11.07.2008 - 19:00 Uhr

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Geht’s jetzt bald mal los mit den modernen Zeiten im Kino bitte?!

Text: penni-dreyer - Foto: AP

Warum müssen wir eigentlich so lange darauf warten, bis bei uns Filme anlaufen? Und warum kann man da nichts dagegen machen?

Es ist keine Neuigkeit mehr, man muss es aber wohl doch mal wieder sagen: Wir sind im Internet-Zeitalter angekommen. Diese Erkenntnis scheint nämlich bis zu den Film-Verleihern noch nicht so recht angekommen zu sein. Statt den Regeln des weltumspannenden Netzes zu gehorchen, leben die weiterhin in einem Kleinstaaten-Denken. Aktuelles Beispiel: Der große Sommer-Blockbuster „Batman – The Dark Knight“. Der kommt in Amerika am kommenden Freitag in die Kinos – in Deutschland muss man sich noch bis zum 21. August gedulden. Das wäre nun an und für sich kein großes Problem, wenn es eben nicht das Internet gäbe. Dort kann jeder, der sich ein bisschen Englisch draufgeschafft hat, alles, aber auch wirklich alles über den Film erfahren. Die Trailer sind seit Monaten zu sehen, die Online-Ausgaben der Zeitungen überschlagen sich in Vorbesprechungen, gute Internet-Seelen scannen Interviews mit den Darstellern und stellen sie ins Netz und sogar die ersten fünf Minuten des Films konnte man sich online schon ansehen. Man muss gar kein Fan sein, um sich von der Aufregung, die da herrscht, anstecken zu lassen.
Nicht nur auf Batman, auch auf Wall-E muss man in Deutschland noch warten: Der kleine Roboter von Pixar erfreut in den USA bereits die Kinozuschauer, in Deutschland kann man offiziell nur von ihm lesen. Leider. Nur: so groß die Vorfreude auch sein mag, wenn man zu lange auf die Folter gespannt wird, lässt sie irgendwann nach und es stellt sich ein gewisser Sättigungsgrad ein. Irgendwann hat man das Gefühl, so viel über einen Film erfahren zu haben, dass man ihn gar nicht mehr anschauen muss. Und dann ist noch nicht mal die große nationale Vermarktungs-Strategie angelaufen, die einem den Rest gibt, weil man alle Informationen schon vor Wochen woanders und besser gelesen und gesehen hat. Nachdem man also monatelang von Informationen vollgepumt wurde, sackt man zum tatsächlichen Filmstart leer im Sessel zusammen und kann sich nicht mehr aufraffen, ins Kino zu gehen. (Ein Jahr später kauft man sich dann die DVD im Angebot eines Drogerie-Markts und schaut sie an einem öden Sonntagabend zuhause an.) Dazu kommt, dass der Film spätestens Samstagmorgen in einer Woche in sämtlichen Foren lang und breit diskutiert wird und ganz sicher auch inklusive ausführlicher Spoiler. Natürlich kann man dann mit zugekniffenen Augen das Internet nach gefahrlosen Stellen selektieren. Aber so richtig viel Spaß macht das nicht und in der Realität funktioniert es ebenso wenig. Die andere Möglichkeit ist, sich den Film zeitnah im Netz herunterzuladen und dann wieder mitreden zu können. Ist aber leider illegal und macht angeblich die Filmindustrie kaputt. Doch statt darüber zu lamentieren sollte diese sich ein wenig flexibel zeigen und sich an die neuen Verhältnisse anpassen. Indem sie die Filmstarts international synchronisiert und so den Menschen die Möglichkeit gibt, ein de facto globales popkulturelles Phänomen auch global wahrnehmen zu können. Und wenn dafür in Deutschland auf langwierige Synchronisation verzichtet werden müsste, dann kann man schnell noch die gute Nachricht verkünden: die meisten jungen Menschen würden sowieso mit Handkuss darauf verzichten.


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Gent
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Mag ich Mag ich nicht

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12.07.2008 - 00:20 Uhr
Gent

*verschwörungsmode.on*

ist doch klar: das machen wegen weil mit genau den Auswirkungen, wie Du sie beschrieben hast - keiner schaut sich den mehr, nur noch auf DVD oder verhackstückt in der Werbung. Am Ende dann ist das Internet schuld (böse.böse) und die Lobby hat was zum lobbyieren und das Internet wird immer mehr und mehr reglementiert. Wegen der Rechteinhaber. Nein, falsch, wegen der Künstler! Zumindest werden die gerne vorgeschoben. Wie auch immer, hauptsache immaterielle Eigentümer jeglicher Couleur werden staatlich geschützt.
*Verschwörungsmode.off*

Vielleicht entdecken die Herrschaften ja mal den Zusammenahng zwischen Angebot und Nachfrage in einer globalen Informationsgesellschaft. Das Internet hat keinen Region-Code, der Kapitalismus ist entfesselt und beugt sich nicht den Marktschaffenden sondern den Marktnutzenden - zumindest machmal.

