Die Welt als Halle und Vorstellung
Sebastian Sooth hat mit Freunden das Hallenprojekt entwickelt - ein Zukunftsmodell für Latte-Macchiato-Trinker in Berlin Mitte?
Im November 2006 erschien das Buch „Wir nennen es Arbeit“. Darin propagierten die Autoren Holm Friebe und Sascha Lobo die „Digitale Bohème“, eine junge, flexible Elite, die außerhalb fester Arbeitsverhältnisse in kreativen Berufen arbeitet; Freie Grafiker, Webdesigner, Journalisten und Werbetexter, die selbst Dauer, Intensität und Zeit ihrer Arbeit bestimmen. Was prophetisch begann, endete in einem satirischen Stereotyp: dem urbanen Penner, der stundenlang umgeben von Apple-Produkten im Berlin-Mitte-Starbucks an seinem Latte Macchiato schlürft. Sebastian Sooth, 30, und seine Freunde sind nun dabei, das Modell der Digitalen Bohème weiterzuentwickeln. Kennengelernt haben sie sich im vergangenen Jahr auf dem 9to5-Festival. Jetzt wollen sie die digitale Arbeit zurück in die reale Welt holen - mit dem Hallenprojekt. Sebastian, was ist das Hallenprojekt? Das ist ein Zusammenschluss von Menschen, die einerseits keine Lust haben, immer im selben Großraumbüro oder nur in der eigenen Wohnung zu arbeiten. Auf der anderen Seite wollen wir eine Umgebung schaffen, die professioneller ist als der nächste Starbucks mit WLAN. Oasen der Arbeit sozusagen. Wie sieht so ein Arbeitsplatz denn aus? Er besteht aus einem richtigen Stuhl, einem großen Tisch für mehrere Leute, Internetanschluss und vielleicht einem Drucker. Vielleicht? Naja, bis jetzt gibt es diese eine Halle noch nicht. Wir sind gerade dabei, verschiedene Hallen auszukundschaften. Aber so ist das Projekt auch nicht gedacht. Wir möchten eher eine Vielzahl von flexiblen Orten, an denen wir zusammen arbeiten können. Bis jetzt treffen wir uns meistens in der oberen Etage des Cafe St. Oberholz in Berlin Mitte. Das ist mittlerweile das zentrale Cafe, in dem sich Laptop-Arbeiter aus der ganzen Welt treffen. Hallenprojekt.de ist am ehesten mit einer Fahrgemeinschaft zu vergleichen. Unser Ziel ist es, dass es irgendwann in der ganzen Stadt im Umkreis von zehn Minuten einen Arbeitsplatz gibt. Wer macht bei euch mit? Wir sind momentan etwa 40 Personen. Natürlich sind die meisten in irgendeiner Art Freelancer, also Künstler, Werber, Journalisten oder Webdesigner.
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aber in zeiten von wlan könnte es aber funktionieren.
jurette sagte:
und was unterschiedet das jetzt so genau von der klassischen Bürogemeinschaft? Die Anzahl der Leute, oder?
wenn ich das richtig verstanden habe, ist das system ein flüchtigeres. du kannst da halt mal nur ein paar tage arbeiten. es ist eher ein ort, wo man hin kann, aber eben nicht muss. bedeutet vor allem: man spart sich die hohe monatsmiete. das ist gleichzeitig natürlich der punkt, der für die macher am problematischsten sein wird: das alles zu kalkulieren ohne zu wissen, wieviel geld da reinkommt.
aber wie gesagt: ich würd's machen.
Konsequenz aus der gewachsenen Mobilität der Arbeits-
bzw. Kommunikationsinstrumente.
Es geht dabei jedoch um nicht weniger,
als die Emanzipation einer ganzen Generation junger Menschen
welche sich mehr und mehr zutraut,
die sozio-ökonomischen Grundlagen des Arbeitsplatzes
und der Erwerbstätigkeit zu hinterfragen und sie gemäß
ihren gewachsenen Ansprüchen neu zu definieren.
Was mich nervt sind Begriffe wie "Urbane Penner",
weil solche dümmlichen, vermeintlich kreativen Worthülsen
einfach nur die Engstirnigkeit und das Revanchistische Denken
ihrer Urheber entlarven.
Das Bedürfnis nach Stigmatisierung
einer Generation die nicht bereit ist, die tradierten aber
eben auch festgefahrenen Werte einer
Bürokratiegeprägten Gesellschaft zu übernehmen,
scheint offenbar immens zu sein.
kennt doch jeder, das gefühl, zu hause nicht weiter zu kommen!
und in cafes ist es oft dann noch laut und es fehlt dann dopch manchmal der schreibtisch.
ist doch perfekt, wenn man dann die wahl zwischen mehreren "Büros" in der nähe hat, die man für ein paar stunden, vll auch mehrere tage hintereinander nutzen kann.. da dann evtl. sogar noch interessante und/oder nützliche menschen kennenlernt. und abends, wenn man nach hause kommt, ist es fast wie ein richtiger feierabend!








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24.06.2008 - 21:25 Uhr
MissCellaneous