08.07.2008 - 10:37 Uhr

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Presseerklärung der Roten Flora - 06.07.08 -

Text: Fundus in Fabelhafte_Widerstands-Welt (72)



Da von den Mainstream-Medien mittlerweile niemand mehr (recherchierte Artikel) verlangt, schreiben sie nur die Inhalte der Polizei ab.
Um einen Versuch des Gegenpols zu wagen, sende ich Euch die PM der Roten Flora zu den Vorfällen vom gestrigen Tage.

Um es vorweg zu nehmen: Zur Spontandemonstration am Abend kamen etwa 600 Rote Flora Unterstützer.
Die Demonstration war wie üblich mit u.a. folgenden Auflagen der Polizei durchzuführen:
- keine Seitentransparente
- Transparente dürfen die Länge von 1,5 m nicht überschreiten
- hüpfen und sprinten ist nicht erlaubt (ja, diese Auflage haben wir
auch immer!)
- Seile sind nicht erlaubt
- auf der Stresemannstr. darf nur 1 Fahrstreifen genutzt werden
(obwohl die gesamte Str. gesperrt war)
- etc pp.

________Presseerklärung der Roten Flora_________

Heute Morgen um 6.30 Uhr wurde die Rote Flora nach einem Vorfall auf dem Schulterblatt von der Polizei umstellt. Nachdem eine Frau dort von einem Mann attackiert wurde, eilten mehrere Besucher_Innen der Roten Flora der Frau zu Hilfe. Als die Polizei eintraf, nahm sie aus unerfindlichen
Gründen nicht nur den Angreifer, sondern auch einen der Helfenden fest.
In diesem Zuge kam es zu einer Auseinandersetzung mit umstehenden Personen. Unter der dem Vorwand, in der Roten Flora angeblich Beteiligte dieser Auseinandersetzung festnehmen zu wollen, wurde die Rote Flora umstellt.
Zu diesem Zeitpunkt befanden sich nur noch einige Personen in den
Räumlichkeiten der Roten Flora. Da sich die noch anwesenden Partygäste weigerten, freiwillig ihre Personalien der Polizei auszuhändigen, wurde mit einem immensen Aufgebot inklusive Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE), Wasserwerfer und Hubschrauber, die Flora gestürmt. Nach diesem gewaltsamen Eindringen wurden alle noch in der Roten Flora befindlichen Personen vorläufig festgenommen. Entgegen aller Absprachen mit anwesenden Anwälten und trotz vorhandener Schlüssel wurden im Inneren etliche Türen von der Polizei mutwillig zerstört und alle Räume durchsucht.
Auftakt der ganzen Aktion war ein sexistischer Übergriff auf eine Frau, der mehrere Personen zu Hilfe eilten. Diese Einmischung in sich alltäglich abspielenden gewalttätige Übergriffe halten wir für
unverzichtbar und vertreten diesen Anspruch auch offensiv in unserem Projekt. Die Polizei reagierte auf diesen Vorfall reflexhaft mit einem Angriff auf Besucher_Innen der Roten Flora und dem Projekt als Ganzen.
Wir sehen darin eine Fortsetzung der in dieser Stadt vorherrschenden repressiven Linie gegen die Rote Flora im Speziellen und linken Projekten im Allgemeinen.

Wir fordern die sofortige Freilassung der Festgenommenen und die
Einstellung aller eingeleiteten Verfahren gegen die Besucher_Innen der Roten Flora.
Für die Einmischung in alltägliche Gewaltverhältnisse und eine
antisexistische Praxis immer und überall!

Demonstration 06.07., 19:00 Uhr ab Rote Flora

Rote Flora, 6.7.2008


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6 Kommentare

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gewitterhexe
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Mag ich Mag ich nicht

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07.07.2008 - 13:27 Uhr
gewitterhexe

das sind ja zustände in hh... unglaublich!

mr_mulilo
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Mag ich Mag ich nicht

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07.07.2008 - 13:40 Uhr
mr_mulilo

Naja, die Polizei (gerade mal ein Streifenwagen am Anfang) wurde attakiert als sie den Typen festnehmen wollte.
Der Mann wurde "befreit" und flüchtete ins Haus....was erwarten die Leute da?