QuoteTheRaven
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Mag ich Mag ich nicht

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12.07.2008 - 07:35 Uhr
QuoteTheRaven

ich wusste bisher nicht einmal, dass der genannte film existiert. ob ich irgendein 08/15 konsumprodukt nun 4 oder 6 wochen spaeter zu sehen bekomme oder zeitgleich mit dem amerikastart ist doch wirklich egal. vorfreude auf einen film? sorry, dass ist doch genauso daemlich wie sich nachts um 12 vor einen buchladen zu stellen, stundelang zu warten und dann einen harry-potter-roman abzugreifen, den man sich am naechsten tag bequem und ohne stress im laden kaufen kann.

wendehals
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Mag ich Mag ich nicht

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12.07.2008 - 11:07 Uhr
wendehals

Ja,ja, auch auf die Gefahr hin, eine altbeliebte jetzt.de-Diskussion nochmals loszutreten- im Artikel heißt es:

"Und wenn dafür in Deutschland auf langwierige Synchronisation verzichtet werden müsste, dann kann man schnell noch die gute Nachricht verkünden: die meisten jungen Menschen würden sowieso mit Handkuss darauf verzichten. "

Liebe Penny-Dreyer, was ist den ausgerechnet der letzte Satz für eine wilde Behauptung? Bei einer nichtrepräsentativen Umfrage beim Filmabend neulich unter eher un-intellektuellen Jurastudenten waren 50% für die deutsche Synchronfassung.
Und das sind alles Leute mit Abitur, min. 5 Jahren Englischunterricht und zweiter Fremdsprache.
Du glaubst doch nicht ernsthaft, "die meisten jungen Leute" (also auch nicht-jetzt.de-Nerds) würden lieber in Originalsprache gucken? Wenn das wäre, dann würden doch die Verleihfirmen auf die Übersetzung entsprechendr Filme verzichten.

Ordentlicher Journalismus besteht auch in Recherche, nicht nur in Befindlichkeits-Geschreibe.

regenbogenregina
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12.07.2008 - 13:13 Uhr
regenbogenregina

ach naja, manche dinge kommen schon besser rüber in originalversion. aber ich habe auch nichts gegen eine gut gemachte synchronisation, da muss ich mich wenigstens nicht anstrengen, um die schauspieler zu verstehen; was im original leider doch ziemlich oft der fall ist.

silanea
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12.07.2008 - 19:28 Uhr
silanea

"Und wenn dafür in Deutschland auf langwierige Synchronisation verzichtet werden müsste, dann kann man schnell noch die gute Nachricht verkünden: die meisten jungen Menschen würden sowieso mit Handkuss darauf verzichten."

Definiere "junge Menschen". Da muss noch irgendwo eine Einschränkung weggelassen worden sein, wie etwa "in der Jetzt-Redaktion". Ich erlebe bei jedem Videoabend wieder den Kulturkampf über die Wahl der Filmsprache. Und das wohlgemerkt bei einem Abiturientenanteil von meist 100%.

Nicht jeder kann Englisch ausreichend flüssig um authentischem Ton in Echtzeit zu folgen - und das auch noch so mühelos, dass man darüber noch den Film genießen kann.

le-ben
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12.07.2008 - 21:53 Uhr
le-ben

ich würd auch mit handkuss drauf verzichten. und ich bin auch meist total vorgesättigt, was teaser, trailer, teaser-trailer usw angeht. kann mich in den artikel sehr kuschelig reinfühlen. ja.

wendehals
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Mag ich Mag ich nicht

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12.07.2008 - 22:31 Uhr
wendehals

@le-ben: Genau das ist aber das Problem des Artikels: Entweder man kann sich "kuschelig reinfühlen", oder nicht.
Informiert wird man in keinem Fall.

joni
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Mag ich Mag ich nicht

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12.07.2008 - 22:56 Uhr
joni

word!
her mit den filmen (auf englisch!)

MorbusBahlsen
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13.07.2008 - 02:08 Uhr
MorbusBahlsen

Die OV-Vorstellungen, die es nur zu Blockbustern gibt, sind ja auch regelmäßig brechend voll... haha...

Davon ab, da gab's vor nicht allzu langer Zeit mal einen heiß diskutierten "Fall für zwei" hier auf jetzt.de - da sind viele für's und wieder's aufgezählt.

Falls mal jemand auch nach Gründen sucht, die im Artikel nicht zur Sprache kommen: Die Gewinnmaximierung der Verleiher sieht vor, nur möglichst rentabel viele Kopien eines Films auf den Markt zu werfen. Wenn der also in den USA / LA floppt, ist die Chance äußerst gering, dass er in D noch was wird. Die positive Werbung aus den USA zieht womöglich weit mehr Leute ins Kino als man meinen möchte. Überhaupt wird heutzutage ein Film eigentlich nur noch soviel, wie der Werbeetat dafür hergibt. Qualität spielt selten eine Rolle dabei.

Ganz so dumm sind die Filmemacher also nicht, wenn sie auf die weltweite Mund-zu-Mund-, äh sorry, Blog-zu-Blog-Propaganda bauen. Nur selten nützlich für die weniger werbungsresistenten Webnutzer unter uns.

MrSaintTropez
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Mag ich Mag ich nicht

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14.07.2008 - 14:22 Uhr
MrSaintTropez

Der Film heisst übrigens The Dark Knight und nicht Batman - The Dark Knight

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