren Namen dafür ein. Vor jeder Feldbefreiung erwartet uns ein Riesenaufgebot von Presse und Polizei. Aber die versuchen, euch daran zu hindern. Ja natürlich, aber bei einem Feld von mehreren Hektar Größe finden sich immer Lücken, durch die man hindurch schlüpfen kann.
Michael ist gelernter Agraringenieur und sieht seine Zukunft als Imker durch genveränderte Pflanzen gefährdet. Findet Ihr denn keine andere Möglichkeit, um gegen den Anbau von genveränderten Pflanzen zu protestieren? Naja, ich habe wirklich alles probiert. Ich habe Unterschriften gesammelt, Podiumsdiskussionen organisiert, Bundestagsbeauftragte angeschrieben und Großdemos veranstaltet – nichts hat geholfen. Wir werden hier vor vollendete Tatsachen gestellt. Wieso? Weil die Pollen der genveränderten Pflanzen auf die anderen Felder hinüber wehen. Ein Feld mit genmanipuliertem Mais lässt sich ja nicht isolieren. Das ist wie wenn man Wolf und Schaf zusammensperrt und dann mal schaut, was passiert. Verbraucher können bald nicht mehr entscheiden, ob sie Gentechnik auf den Teller bekommen oder nicht. Aber mal ehrlich – ein paar Pflanzen ausreißen ist doch eher ein symbolischer Akt, als dass es wirklich etwas verändern würde, oder? Ja, das ist richtig. Aber gerade Zeichen zu setzen ist wichtig. Dadurch, dass wir unsere Aktionen vorher groß ankündigen, wird die Presse und damit mehr Menschen auf die Gefahren genmanipulierter Pflanzen aufmerksam. Letztens wurde sogar im Bundestag darüber verhandelt, wie man mit uns umgehen soll. Wer selbst Pflanzen ausreißen möchte, muss also mit mindestens zehn Tagessätzen Gefängnis rechnen? Zumindest sind die Strafen für die freiwilligen Feldbefreier bis dato immer so ausgefallen. *** Michael ist aufgrund seines Engagements für den Panter Preis der taz nominiert. Hier ein Video von seiner ungewöhnlichen Protestform:


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ChrisJumper
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Mag ich Mag ich nicht

1

16.07.2008 - 00:10 Uhr
ChrisJumper

Ich mag die Aktion auch!

Zumal die meisten Landwirte oder GmbHs, die dies einsetzen leider nicht wissen worauf sie sich da einlassen.

Es ist mir immer noch unbegreiflich wie man solche "Versuche" auf Freiland-Basis zulassen kann. Zumal sie aktive mit der Umgebung interagieren und dieser Effekt ist ja nicht erwünscht.

Forschungen in diesem Bereich sollten offen gelegt werden. Bis entsprechend und ausreichend nachvollziehbare Ergebnisse vorliegen. Leider bringt diese Aktion nichts sofern die Pflanzen schon in der Blüte standen.

Zips
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Mag ich Mag ich nicht

1

16.07.2008 - 08:33 Uhr
Zips

Die ganze Gentechnik-Politik ist meines Erachtens Lobby- und Interessensgesteuert. Kaum ein Bürger und viele Baueren sind dagegen. Trotzdem drückt die Genlobby mithilfe der Politik diesen Sums auf die Äcker.
Die Politik sollte endlich erkennen, daß ein Großteil der Bevölkerung dies nicht will und es insgesamt auch der Gesellschaft schaden wird. Meines Erachtens nicht nur wegen der biologischen Gefahren. Viel schädlicher für die Gesellschaft sind auch die wirtschaftliche Auswirkungen, wenn der Samen- und Biozidhandel weiter durch Patente monopolisiert wird. Dann kann nämlich der Bauer irgendwann gar nicht mehr wählen was und wieviel er von welchem Hersteller kauft und anpflanzt.
Die Politik ist kurzsichtig und blind geworden und versteht ihre Gesetzgebung von vorgestern nicht mehr. Patente sollten der Gesellschaft als ganzes nützen und nicht einzelnen Firmen mit Monopolambitionen.

offenbach
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Mag ich Mag ich nicht

0

16.07.2008 - 08:37 Uhr
offenbach

Wieder nur ein weiterer Spinner in seinem Kampf gegen Windmühlen. Schade dass in dem Artikel nicht ein einziges Mal auf mögliche Vorzüge von Gentechnik eingegangen wird. Ausgewogene Berichterstattung sieht anders aus.
...aber ich find's auch total supi, dass der Protest so bunt ist.

tzzzzzzzz
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Mag ich Mag ich nicht

1

16.07.2008 - 09:08 Uhr
tzzzzzzzz

Ich halte es für ethisch äußerst bedenklich ganz Bienenkolonien auszuplündern. Ich werde sie morgen befreien!

