17.06.2008 - 19:00 Uhr

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Hippiereise im klimatisierten Bus

Text: xifan-yang

In 14 Wochen halb um die Welt: Ein Reiseunternehmen bietet "Busabenteuer" von Berlin nach Sydney an. Wie funktioniert das? jetzt.de sprach mit Alexander Oberberg von OZ Bus.

In 14 Wochen von Berlin nach Sydney. Das mutet im Jahr 2008 fast schon prähistorisch an. Die Leute fliegen bei uns nicht einfach über verschiedene Länder hinweg, sondern reisen wirklich. Wir fahren mit unseren Gästen durch Tigerreservate, kommen am Fuß des Mount Everest vorbei und besichtigen das Taj Mahal. Wir verkaufen unsere Reisen als Abenteuer. Es ist kein Trip, bei dem man die Füße hochlegen kann. Jeder weiß das, und dementsprechend muss auch jeder mit anpacken. Auf unserer Reise gibt es Küchendienste, jeder ist mal an der Reihe, den Bus zu beladen. Es ist auf jeden Fall kein relaxter Urlaub.
Seit wann gibt es euer Angebot? Angefangen hat es mit der Strecke London - Sydney vor zwei Jahren. Als es immer besser lief, kamen auch mehr und mehr Anfragen aus Deutschland, obwohl wir hier gar keine Werbung geschaltet haben. Die Leute sind extra nach London gefahren, um mitfahren zu können. Das Interesse war ziemlich groß, jetzt bieten wir eben die Trips auch aus Berlin an. Unsere Reisen sollen ein Kick sein. Das kann man zwar auch alleine auf eigene Faust machen, dann wird’s aber teuer. Was kostet die Reise denn bei euch? 4950 Euro, für Studenten 200 Euro weniger. Gar nicht so wenig für eine Reise, für die man auch sein eigenes Zelt mitbringen muss. Rund 5000 Euro sind schon ganz ok für so eine lange Reise. Wir zelten ja auch nur ein Drittel der Zeit. Sonst wohnen wir in Gästehäusern oder kleinen Hotels. Ein Großteil des Geldes fließt in die lokale Infrastruktur, das bekommen eben die Gästehäuser oder die Reiseführer vor Ort. Damit tut man auch was Gutes. Zu dem Fixpreis kommen noch individuelle Kosten dazu, die Mahlzeiten sind zum Beispiel nicht überall inbegriffen. Es ist sehr unterschiedlich, wie viel die Leute ausgeben. Manche brauchen pro Woche 100 Euro, manchen reichen schon zehn Euro für die gleiche Zeit. In Indien braucht man ja auch nicht soviel. Wir haben außerdem eine Ratenzahlung eingeführt, damit sich jeder die Reise leisten kann. Vom typischen Backpacker bis zum Rentner fahren alle mit. Vor 30 Jahren hatten die Hippies denselben Trampelpfad. Das ist schon ganz richtig. Wir bieten auch den Hippie-Trail an, das ist die Originalroute von der Türkei nach Katmandu, da sind die Hippies in den 70er wirklich lang gefahren. Vor allem für jüngere Teilnehmer ist das interessant, wenn ihre Eltern früher schon dieselbe Reise gemacht haben. Früher sind sie in ihren VW-Bussen stehen geblieben, sind mit Rikschas gefahren und auf Kamelen geritten. Wir fahren jetzt mit einem klimatisierten Bus, das ist schon angenehmer. Führt man das Prinzip Abenteuer nicht ad absurdum, wenn man die Kosten wie bei einem Bausparvertrag abstottert und alles straff organisiert ist? Nach Sydney fliegen und drei Monate dort zu arbeiten, um überhaupt weiterreisen zu können, verstehe ich auch nicht gerade unter einem Abenteuer. Ein abgesicherter, organisierter Rahmen kann nicht schaden. Wenn man alles selbst in die Hand nimmt, kann es auch passieren, dass du plötzlich im Iran stecken bleibst und keine Ahnung hast, wie du weiterkommen sollst. Wir schicken die Leute nicht durch Straßen, wo Bürgerkriege herrschen. In Ländern wie Iran, wo eher was passieren könnte, werden wir von Polizeieskorten und Security-Leuten begleitet. Trotzdem ist es ein Abenteuer, die Leute fliegen ja nicht mit Ryanair nach Ibiza und legen sich zwei Wochen auf ihre Badematte. Kann man spontan sein und während der Reise aussteigen? Jeder kann machen, worauf er Lust hat. Wenn jemand in der Türkei eine Woche länger bleiben will, kann er das tun. Er kann ein Flugzeug nehmen und zum Beispiel in Indien wieder zur Gruppe hinzustoßen. Mit 40 Leuten in einem Bus, und das über drei Monate. Geht das gut? Die meisten kennen sich ja zu Beginn der Reise nicht, und bei 40 Leuten verstehen sich natürlich auch nicht alle miteinander. Auf jedem Trip fahren zwei Busfahrer und ein Reiseführer mit. Die sorgen auch dafür, dass man nicht immer neben denselben Mitreisenden im Bus sitzt und alle sich untereinander kennenlernen. Jeder weiß, was auf ihn zukommt. Bislang wollten sich noch niemand gegenseitig abschlachten. Im Gegenteil: Erst vor kurzem hat ein Paar geheiratet, das sich auf einer unserer Reisen kennengelernt hat. Euer Konzept erinnert ein bisschen an „Europe in 10 Days“, das sind sehr beliebte Pauschalreisen unter chinesischen und japanischen Touristen. Ist das nicht die totale Reizüberflutung, immer weiter zu müssen? Ständige Busfahrten können auch sehr ermüdend sein. Wenn man in zehn Tagen ganz Europa durchquert, macht man vielleicht 500 Bilder und kriegt gar nichts mit. Klar sind Busfahrten anstrengend, aber man kann auch gut im Bus schlafen. Wir fahren nicht mehr als sechs Stunden pro Tag. An interessanten Plätzen bleiben wir auch mehrere Tage. Keine Angst, man wird einiges mit nach Hause nehmen können. Wieviele Paar Socken sollte man auf so eine Reise mitnehmen? Nicht zu viele, weil man in den südlichen Ländern überwiegend Flipflops trägt. Vielleicht reichen dann schon fünf Paar Socken für 14 Wochen. Man kann ja überall auf dem Weg in den Gästehäusern waschen. Bald führen wir die Strecke London - New York ein. Die geht durch ganz Europa, Russland, China und Kanada. Da reichen fünf Paar dann vielleicht nicht.


