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Sex

| 06.05.2008 19:00  

Die "Alphamädchen" antworten auf Alice Schwarzer

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__xxx__ 06.05.2008 | 19:21
" In ihrer deutschlandweit beachteten Dankesrede bezeichnete sie die gerade entstehende junge feministische Szene als "Propagandistinnen eines Wellness-Feminismus". Diese blickten nur auf ihre eigenen Belange, Karriere und Männer - eine erbärmliche "Geschichtslosigkeit" und "Kaltherzigkeit, für die sie sich nicht einmal schämen". Diese "Post-Girlies" wolle Schwarzer nicht vertreten, und auch nicht "Führerin der Frauenbewegung" sein."

Also das ist die erste wirklich gute Aussage die ich je von ihr gehört habe, auch wenn ich ihr unterstellen möchte dass sie das aus einem gewissen politischen Interesse so geäußert hat. Hut ab.

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__xxx__ 06.05.2008 | 19:23
Witzigerweise bestätigt die angsterregende Jetzt-Antwort ihre Aussage mehr als es jede Diskussion je könnte.

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moon_of_isis 06.05.2008 | 19:36
Warum um alles in der Welt Alphamädchen? Weil es sich so gut auf Männchen reimt? Reden wir hier von Kindern oder von Erwachsenen? Mich würde wirklich interessieren, wem diese Bezeichnung eingefallen ist. Fällt euch denn nicht die Verharmlosung und Verniedlichung auf, die darin steckt. Dieses kleiner machen? Und so soll für den Feminismus gekämpft werden?

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riesenherz 06.05.2008 | 19:41
Was für ein schwieriges Thema, mit so vielen Facetten, wahrscheinlich wie es unterschiedliche Frauen und Männer gibt.

1. Ich habe Alice Schwarzer nie als wirkliche positive Vertreterin einer guten Sache (gleiche Rechte und gesellschaftspolitische Teilhabe für Frauen und Männer) verstanden. Dafür war sie m.E. (und die oben zitierten Äußerungen von der Dame machen deutlich, daß sie bis heute keine Entwicklung in der Hinsicht gemacht hat) viel zu sehr eingebunden in einen geistig engen Rahmen von 68er-Strukturen, die wesentliche Fehler in der politischen Kommunikation begehen. Bis heute.

2. Gerade, wo sich heute Gesellschaft in entscheidenden Punkten zu Gunsten von Frauen entwickelt hat (in einer sich langsam wirklich so zu bezeichnenden Wissens- und Informationsgesellschaft haben die mit größerer kommunikativer Kompetenz versehenen Mädchen und Frauen einfach erhebliche Vorteile), sollte sich der Einsatz für die Rechte und Teilhabe von Frauen dieses großen, dynamischen und die Männer scharenweise in das Hintertreffen bringenden Umstandes bewußt sein. Dann nämlich wird "der Kampf" um den Ausgleich zwischen den Geschlechtern und um die Verwirklichung gleicher Rechte von Mann und Frau, von Frau und Mann, kein Kampf sein, sondern einer Strategie folgen, die das Angewiesensein des einen Geschlechtes auf das andere mitberücksichtigt.
Wobei die Ausgangslage durchaus auch hier zu Lasten der Männer geht: denn eine reine Frauengesellschaft könnte ohne die Männer auskommen, sogar das Problem der Vermehrung scheint lösbar. Umgekehrt richtete sich eine reine Männergesellschaft zugrunde, wäre nicht reproduktionsfähig.
Den Regeln einer Konflikt-Kommunikation folgend müßte neben Großzügigkeit, Toleranz, Verständnis für die Probleme des anderen Geschlechtes eine positive Utopie des Miteinanders bei allen Maßnahmen, Projekten, Netzwerken mitgedacht sein, durchscheinen und Wege aus dem Gegeneinander aufzeigen.

