Zu Besuch beim Social Camp in Berlin: Vier Porträts
Text: anke-luebbert
Was unter politischen Beobachter als „neu“ und „revolutionär“ gilt, war für Blogger, Programmierer und Web-Cracks schon lange klar: Das Netz taugt nicht nur für Singlebörsen und Chatrooms. Für politische, soziale, ökologische Initiativen kann es zum Universalwerkzeug werden. Werbung, Kommunikation, Organisation: Alles ist im Netz schnell, effektiv und kostet kaum Geld.
Weil aber viele deutsche Nichtregierungs-Organisationen (NGO) unter Internetpräsenz bisher im besten Fall eine - leidlich aktuelle – Homepage verstehen, gibt es an diesem Wochenende in Berlin das Social Camp. Die Organisatoren des Camps sind überwiegend junge Leute; Unternehmer, ehrenamtlich Engagierte und Blogger.
Zwei Tage lang werden die Netzexperten den NGOlern Internetnachhilfe geben. Was dabei herauskommt weiß keiner, denn es gibt kein festes Programm. Alles, was auf dem Camp passiert, hängt von den Teilnehmern ab, die auch die meisten Inhalte selbst mitbringen und die Arbeitseinheiten gestalten.
Auf der Seite des Social-Camps kursieren Themenvorschläge wie: „Blogs für NGOs: Wie können NGOs Weblogs, Wikis, Social-Networks sinnvoll nutzen?“ Oder: „Spamming, Kidnapping, Userposts gegen die eigene Marke - Wie managt man eigentlich eine funktionierende Community? Einige der Referenten stehen schon fest, andere sind „offen“, unter anderen Themenvorschlägen gibt es Hinweise wie „Ingmar kümmert sich“. Die hundert Teilnehmerplätze waren nach wenigen Tagen an Organisationen wie Greenpeace, Transparency oder Deine Stimme gegen Armut vergeben.
Christian Kreutz, der für die GTZ (Gesellschaft für technische Zusammenarbeit), die größte deutsche Entwicklungshilfeorganisation arbeitet und am Wochenende dabei sein wird glaubt, „dass das Camp eine kleine Revolution für soziale Veränderung einleiten wird.“ Wir haben vier Besucher des Camps nach ihren Vorstellungen gefragt.
Auf der nächsten Seite: Sebastian Metzger von ecochoice.
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