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TomJones
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Mag ich Mag ich nicht

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17.06.2008 - 19:29 Uhr
TomJones

Wie kommt der Bus denn von Timor nach Australien? Fähren fahren da doch keine. Oder was ist das für ne Route?

Wär nix für mich. Und den Mount Everest zu besteigen, wie sie da schreiben, halte ich sicher nicht für ungefährlich. Aber is ja geführt und so, kann ja natürlich nix passieren..

komber
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17.06.2008 - 19:51 Uhr
komber

Hab grad spontan an den alten witz gedacht bei map24 sich die Route Paris-NewYork anzeigen zu lassen...
kann der Bus schwimmen???

ein_oxymoron
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17.06.2008 - 19:53 Uhr
ein_oxymoron

ja, die genaue route waere das interessanteste gewesen. auch von china nach kanada!?

und die everestbesteigung von touristengruppen ist wirklich unverantwortlich, und zwar den *echten* bergsteigern gegenueber, die oft schon gefaehrlich lange warten muessen. unglaublicher schwachsinn, sowas. davon abgesehen faende ich das angebot ganz spannend, auch wenn ich dann doch lieber alleine unterwegs bin.

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17.06.2008 - 20:07 Uhr
ein_oxymoron

also hier ist die route von london:
http://www.oz-bus.com/itinerary-ls.html

und da steht nichts von einer everestbesteigung. wie waere es denn mit einem link im text, xifan-yang?

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17.06.2008 - 20:10 Uhr
ein_oxymoron

in der deutschen version werden auch nur die aussicht auf mount everest und ein optionaler rundflug angeboten. was soll dann das im interview? und: wer wird denn ueberhaupt interviewt? das wird ja immer schoener hier.

dem_osten_so_nah
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17.06.2008 - 20:15 Uhr
dem_osten_so_nah

ich glaube kaum, dass sie bis auf den gipfel vom mt. everest steigen.

stifter
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17.06.2008 - 20:40 Uhr
stifter

sachen gibts...

zyra
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17.06.2008 - 22:46 Uhr
zyra

brrr, horror. da kann ich mir ja fast nichts furchtbareres vorstellen. dreieinhalb monate alles vorgeschrieben kriegen, dreieinhalb monate immer mit so vielen leuten zusammen, ist ja schrecklich.

wobei die reiseroute natürlich cool ist (http://www.oz-bus.com/de_itinerary.html), das würde man wohl mit dem eigenen auto nicht so gechillt durchziehen können und hätte andauernd stress mit visa und autosteuer und einem auto, dass dann eventuell im iran oder in malaysia liegen bleibt.

nucleus
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18.06.2008 - 02:21 Uhr
nucleus

Kann man dann auch von Sydney zurueck nach Berlin fahren?

Luftschiffer
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18.06.2008 - 06:01 Uhr
Luftschiffer

haha da muß ich an rotel denken
http://www.rotel.de/rotel-tours/img/juge...

sowas bescheuertes

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xifan-yang

ist jetzt-Mitarbeiterin und hat diesen Beitrag verfasst.