Spass beiseite: Mit solchen Aktionen kommen die "Feldbefreier" in der Presse genau als das rüber, was sie sind. Kompromisslose Öko-Rowdies, denen man mit Diskussion und Ausgleich nicht kommen braucht. Keine gute Basis, um die Mehrheit der Bevölkerung - eben auch die CDU-Oma - auf seine Seite zu ziehen.

Zum Scheitern verurteilt und es werden alle beschuldigt werden, nur an der Selbstreflexion wird's mangeln.

sonnenblumenmaler
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1

16.07.2008 - 09:47 Uhr
sonnenblumenmaler

Es gibt keine Vorzüge der Gentechnik.

Gentechnisch veränderte Pflanzen haben keine höheren Erträge als normale Pflanzen.
Die Gewinnung von Saatgut aus Pflanzen ist für den einzelnen Bauern nicht möglich.
Gentechnisch veränderte Pflanzen können zu Missbildungen bei Tieren und Insekten führen (Tumorbildung).

Im freien Feldversuch Gentechnik zu erforschen kann unüberschaubare Folgen für das Ökologische System nach sich ziehen. Bevor also keine Langzeitstudien über Gentechnische Pflanzen vorliegen, sollten flächendeckender Anbau verboten werden.
Auch die Versuche der Firma Monsanto in Lateinamerika und Afrika, wo Gentechnisch verändertes Saatgut an Bauern ausgegeben wird, die in ihrem Hunger keine Wahl für oder gegen Gentechnik haben, sollte geahndet werden, weil es im Prinzip Menschenversuche sind.

SirDandy
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-1

16.07.2008 - 12:44 Uhr
SirDandy

Selbstgefälliger Fatzke!

Was glaubt er denn wer er ist? Für all diese Ökö-Terroristen die Höchstbemessungsgrenze an Tagessätzen.

In Österreich sitzen mehrere "Umwelt- u. Tierschützer" in U-Haft und sprechen von Rechtsbeugung obwohl eindeutig bei Hausdurchsuchungen gefährliche Materialien beschlagnahmt wurden.

Verständnis oder gar Sympathie sind hier absolut nicht angebracht.

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Mag ich Mag ich nicht

-1

16.07.2008 - 12:44 Uhr
SirDandy

Selbstgefälliger Fatzke!

Was glaubt er denn wer er ist? Für all diese Ökö-Terroristen die Höchstbemessungsgrenze an Tagessätzen.

In Österreich sitzen mehrere "Umwelt- u. Tierschützer" in U-Haft und sprechen von Rechtsbeugung obwohl eindeutig bei Hausdurchsuchungen gefährliche Materialien beschlagnahmt wurden.

Verständnis oder gar Sympathie sind hier absolut nicht angebracht.

strikingback
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Mag ich Mag ich nicht

0

16.07.2008 - 12:49 Uhr
strikingback

Einstein sagte mal, wenn die Bienen anfangen zu sterben, dann dauert es mit den Menschen nur noch wenige Jahre. Ist ja auch logisch. Und die Forscher sind so selbstherrlich, dass sie behaupten, sie könnten die Folgen für den Mikro- und Makrokosmos der Natur, der Evolution, der Interaktionen zwischen Insekten und Pflanzen einschätzen. Wer denen glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann.

DagnyTaggart
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16.07.2008 - 13:45 Uhr
DagnyTaggart

strikingback sagte:
Einstein sagte mal, wenn die Bienen anfangen zu sterben, dann dauert es mit den Menschen nur noch wenige Jahre. Ist ja auch logisch. Und die Forscher sind so selbstherrlich, dass sie behaupten, sie könnten die Folgen für den Mikro- und Makrokosmos der Natur, der Evolution, der Interaktionen zwischen Insekten und Pflanzen einschätzen. Wer denen glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann.


Schon witzig: Bei der gentechnik glaubst du keinem Forscher auch nur ein Sterbenswoertchen und bei der sogenannten Klimakatastrophe frisst Du den Simulanten vom IPCC aus der Hand.

JohnGalt
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16.07.2008 - 14:19 Uhr
JohnGalt

Sehr gute Aussage, DagnyTaggart ;-)

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