Die Hochzeitskolumne. Heute: Das Horror- äh, Hochzeitsvideo
Theresa heiratet. Jede Woche ein bisschen mehr.
Das ist seltsam: Es gibt Sachen, die sind schlimm, und eigentlich findet man sie auch schlimm. Und trotzdem will man sie haben. Diese Sachen sind bei mir zum Beispiel: Gerhard Schröder als Bundeskanzler; ein Jahresabonnement der Zeitschrift „Kreative Küche“; pfälzische Wurstspezialitäten, die „Bärlauch-Bratwurstgehäck aus dem Glas“ heißen und ein Hochzeitsvideo. Alles, wirklich alles, spricht an und für sich gegen das Hochzeitsvideo.
Die Geilsten Hochzeit Pannen - MyVideo Viele beeindruckende Plädoyers dafür, es bei Fotos zu belassen. Eigentlich. Ich will aber trotzdem ein Video. Ich will nämlich auch Gerhard Schröder als Kanzler und Bratwurstgehäck.
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Also einen guten Freund suchen, der das dann macht. Der muss Euch einigermaßen gut kennen, dann hat es die persönliche Note, der muss wirklich Ahnung haben, sonst wird es nichts und wir machen das immer mit 2 Kameras. Da kann man dann gut schneiden, aber das macht aber richtig Arbeit und den Film gibt es dann nicht nächste Woche. Aber die Ergebnisse sind wirklich richtig gut. So kann man Schuß Gegenschuß auf Braut und Bräutigam machen oder man spricht sich ab, wer die Totale macht und wer die richtig schöne Großaufnahme vom Ringeaufstecken. Das schafft man alleine nämlich nicht. Und da haben die ganzen Profifilmer keine guten Nahaufnahmen.
Kommen wir zu Deinen Beispielen: Ich konzentriere mich mal auf die ersten drei Beispiele. Bei allen fällt auf, zuwenig Großaufnahmen. Eine Totale ist nicht interessant, das kann man nicht oft genug sagen, die Leute wollen Gesichter sehen. Beispiel 2 und 3 zeigen deutlich, warum man die Möglichkeit einer zweiten Kamera zum Schneiden braucht und warum man jemand braucht, der es zumindest schafft die Kamera ruhig zu halten. Viele verwechseln Hochzeitsfilme mit einer Komplettaufzeichnung. Unsere Filme haben so um eine Stunde, wer bitte schaut sich freiwillig mehr an ? Ich muss nicht die gesamte Szene zeigen, wo die Braut zum Altar geführt wird. Kurz eine Totale wie sie kommt, dann eine Großaufnahme von Beiden oder sogar nur von ihr, dann eine Zwischenaufnahme eines Zuschauers und dann die Übergabe am Altar. Beispiel 2 dauert 15 Sekunden, bei mir wäre die ganze Sequenz wohl nicht länger.
Also wenn Du Dir jemand aus dem Freundeskreis suchst, was ich Dir eigentlich raten würde, schau Dir vorher andere Sachen von ihm an oder rede zumindest mit ihm, was er für Vorstellungen hat, denn die sollte er haben, um abzuchecken ob er Ahnung hat.
Zum Schluß zu "Es sieht ziemlich düster und grau aus, so als hätten wir in einem mit Beton ausgekleideten Bunker gefeiert." Die Abendveranstaltung ist meistens nicht mit Flutlicht ausgeleuchtet und ne Kamera braucht Licht. Die Totale kann dieses Licht nicht liefern, auch hier gilt Nah ran, nicht mit dem Zoom, das schluckt Licht sondern mit der Kamera nah ran. Wenn ich ne Großaufnahme mache, dann bin ich oft nur 20 bis 30 cm von den Protagonisten entfernt. Natürlich nicht dauernd, man will die Veranstaltung nicht stören, aber das geht ohne das man dauernd im Weg ist.
Viel Glück mit Eurem Video ;-).
Digital_Data
Ansonten ein paar generalgebote fuer Amateurfilmer (die meisten gelten auch fuer Photographen; ich habe mal Amateurmaessig im Urlaub gefilmt, ist schon ein ganzes Weilchen her):
1) Du hast kein Steadycam, also bleib stehen wo du bist. Du schaffst es eh nicht die Kamera ruhig zu halten, vermutlich noch nicht mal gerade, insbesondere dann nicht, wenn Du rueckwaerts laeufst. Also lieber die Leute vorbeilaufen lassen und schwenken.
