Geht’s jetzt bald mal los mit den modernen Zeiten im Kino bitte?!
Warum müssen wir eigentlich so lange darauf warten, bis bei uns Filme anlaufen? Und warum kann man da nichts dagegen machen?
Es ist keine Neuigkeit mehr, man muss es aber wohl doch mal wieder sagen: Wir sind im Internet-Zeitalter angekommen. Diese Erkenntnis scheint nämlich bis zu den Film-Verleihern noch nicht so recht angekommen zu sein. Statt den Regeln des weltumspannenden Netzes zu gehorchen, leben die weiterhin in einem Kleinstaaten-Denken. Aktuelles Beispiel: Der große Sommer-Blockbuster „Batman – The Dark Knight“. Der kommt in Amerika am kommenden Freitag in die Kinos – in Deutschland muss man sich noch bis zum 21. August gedulden. Das wäre nun an und für sich kein großes Problem, wenn es eben nicht das Internet gäbe. Dort kann jeder, der sich ein bisschen Englisch draufgeschafft hat, alles, aber auch wirklich alles über den Film erfahren. Die Trailer sind seit Monaten zu sehen, die Online-Ausgaben der Zeitungen überschlagen sich in Vorbesprechungen, gute Internet-Seelen scannen Interviews mit den Darstellern und stellen sie ins Netz und sogar die ersten fünf Minuten des Films konnte man sich online schon ansehen. Man muss gar kein Fan sein, um sich von der Aufregung, die da herrscht, anstecken zu lassen.
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"Und wenn dafür in Deutschland auf langwierige Synchronisation verzichtet werden müsste, dann kann man schnell noch die gute Nachricht verkünden: die meisten jungen Menschen würden sowieso mit Handkuss darauf verzichten. "
Liebe Penny-Dreyer, was ist den ausgerechnet der letzte Satz für eine wilde Behauptung? Bei einer nichtrepräsentativen Umfrage beim Filmabend neulich unter eher un-intellektuellen Jurastudenten waren 50% für die deutsche Synchronfassung.
Und das sind alles Leute mit Abitur, min. 5 Jahren Englischunterricht und zweiter Fremdsprache.
Du glaubst doch nicht ernsthaft, "die meisten jungen Leute" (also auch nicht-jetzt.de-Nerds) würden lieber in Originalsprache gucken? Wenn das wäre, dann würden doch die Verleihfirmen auf die Übersetzung entsprechendr Filme verzichten.
Ordentlicher Journalismus besteht auch in Recherche, nicht nur in Befindlichkeits-Geschreibe.
Definiere "junge Menschen". Da muss noch irgendwo eine Einschränkung weggelassen worden sein, wie etwa "in der Jetzt-Redaktion". Ich erlebe bei jedem Videoabend wieder den Kulturkampf über die Wahl der Filmsprache. Und das wohlgemerkt bei einem Abiturientenanteil von meist 100%.
Nicht jeder kann Englisch ausreichend flüssig um authentischem Ton in Echtzeit zu folgen - und das auch noch so mühelos, dass man darüber noch den Film genießen kann.
Informiert wird man in keinem Fall.
her mit den filmen (auf englisch!)
Davon ab, da gab's vor nicht allzu langer Zeit mal einen heiß diskutierten "Fall für zwei" hier auf jetzt.de - da sind viele für's und wieder's aufgezählt.
Falls mal jemand auch nach Gründen sucht, die im Artikel nicht zur Sprache kommen: Die Gewinnmaximierung der Verleiher sieht vor, nur möglichst rentabel viele Kopien eines Films auf den Markt zu werfen. Wenn der also in den USA / LA floppt, ist die Chance äußerst gering, dass er in D noch was wird. Die positive Werbung aus den USA zieht womöglich weit mehr Leute ins Kino als man meinen möchte. Überhaupt wird heutzutage ein Film eigentlich nur noch soviel, wie der Werbeetat dafür hergibt. Qualität spielt selten eine Rolle dabei.
Ganz so dumm sind die Filmemacher also nicht, wenn sie auf die weltweite Mund-zu-Mund-, äh sorry, Blog-zu-Blog-Propaganda bauen. Nur selten nützlich für die weniger werbungsresistenten Webnutzer unter uns.
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12.07.2008 - 00:20 Uhr
Gent
ist doch klar: das machen wegen weil mit genau den Auswirkungen, wie Du sie beschrieben hast - keiner schaut sich den mehr, nur noch auf DVD oder verhackstückt in der Werbung. Am Ende dann ist das Internet schuld (böse.böse) und die Lobby hat was zum lobbyieren und das Internet wird immer mehr und mehr reglementiert. Wegen der Rechteinhaber. Nein, falsch, wegen der Künstler! Zumindest werden die gerne vorgeschoben. Wie auch immer, hauptsache immaterielle Eigentümer jeglicher Couleur werden staatlich geschützt.
*Verschwörungsmode.off*
Vielleicht entdecken die Herrschaften ja mal den Zusammenahng zwischen Angebot und Nachfrage in einer globalen Informationsgesellschaft. Das Internet hat keinen Region-Code, der Kapitalismus ist entfesselt und beugt sich nicht den Marktschaffenden sondern den Marktnutzenden - zumindest machmal.