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Macht

| 01.06.2008 19:00  

G8-Nachspiel: Wenige Verurteilungen gegen Randalierer von Rostock

Ein Jahr nach dem G-8-Gipfel sind mehr als 1300 Ermittlungsverfahren gegen Verdächtige eingestellt worden
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karrrrrrak 01.06.2008 | 19:26
"G8-Nachspiel: Wenige Verurteilungen gegen Randalierer von Rostock"

mal wieder ein journalistisches glanzstück, da hat man wohl mit "copy and paste" aus dem polizeibericht gearbeitet. die ganzen "randalierer" oder besser gesagt "haufen von caoten" sind zum g8 gereist um zu randalieren.
das dies vielleicht politische menschen sind die gegen den G8 demonstrieren und dies mit unterschiedlichen mitteln tun, darauf lässt das wort "randalierer" nicht schließen. und jeder der bei einem solchen ereignis wie dem G8 in konflikt mit dem gesetz kommt und deswegen eine anklage am hals hat ist ein "randalierer". hier wird wie üblich alles über einen kamm gescheert und dem bürgertum die welt erklärt.


"Unter die nach Angaben der Polizei 40 000 Demonstranten hatten sich etwa 3000 Gewalttäter gemischt."

aha, erkenntnis um erkenntnis! da gibt es also so sagen wir mal 40000 demonstranten und die bösen unpolitischen "gewalttäter" die nur unruhe stiften wollen mischen sich also unter diese armen demonstranten. die bösen und die guten sind also ausgemacht.
vielleicht schon auf die idee gekommen das das 43000 demonstranten waren worunter sich einige befinden die ihren protest und unmut offensiv austragen?

das man keinen protest haben wollte, das wurde vom staat schon zuvor mit Zaun, bannmeilen und einer menge polizisten auf eine sehr "gewaltlose" art und weise deutlich gemacht. aber zum glück gibt es noch menschen die sich davon nicht einschüchtern lassen.

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strikingback 01.06.2008 | 20:20
Es waren in Rostock an die 80.000, das will wohl niemand ernsthaft bestreiten. Ein Promille der bundesdeutschen Bevölkerung ist noch so politisch, dass es gegen unhaltbare Zustände auf die Straße geht und Festnahmen riskiert. Beinahe der ganze Rest ist bereit, beinahe alles zu akzeptieren... wer das noch eine demokratische, wache Bevölkerung nennen will...

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Gumbo 02.06.2008 | 21:29
Protest war doch an allen Ecken möglich, eben nur nicht in Heiligendamm. Wenn es denn tatsächlich 80.000 Gäste waren (was ich ernsthaft bestreiten möchte, Vielleicht über alle Protesttage verteilt, aber nicht zur Auftaktdemo am 2. Juni), dann sollte man auch bedenken, dass die nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus anderen Ländern kamen, die Rechnung vom Bevölkerungsanteil der Bundesrepublik also hinkt.
Und wenn ein politischer Mensch für sich reklamiert, Steine schmeißen zu dürfen, dann ist er meiner Meinung nach ... sagen wir mal... nicht besonders sympathisch, egal, ob er einer von 10, von 3000 oder 40.000 ist. Und die Formulierung "Protest und Unmut offensiv austragen" ist eine höhnische Umschreibung für "andere verletzten und Sachen beschädigen wollen".
Andererseits muss man allerdings angesichts der nakten Zahlen auch fragen, in wieweit das Vorgehen von Exekutive und Judikative berechtigt war, wo doch so viele Verfahren eingestellt wurden.
Da ich die Randale und damit die Randalierer aus nächster Nähe ansehen durfte (nachdem ich selbstverständlich auch die große Mehrheit der friedlichen Demonstranten bemerkt hatte), hoffe ich, dass möglichst viele dieser Knallchargen bestraft werden.
Immerhin, was die zu unrecht Beschuldigten angeht: Wenn mans positiv sehen will, kann man immerhin darauf setzen, dass eben ein Großteil der Verfahren eingestellt wurde und dass es doch Gerechtigkeit gibt (wenn auch mit Verspätung).

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karrrrrrak 02.06.2008 | 21:58
@gumbo

oh da hat mal einer wieder nichts verstanden, noch aus der geschichte gelernt. ich weiß ja nicht ob du nur so zum spaß und aus reinem freizeitvergnügen auf dem G8-protest war? ich weiß auch nicht ob du das wort solidarität schon einmal gehört hast?
ich glaube du hast weder ahnung von den leuten die du da als "randalierer" (übringes schön unkritisch die worte aus dem artikel übernommen) bezeichnest, noch hast du ein politisches bewußtsein was solidarität in gemeinsamen politischen protest betrifft. alle menschen die dort waren um zu protestieren haben das unter einer gemeinsamen aspekt gemacht, nämlich die G8 in ihrer selbstherrlichkeit zu stören. und da das ganze bunt gemischt ist gibt es auch unterschiedliche formen von protest, die einen gefallen einem mehr die anderen weniger. aber der grund weshalb man dort ist vereinigt alle und macht es erst möglich das soviele menschen gemeinsam demonstrieren und Solidarität gehört dazu das dies möglich ist. die spaltungsversuche durch presse und polizei diese solidarität zu zerstören sind nichts neues und so alt wie die linke bewegung.
also überleg dir das nächste mal ob du an solch einer "veranstaltung " teil nimmst wenn "solidarität" für dich ein fremdwort ist.

