Die Hochzeitskolumne. Heute: Sitzordnung. Und wer kommt überhaupt?
Theresa heiratet. Jede Woche ein bisschen mehr.
Vor ein paar Wochen war zwischen Johannes und mir ein verbal ausgetragener Kleinkrieg um die Gästeliste ausgebrochen. Angesichts eines drohenden Bankrotts versuchten wir, uns gegenseitig ein paar Gäste madig zu machen. („Den hast du doch seit fünf Jahren nicht mehr gesehen!“; „Wer is´n das überhaupt?“); nicht etwa aus Boshaftigkeit oder mangelnder Wertschätzung, sondern lediglich aus dem diffusen Gefühl heraus, dass die Gästeliste aus dem Ruder zu laufen drohte. Aus dem gegenseitigen Wegrationalisieren wurde dann aber doch nichts. Denn wen man gern dabeihaben will, den sollte man unbedingt einladen. Und wer diese Regel für sich selbst in Anspruch nimmt, der muss sie natürlich für den anderen ebenso gelten lassen, das mussten wir beide kleinlaut zugeben. Wir haben die Einladungen Ende April verschickt, inklusive der Bitte, uns bis Ende Mai Bescheid zu geben, ob wir mit der jeweiligen Anwesenheit rechnen dürfen oder nicht. Von 130 eingeladenen Gästen haben sich bis jetzt etwa 20 zurückgemeldet. Der erste war, einen Tag nachdem ich die Einladungen zur Post gebracht hatte, Onkel Volker, einer derjenigen Gäste, von denen ich mir heimlich gewünscht hatte, dass sie rein zufällig verhindert sein könnten. Kur. Fortbildung. Nordic Walking im Allgäu. So was in der Art. Wäre zu schön gewesen.
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macht ihr denn ein "brautverziehen"? da mischt sich immer alles gut durch, und beim gesteigerten weinkonsum kommt man sich schnell näher.
also, ich war schon auf hochzeiten, auf denen sich jeder ganz friedlich seine Platz selber aussuchen durfte, ganz ohne Prügelei.
Dein Szenario klingt in der Tat nach einem Haufen 9.Klässler, aber aus der Kategorie werden ja vielleicht nicht allzuviele vertreten sein.
Es gibt kaum etwas Schwierigeres, als gute und unkomplizierte Gäste strategisch so zu plazieren, daß sie alle komplexen familiären Situationen meistern.
Wer kann schon über alles anregend plaudern und die Gäste in Kontakt bringen?
Zugleich kann man aber auch einmal so seinen Bekannten- und Feundeskreis überprüfen, wie weit er eigentlich zukunftsträchtig und der eigenen persönlichen Weiterbildung dienlich ist.
wir waren bei einer hochzeit und wurden zu den überkreuz cousins an den katzentisch verfrachtet. es war SO FURCHTBAR, man hatte sich nichts zu sagen und alle, mit denen man hätte reden können waren am anderen ende des saales plaziert worden.
neulich war ich auf ner hochzeit, wo das brautpaar übrigens etwas sehr schönes gemacht hat: sie haben eine halbe stunde lang jeden gast einzeln der versammelten mannschaft vorgestellt. jeder musste nacheinander aufstehen und entweder bräutigam oder braut haben einen kurzen satz zu der person gesagt. was dann dazu führte, daß leute von zwei tische weiter auf einmal riefen "ach, dann hab ich doch richtig gesehen!" oder "waaaaas, du bist das!"
kikuju sagte:
bittebittebitte macht keinen singleunverheiratetereste tisch!wir waren bei einer hochzeit und wurden zu den überkreuz cousins an den katzentisch verfrachtet. es war SO FURCHTBAR, man hatte sich nichts zu sagen und alle, mit denen man hätte reden können waren am anderen ende des saales plaziert worden.
Und ihr schafft es nicht Spaß zu haben ?
Wenn man seine Leute kennt, dann weiß man wer mit wem kann, auch ohne das sich die betreffenden Personen kennen. Und ich finde es am schlimmsten, wenn ich Hochzeiten verlasse und niemand neuen wirklich kennen gelernt habe und dabei meine ich, dass ich die Gelegenheit hatte mich länger mit der Person zu unterhalten. Man sollte da die Kommunikationsfähigkeit der meisten Leute nicht unterschätzen. Naja, beim Rest sollte man auch das einschätzen können.
So Aktionen, wo man den Ort wechselt und sich eine neue Sitzordnung ergibt sind gut, da muss ich -wolkenkatze- Recht geben.
Digital_Data
Oder Tante Maria paßt nirgends.
Muß aber sein, sonst hocken imer die gleichen zusammen und ein trappistenhaft schweigsamer Fremdel-Sonderlingstisch bleibt übrig.
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17.06.2008 - 19:40 Uhr
frzzzl
Was soll denn der Stuss? Die Gäste werden ja wohl in der Mehrheit groß genug sein, sich irgendwo hinzusetzen, wo sie glücklich sein können!