17.06.2008 - 14:00 Uhr

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"Der Stil in München ist clean und minimal"

Text: xifan-yang

Seit 2006 dokumentiert Facehunter Yvan Rodic Streetstyle aus den Metropolen der Welt. Vergangene Woche war er in München - Ein Gespräch mit jetzt.de über Münchens Stil und die Globalisierung der Mode

Wenn Yvan Rodic ausstellt Ein Ortstermin in der SpielbarTragbar Die Fotos tragen so gar nicht Yvans Handschrift. Gestellte Schnappschüsse in schwarzweiß, die aussehen, als hätte Paris Hilton sie bei einem Terry Richardson für Arme bestellt. Halb so schlimm, niemand ist wirklich wegen Yvan Rodics Bildern aus dem Berliner Nachtleben in die SpielbarTragbar gekommen - die Besucher sind vor allem wegen Yvan "Facehunter" Rodic gekommen, der normalerweise Leute auf der Straße fotografiert. Ein 19-jähriger Kommunikationsdesignstudent ist der Erste, den Yvan sich aussucht. Maxim trägt geschätzte Jeansgröße 26 und ein übergroßes weißes T-Shirt, auf dessen Rückseite mit Edding „Slut" geschrieben steht. Er folgt Yvan in einen nahegelegenen Hinterhof. Der huscht unruhig durch die Gegend, schaut sich um. Grauer Beton und Garagentüren. Naja. Schließlich holt Yvan einen Stapel gelbe Paletten vom nächsten Supermarkt. Maxim wird neben das Gelb drapiert. Klickklickklick. Rücken gerader, Gesicht etwas nach unten. Klickklick. Zusammen schieben die beiden die Paletten wieder zurück. Maxim sieht geschmeichelt aus. „Aber es war mir auch klar“, sagt er, er werde immer fotografiert.
In und vor der SpielbarTragbar ist es mittlerweile ziemlich voll geworden. Es ist übrigens einer von diesen Läden, die auch deswegen cool sind, weil man sich normalerweise dort als Kunde immer vor dem viel lässigeren Ladenbesitzer schämt. An diesem Abend sind alle Fotograf, Stylist, Shopbetreiber, Modestudent oder einfach so wichtig. Die jüngeren kommen in Peergruppen. Zwei Jungs um die 17 Jahre tragen bei 25 Grad Trenchcoat und Lederjacke, der eine hat sich eine Melone auf den Kopf gesetzt. Die Mädchen haben Overalls, Lackschuhe und T-Shirts mit großformatigen Prints an. „Slut“ von vorhin steht jetzt direkt neben „Bangbangbang“. An den Gesichtern klemmen nerdige Brillengestelle mit Fensterglas. Oder ganz ohne Glas. Yvan steht immer wieder für ein paar Minuten alleine da. Er sieht aus wie dieser eine stille Typ, den es immer in einer lauten Clique gibt. Für das Münchner Stylevolk ist es ein Heimspiel. Man kennt sich. Gunnar Hämmerle, der lokale Facehunter, kennt sie auch. Ein Großteil der Anwesenden ist ihm innerhalb der eineinhalb Jahre, seit es seinen Styleclicker-Blog gibt, schon mehrmals vor die Kamera gelaufen. „Heute sind wieder die üblichen Verdächtigen da. Ich sehe auch sonst immer wieder Perlen auf der Straße. Aber viel Auswahl gibt es hier eben nicht.“ So gesehen wurde man Zeuge eines irgendwie besonders anmutenden Momentes: Selten oder eher nie verdichtete sich an einem Abend in München soviel Hipness auf sowenig Quadratmetern. Yvan ist ein bisschen verblüfft. Ist das der Facehunter-Effekt? "Eine Mischung aus Facehunter- und Freigetränk-Effekt", meint er. Dann nimmt er seine Kamera und späht durch die Menge. Es warten noch welche auf ihr Foto.
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xifan-yang

ist jetzt-Mitarbeiterin und hat diesen Beitrag verfasst.