LiftGedanken
Der Lift. Ein Ort der Ruhe, Schweigsamkeit, Zurückhaltung. Ein Ort an dem man verlegen einen Punkt sucht, auf den man seinen Blick richten kann, meist die Stockwerksanzeige. „Bitte bloß nicht anschauen!“, ansonsten müsste man vielleicht doch ein gezwungenes Gespräch beginnen wie, „der Lift ist aber ganz schön langsam“, oder „die Hitze macht mir heute ziemlich zu schaffen“. Nein...wer sich eisern an die Stockwerksanzeige klammert, dem bleibt so etwas erspart. Keine peinlichen Äußerungen. Keine gezwungenen Unterhaltungen. Und muss man doch einen dieser gefürchteten Dialoge führen, weil man sich fälschlicherweise angesprochen fühlt, kann man es kaum erwarten, endlich die erlösende Stockwerkszahl auf dem Display zu lesen. Langsam, schon fast zu langsam zeigt sie gemächlich das aktuelle Stockwerk an, bis der Lift schließlich zum Stehen kommt. Das leise Klicken des Entrieglers gibt die Tür frei. Endlich. Bloß weg hier... Ein flüchtiges „Auf Wiedersehen“ begleitet den Aussteiger, dem im gleichen Moment ein Stein vom Herzen fällt, endlich diesen Ort des Stillschweigens verlassen zu dürfen. Ein verlegenes „Grüß Sie“ den Einsteiger, der sich am liebsten gewunschen hätte, nie auch nur einen Fuß in den Lift gesetzt zu haben. Stattdessen macht er sich die ganze Zeit über selbst Vorwürfe, warum er nicht einfach die Treppen genommen hat. Aber es gibt nun mal nur schwer ein Zurück, haben sich die Tore des Schweigens einmal geöffnet. Wie ein gieriger Schlund saugt die schwebende Steighilfe alles in sich auf und nimmt keine Rücksicht auf ihr Innenleben. Sie spuckt es ja eh gleich wieder aus...- Irgendwas fehlt immer 24.04.2012
- Verzichten 17.04.2012
- Riu 14.04.2012
- Hätte, wäre 22.01.2012
- Prokrastination, oder: Der Typ, der da mal war. 21.01.2012
29.05.2008 - 14:40 Uhr
fewe
und doch, man sollte sie einfach annehmen, die stille, dann hört es auch auf sich komisch anzufühlen.








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29.05.2008 - 14:40 Uhr
fewe