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Skandalos 02.06.2008 | 23:08
Genauso ist die deutsche Justiz schon Anfang 1930 mit den faschistischen Horden umgeganben: klammheimliche Sympathie, Samthandschuhe, ein schelmisches Drohen mit dem Zeigefinger, dabei ein vielsagendes Augenzwinkern, nach dem Motto: beim nächsten Mal einfach besser nicht erwischen lassen!

Der neue Faschismus kommt nicht von rechts, er kommt von links. Und er kommt nicht im Stechschritt, sondern unter der Mimikri des angeblichen Gegenteils.

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Gumbo 03.06.2008 | 01:01
Ach, Karrrrrrak-Herzchen, es soll doch jeder protestieren und demonstrieren dürfen für oder gegen was auch immer. Aber ist es denn so schwierig, das friedlich zu tun (mir fällt genau das leicht, ich will ja auch glaubwürdig bleiben)?

Glaube mir, dass ich mich sehr detailliert mit den G8-kritischen Protesten und den Motiven der Teilnehmer auseinandergesetzt habe. Die große Gemeinsamkeit war der Anlass (nämlich der Gipfel), die inhaltlichen Intentionen der verschiedenen Gruppen waren höchstens in Teilen deckungsgleich, hatten also eine gemeinsame Schnittmenge.

Und ich kann einfach nicht erkennen, was Steine Werfen, mit Zaunlatten Prügeln, Feuerwehrautos Attackieren, Personenwagen Anzünden, Fensterscheiben mit Fahrradschlössern zerstören, mit Plastikstühlen-Schmeißen und Müllcontainer in Brand setzen mit irgendwelcher Solidarität zu tun hat.

Nur weil Menschen, die so etwas tun, in einer ansonsten friedlichen Demonstration mitlaufen, legitimiert das doch nicht deren Gewalttaten.

Ich stelle mir unter Solidarität etwas anders vor - zum Beispiel auch, einen Mehrheitswillen zu akzeptieren, wenn man sich schon auf gemeinsame Aktionen einigt. Und die große Mehrheit der Demonstranten war friedlich gesinnt, würde es nie in Erwägung ziehen, Gewalt auszuüben. Warum also hat dann eine Minderheit trotzdem diesen Weg gewählt? Aus Routine? Können die nicht anders? Schlafen die sonst schlecht? Noch nie was von "Solidarität im politischen Protest" gehört?
Oder willst Du sagen, dass die Mehrheit der Demonstranten die gewalttätigen Ausschreitungen für gut befunden hat?

Die vielfältigen Proteste während der Gipfelwoche waren doch beeindruckend - erst recht die perfekt organisierten Protestmärsche direkt zum Zaun, was die Polizei ja nicht so gern sehen wollte. Aber das war doch gerade so beeindruckend, weil es eben friedlich geschehen ist. In dieser Art hätte die Rostocker Demo auch in Erinnerung bleiben wollen. Anstatt das einzugestehen, reden manche eben davon, dass Presse und Polizei alles schlecht machen würden. Ganz so einfach ist es aber nicht.

Im übrigen kannst Du Dir Deine kleingeschriebenen subjektiven, aber schwammigen Belehrungen über Geschichte im Allgemeinen und Deine Version von Solidarität im Besonderen gern sparen.
Für Dich scheint Gewalt ein legitimies Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele zu sein. Für mich ist Gewalt hingegen das Eingeständnis eigenen Scheiterns.

Noch weiter zu diskutieren ist wohl nicht nötig.

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karrrrrrak 03.06.2008 | 01:58
@ gumbo

der mehrheitswille ist der gemeinsame nenner über den alle gruppen zusammenkommen aber dies ist keine diktatorische vorschrift die alle gruppen in ihren aktionsformen gleichschalten soll, sondern der kleinste gemeinsamme nenner. deshalb gehören allen einzelgruppen die uneingeschränkte solidarität die unter diesem nenner zusammengekommen sind. das DU jetzt für aktionen von manchen gruppen keine sympathie empfindest ist deine privatsache oder sollte unterhalb der gruppen geklärt werden. das alle gruppen deinem wunschbild von "protest" entsprechen ist anmaßend.

wenn du wirklich ein politisches bewußtsein hättest dann würdest du nicht so einen scheiß schreiben wie : "Da ich die Randale und damit die Randalierer aus nächster Nähe ansehen durfte (nachdem ich selbstverständlich auch die große Mehrheit der friedlichen Demonstranten bemerkt hatte), hoffe ich, dass möglichst viele dieser Knallchargen bestraft werden."

aber anscheinend ist es bei dir schon zu spät du hast da schon die schere im kopf und trennst den bürgerlichen medien vollkommend gerecht werdend zwischen "guten" und "bösen" demonstranten.

eine diskussion kann man sich aber echt sparen das währe auch der falsche ort dafür

gute nacht

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