2) Generell nicht zwei Dinge gleichzeitig machen.
3) Besorg Dir ein gutes Stativ vorher.
4) Weissabgleich bei der Kamera manuell vornehmen, die Belichtung vorher anschauen. Ob man warmes Licht per weissabgleich erledigt muss man sich schon aussuchen. Wenn boese Dinge (Gegenlicht von geoeffneten Tueren nach aussen etc.) in wichtigen Momenten passieren, die Belichtung manuell festsetzen, wenn moeglich (gilt auch fuer Fotos), und zwar bei den wichtigen Szenen vorher ausmessen und nachdenken.
5) material wegwerfen ist keine Schande. lieber ein dreiminuetiges ordentliches Video (Mehr kommt aus 120Minuten filmen eh nicht raus) als eine 10 Minuten dauernde Tortur des Gehirns
5b) Material auf dem Das brautpaar besonders unvorteilhaft aussieht (Grund 3) ist prinzipiell auszusortieren
5c) Vorher ueberlegen welchen Ausschnitt man waehlt, das vermeidet 5b ein bisschen (man muss ja nicht unmotivierte Taenzer vor einem leeren Hochzeitssaal in Lebengroesse ablichten, aufnahmen bis zu schulter haettens auch getan).
6) Musik vorsichtig einsetzen.
7) Tonaufnahmen kann man mit dem eingebauten Kameramikro meist vergessen.
8) Humor darf vorkommen, aber Vorsicht dass die Leute ueber den Witz und nicht ueber den Macher lachen.
9) Kommentare immer spaeter dazumischen. Wenn sich deine Stimme immer noch komisch anhoert, jemanden anders sprechen lassen.
28.05.2008 - 21:21 Uhr
drolli
Digital_Data sagte:
....
Wenn ich ne Großaufnahme mache, dann bin ich oft nur 20 bis 30 cm von den Protagonisten entfernt. Natürlich nicht dauernd, man will die Veranstaltung nicht stören, aber das geht ohne das man dauernd im Weg ist.
....
Digital_Data
20-30cm? Deine Kamera stellt da noch scharf?
Gute Tips, wir hätten da ne Filme-Gruppe ;-). Etwas ist anders beim Filmen, nämlich das Verhältnis zwischen Totale und Tele. Ich fotografiere viel öfter mit Zoom (oder besser Tele), besonders Portraitfotos werden mit leichtem Tele viel besser. Bei Videokameras ist man nur dann im Tele, wenn man nicht anders hinkommt und dann nur mit Stativ, weil man es im Tele noch viel weniger halten kann. Ansonsten gehe ich da immer wirklich mit der Kamera ran. Mit den kleinen Handycams wird das manchmal problematisch, wir nehmen die Canon XM-1, die schafft das locker auch mit Autofocus und auch das Mikro liefert sehr gute Ergebnisse. Schau Dir "Die vielen Gesichter des Tanzsports" bei mir auf der Seite an. Musik ist alles mit eingebautem Mikro, nur die Interviewszenen sind mit externem Richtmikro und die Nahaufnahmen bei den Interviews sind alle wirklich nah dran.
Man muss aber auch klar sagen, Hochzeit ist Reportagekamera, weil man nie wirklich weiß, was als nächstes passiert, das ist das schwierigste für einen Kameramann überhaupt und da hilft nur üben, üben, üben. Und wenn man zu zweit ist muss man sich gut kennen, damit man sich ohne Absprache gut ergänzt (Schuß - Gegenschuß), bzw. das wichtigste (wer macht die Ringe, wer die Totale, wann werden Akkus und Kassetten gewechselt, beim Gratulieren wer macht das Paar, wer die Gratulanten ;-) etc.)
Ich kenne aber auch Paare, die wollen dann die Kirche unbedingt komplett.
Digital_Data
28.05.2008 - 23:59 Uhr
Digital_Data
Heiratest Du Spiderman ?
Digital_Data
liegt aber vielleicht nicht nur an der filmtechnik, sondern an den protagonisten...oder an der art und weise solcher feiern überhaupt!!
na die omas und tanten und onkels und eltern wird´s freuen. und jemand anderes schaut sich so ein video doch eh nicht an.... außer du schaffst es in "die geilsten hochzeitspannen" von jiggyy ;)
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28.05.2008 - 19:12 Uhr
pikachu