23.06.2008 - 19:00 Uhr

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"Superman kriegt alle. Clark Kent gar keine"

Text: xifan-yang - Illustration: Katharina Bitzl

Manche brauchen eben ein bisschen Hilfe: Die "Pickup"-Methode soll erfolglose Jungs an die Frau bringen. Zwei "Verführungskünstler" erklären, warum man Mädchen keinen Drink spendieren darf.

Pick Up Artists, auch PUAs genannt, sind eine Gemeinschaft von „Verführungskünstlern“, die streng methodisch Frauen aufreißen. Bekannt wurde die „Seduction Community“ durch Bücher der Szene- Protagonisten Neil Strauss alias Style und Erik von Markovik alias Mystery. Die Bestsellertitel lauten „Die perfekte Masche“ oder „Wie sie jede Frau rumkriegen – egal wie sie aussehen“. Mystery hat seit einiger Zeit eine eigene Show auf MTV, in der er erfolglosen Typen zeigt, wie man an die Frau kommt. Die deutsche Community trifft sich einmal im Jahr auf einem mehrtägigen „Pick Up Kongress“. Diesen August findet er in München statt. Die Gymnasiasten Jonas und Cornelius, beide 18, sind Mitglieder der Münchner Pick Up-Gruppe „Munich Lair“. Wir haben mit ihnen gesprochen.

Ihr trefft euch nachmittags am Fischbrunnen und geht in der Innenstadt Mädchen aufreißen. Wie läuft das ab?
Jonas: Wir sprechen einfach Frauen auf der Straße an. Sargen nennen wir das.
Cornelius: Wir teilen uns in mehrere Gruppen auf und ziehen dann los. Eine Stunde später treffen wir uns, tauschen unsere Field Reports aus und beraten uns.

Das hört sich ziemlich organisiert an.
Jonas: Pick Up-Communities gibt es eigentlich in jeder größeren Stadt. Die Münchner Szene ist mit circa 300 Leuten recht groß. Dieses Jahr findet in München auch der deutsche Pick Up-Kongress statt.

Warum Pick Up?
Cornelius: Das ganze Spiel, Frauen aufzureißen, entwickelt sich extrem schnell, und man muss immer einen Schritt voraus sein als der Durchschnittsmensch. Heutzutage wird eine Frau im Club zwanzig Mal angemacht. Da muss man sich was ausdenken.
Jonas: Als die Beziehung zu meiner Ex in die Brüche gegangen ist, kam Cornelius an und sagte: Hey, vergiss die eine. Du kannst viel mehr haben. Damit hat er mich für Pick-Up gewonnen. Am Anfang war es Ablenkung und mittlerweile...
Cornelius: ...ist es ein Lifestyle geworden.

Was sind das für Leute, die bei euch mitmachen?
Jonas: Um ehrlich zu sein: Hauptsächlich verzweifelte Typen. Wie bei einer Selbsthilfegruppe.
Cornelius: Die Klischees treffen total zu. Pick-Upper sind zu 90 Prozent Computerfreaks, Loser, Nerds. TU-Studenten.
Jonas:Ok, das rückt jetzt alles in ein schlechtes Licht. Aber die Anfänger, die zu uns hinkommen, das sind eben genau solche Typen. Die brauchen Hilfe.



Und die bekommen sie dann bei euch.
Jonas: Da sind 25-jährige männliche Jungfrauen dabei, die haben noch nie eine Frau angefasst. Für die sind Frauen fremde, unerreichbare Wesen.
Cornelius: Manchmal stehen bis zu zwanzig Newbies pro Woche am Fischbrunnen herum. Pick Up bringt ihnen bei, wie sie Frauen beeindrucken können.

Ist Pick Up also eine Methode, um an schnellen Sex zu kommen?
Cornelius:Erstmal geht es um Sex. Man kann lernen, wie man jede ins Bett kriegt. Eine Beziehung steht zunächst nicht im Vordergrund.
Jonas: Das ist das, was die verzweifelten Typen wollen. Man zieht sich so etwas wie eine Ritterrüstung an, malt sich an, und damit kriegst du die Frauen. Das bist aber nicht du selbst. Das ist wie bei Superman. Superman kriegt Lois Lane und Clark Kent kriegt gar keine.
Cornelius: Bevor man eine Frau anspricht, denkt man sich Sprüche und Strategien aus, wie man sie erobern kann.

Auf der nächsten Seite: Jonas und Cornelius erklären den bewährten Triangelblick und die Polarität zwischen Mann und Frau
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xifan-yang

ist jetzt-Mitarbeiterin und hat diesen Beitrag verfasst.