Die Polizei wird nicht gerade sagen "Was solls, dann eben nicht"
Natürlich neigen die Jungs in Blau zu übertriebene Härte bei Linken und Fussballfans...aber manchmal darf man sich schon auch an die eigene Nase fassen!

Fundus
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Mag ich Mag ich nicht

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07.07.2008 - 13:48 Uhr
Fundus

Du hast also auch den Polizeipressetext gelesen.

cinematic
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Mag ich Mag ich nicht

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07.07.2008 - 22:51 Uhr
cinematic

*)

HerrIrgendwoAnders
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08.07.2008 - 18:56 Uhr
HerrIrgendwoAnders

Leider ist wahr, dass die Zeitungen eher den Polizeimitteilungen Gehör schenken, als den Gegendarstellungen, vermeintlich auch in der Angst, selbst in eine politische Ecke gedrängt zu werden. Statt dessen erklären sich die Redaktionen auf diese Weise eins mit den Interessen der Polizei.

Der andere kritische Punkt an der Geschichte ist der, dass die Polizei fest davon ausgeht, der einzige Ansprechpartner zu sein, wenn irgendwer auf irgendwen übergreift. Solidarität und Hilfe für Opfern wird nicht belohnt, sondern bestraft. Somit sind alle Appelle an ein sogenanntes "mehr an Zivilcourage" von Seiten Staatsoffizieller wohl eher als Aufforderung sich selbst zu verhaften zu sehen.

Fundus
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08.07.2008 - 23:42 Uhr
Fundus

Danke, dass Du auch Zivilcourage ansprichst. Solltet Ihr die Veränderungen durch Gentrification (ja, auch die Fastfoodkette hat sich hier nun angekündigt) hier in HH / Schanze in irgendeiner Form wahrgenommen haben, dann ist Euch sicherlich auch aufgefallen, dass immer mehr Kiezcharakter Einzug erhält. Kiezcharakter, damit meine ich saufende Leute aus anderen Stadtteilen, die herum grölen. Vielleicht ist es in der Schanze auch durch die Videoüberwachung auf dem Kiez und den ständigen Kontrollen durch die Polizei noch mehr geworden. Wer hat da schon Lust drauf? (Aber sicher wollen ja immer alle sein...)
Wo sich saufende Leute mit Egoproblem aufhalten sind Schlägereien nicht weit. Was ist also mit diesem Wandel zu tun? Schlägereien / sexistische Übergriffe ignorieren?
Erst kürzlich erzählte mir eine Freundin, ein junger Mann hatte sich hilfesuchend an sie und Umstehende gewandt, da er auf der gegenüberliegenden Seite eine aufkochende Schlägerei mitbekam. Er wandte sich an Leute, die verweigerten aber ihre Hilfe. "Nee, kein Bock auf so nen Stress jetzt" und ließen ihn allein.

Zum einen frage ich mich, warum immer gleich die Bullen gerufen werden sollen. Fühlt sich überhaupt keiner mehr in der Lage eine Situation zu klären?
Kann man auch noch sprechen? Kann man sich vielleicht auch mal mit vielen verbünden und gemeinsam hingehen?
Wenigstens mal hingehen und horchen, ob man es lösen kann. Wenn nicht, dann kann sich die Staatsmacht darum kümmern.
Aber völlig ignorieren?! Hilfe abschlagen?!
Später ziehen sich die Leute (wenn sie nicht geholfen haben) wieder mit dem Satz aus der Affäre - er hätte ja ein Messer haben können... Selbstschutz geht vor, aber es geht nicht gar nichts zu tun - und irgendwas ist immer möglich. Sei es, andere anzusprechen und zu rufen, das potentielle Opfer anzusprechen usw...
Was die Polizei sich am Sonntag mit ihrer Kampagne wieder geleistet hat, setzt mal wieder ein falsches Zeichen. Helfen ist nicht. Und dann wird es noch instrumentalisiert..Dies sind meine Gedanken bzgl. Zivil Courage.
Die Taz hat heute in ihrem Artikel Sprechern aus der Roten Flora ein Forum gegeben. Liest sich anders als von der Polizei rausgegeben.
http://www.taz.de/regional/nord/nord-akt...

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