Gipfelsturm - das EM-Tagebuch - Tag achtzehn
Text: Digital_Data
Das hätte böse enden können ;-). Die Anfangsphase der deutschen Mannschaft war schlicht katastrophal. Wie schon mehrfach angesprochen, glich die deutsche Hintermannschaft mehr als einmal einem unsortierten Hühnerhaufen. Keine Zuordnung, keine Übernahme, kein Doppeln (wie Jürgen Klopp schön erklärt hat) und einfach irgendwie immer etwas langsamer. Der erste Lattenknaller, der überraschend offensiv eingestellten Türken, war dann auch schon heftig und hätte ein Tor verdient, war einfach zu schön mit einer super geilen Hintertorkamera. Allerdings frage ich mich etwas, ob die Türken wirklich so offensiv sein wollten oder von den Deutschen fast in diese Rolle gezwungen wurden. Beim 1:0 wurde es dann aber noch deutlicher, dass wirklich alle deutsche Spieler den Ablauf nur beobachteten und immer mindestens einen Schritt zu spät kamen.
Philipp Lahm (©Getty Images)
Einziger Lichtblick der deutschen Mannschaft scheint weiterhin die Chancenauswertung zu sein. Aus den wenigen sich bietenden Chancen macht die deutsche Mannschaft meistens ;-) genug Tore um dann das Spielfeld doch noch als Sieger zu verlassen. Dabei wird ihr vom Gegner immer wieder stark geholfen. Bei den Türken sind hier sicher individuelle Fehler zu nennen. Beim 1:1 war die türkische Mannschaft schlicht zu weit aufgerückt und ermöglichte so einen sehr schön vorgetragenen Konter, allerdings fragt man sich wo die Stürmer der deutschen Mannschaft bleiben, da diese Aktionen anscheinend immer Schweinsteiger abschließen muss. Den Kopfball von Klose hätte der türkische Torwart Rüştü Reçber sicher auf der Linie gehalten, er war weder platziert noch scharf.
Beim zwischenzeitlichen 2:2 der Türken offenbarte unsere Mannschaft dann auch wieder Schwächen. Das dieser Ball ins kurze Eck geht ist einfach unglaublich. Schon Lahm läßt sich mit einem Bauerntrick fangen und zu sicher ist sich die Hintermannschaft, zu überrascht über das reinspitzeln. Doch das vierte Comeback der Türken scheiterte dann an einem schönen Spielzug und Philipp Lahm bügelte seinen Fehler wieder aus.
Semih Şentürk zum 2:0 (©Getty Images)
Bleibt noch die Übertragung zu erwähnen, die doch sehr mit Problemen kämpfte und so sahen wir zumindest teilweise schweizer Bilder mit einem Kommentar, der die Aktionen mit leichtem Vorsprung schilderte. Endlich war der Reporter mal auf der Höhe der Situation. Vielleicht sollte man ihm diesen zeitlichen Vorsprung immer gewähren. Zum Finale bleibt zu sagen, da ist noch viel Arbeit in der Abwehr, schließlich haben wir in den letzten vier Spielen sechs Tore kassiert, dass ist einfach zu viel und kann nicht auf Dauer gut gehen. Das wir im KO-System die zwei obligatorischen Gegentore immer mit einer sehr guten Chancenverwertung ausgleichen wird nicht immer der Fall sein.
Digital_Data
Das Bild ist von hier:
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05.07.2008 - 10:56 Uhr
soulfool
was mich auch noch fertig gemacht hat und an den rande eines nervenzusammenbruches: phillip lahm. himmel und hölle. aber das macht ja fußball auch so schön.
der schiedsrichter war diesmal auch wieder unterirdisch.
und: italien hat sich für die deutschen gefreut und forzza ballack hab ich an dem abend mehr gehört als "ballack ist gut" während der ganzen em von den deutschen fans. soviel zum internationalen wahrnahmungsunterschied...