Gipfelsturm - das EM-Tagebuch - Tag neunzehn
Text: Digital_Data
Die Angst vor dem Gegner! Das kommt davon, wenn man in einem Turnier zweimal gegen den selben Gegner spielt. Obwohl Niederlande mindestens so stark einzuschätzen war wie die Spanier, spielte die Auftaktniederlage eine größere Rolle wie erwartet. Während man bei Holland sagen konnte, die kochen auch nur mit Wasser, wusste man, dass man gegen Spanien schon einmal verloren hatte.
Die Russen waren, getreu nach dem Motto "die meisten Fehler machen die Trainer", diesmal viel zu defensiv eingestellt. Besonders das Mittelfeld hing zu weit hinten und beschäftigte sich zu viel mit Abwehrarbeit. Dadurch hingen zum einen die Stürmer zu sehr in der Luft und wurden nicht ausreichend versorgt, vor allem aber gab es zu wenig Balleroberungen. Waren die Spanier im Angriff und ein Verteidiger der Russen köpfte den Ball raus, dann kam er fast immer wieder zu einem Spanier, weil die Russen diesen Bereich den Spaniern überließen und das Mittelfeld zu weit hinten stand, als das sie diese Bälle hätten aufnehmen können. Im Angriff der Russen das selbe Bild, ein Spanier mit Fuß oder Kopf dazwischen genügte um den Ball im hinteren Mittelfeld der Spanier wieder zu kontrollieren, da, selbst wenn Russland im Angriff war, die Stürmer und Mittelfeldspieler zu weit auseinander waren. Was gegen die Niederlande noch so gut funktionierte, war gegen Spanien nicht mehr existent.
3:0 David Silvy (©Getty Images)
Das ging in der ersten Halbzeit noch gut, aber in der zweiten Halbzeit verloren die Spanier mehr und mehr den Respekt und stürmten mit immer mehr Spielern und stellten so ein besseres Angreifer-Verteidiger-Verhältnis her. So standen beim 2:0 acht russischen Spielern in und am Strafraum sechs Stürmer entgegen. Und plötzlich wird das ganze trotz massierter Deckung nicht mehr beherrschbar. Man muss einer Mannschaft wie Spanien auch auf dem Feld Respekt einflößen, das taten die Russen nicht und brachten so die Spanier immer besser ins Spiel.
Schade, dass sich Russland nicht traute so gegen Spanien zu spielen, wie man schon gegen die Niederlande erfolgreich war. Durch die dauernden Konter hätte man Spanier hinten gebunden, die dann vorne nicht verfügbar gewesen wären. So hat man nicht gut gespielt und 3:0 verloren, da hätte man auch mit wehenden Fahnen aber erhobenen Hauptes untergehen können.
Digital_Data
Das Bild ist von hier:
http://en.euro2008.uefa.com/tournament/m...
Neue Texte zum Label 'Euro08':
Textoptionen
0
05.07.2008 - 11:03 Uhr
soulfool