3. Vermutlich finge es damit an, sich selbstironisch mit dem schwer nach Testosteron reichenden Adjektiv "alpha" zu kennzeichnen, aber dann als Mädchenmannschaft zwar geschlossen aufzutreten, doch in Anspruch und Reichweite der Aktionen gar nicht mal den "niedlich-netten", sondern den "sich als Teil eines Miteinanders verstehenden" Habitus zu geben. Die Option "Offenheit" muß auch den Männern erkennbar sein.

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Der31teJuli 06.05.2008 | 20:12
*shit.
das macht mich uckin orny.*

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CommodoreSchmidtlepp 06.05.2008 | 20:13
Alice Schwarzer und Laudator Harald Schmidt auf der einen, die "neuen Feministinnen" auf der anderen Seite.

Da ist und fällt es leicht sich für erstgenannte zu entscheiden.

Im "neuen Feminismus" gibt es nichts das sich zu suchen lohnte. Wer die Laudatio von Schmidt und die Rede von Schwarzer gehört hat oder nachliest merkt das sofort. Hier trifft fundiert-solide intellektuelle Substanz auf das pseudokluge Geschwätz sogenannter "Mädchen", die "[...] allerdings keine Girlies (sind), sondern erwachsene Frauen über dreißig." (Schwarzer).

Dafür, dass der "neue Feminismus" "[...]nicht bei jedem Scheiß gleich auf die Barrikaden steig(t)" und "[...]Kämpfe um Deutungshoheit[...]" "[...]nicht führen" möchte (beides Haaf), erscheint mir dies hier doch arg bemüht, barikadig und im Kampf um die Deutungshoheit recht inhaltsleer.


Cheers!

Der Commodore


Wens denn wirklich interessiert:

Laudatio Schmidts:
http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960...

Rede Schwarzers:
http://www.aliceschwarzer.de/aktuelles.h...

Interview SPON mit Meredith Haaf:
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaf...

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querspieler 06.05.2008 | 20:22
Mir kommt der Schwarzersche Fundamental-Feminismus zwar auch quer die Kehle runter, aber er ist 10 mal echter und ehrenwerter und solider als das Alphamädchen-Geblubber.
Es ist offensichtlich, dass die Gleichberechtigung noch nicht erreicht ist, aber auch dass viele Frauen dem "alten" Feminismus nichts mehr abgewinnen können (und er sich auch überlebt hat). Trotzdem bleibt in Beruf, Familie und Selbstverständnis von Frauen und Männern noch einiges zu tun.

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riesenherz 06.05.2008 | 20:29
@Commodore: danke für den link. hab das interview mit meredith gelesen. ist doch ein guter teil der auseinandersetzung.
gäbe ich doch einen lesenswertpunkt und einen empfehlungspunkt, (wenn ich denn nicht als mann dazu gar nicht ein urteil fällen möchte und mich nicht auf dieses roß schwingen will).

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kulturgut 06.05.2008 | 21:29
alice, die meredith-bande und charlotte (inkl lady bitch ray): für mich als überzeugten feministen ist da vor allem wichtig, dass der unterhaltungswert dieser uneinigen medien-combo erhalten bleibt ;)

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rune 06.05.2008 | 22:53
Wie wahr, die vorigen Kommentare sind. Obwohl ich Euch und Euren Aussagen, rein altersbedingt viel näher stehen müsste, fällt es mir viel leichter, der vielleicht manchmal nervigen, aber letztendlichen doch überzeugenderen Frau Schwarzer zuzustimmen.

"Generationenübergreifende Diskussionen", okay Zustimmung.
"Unfreie Strukturen statt unfreie die Gesetze", vielleicht.
"Netzwerke statt eine Bewegung", geschenkt.

Aber dass es nur die "subtilen Hindernisse" sind, die uns "Mädchen" von der gleichberechtigeten Daseinsform hindern, das ist einfach schlicht weg schönmalerei.

Und ich weiss nicht, wieso ich da Gefühl nicht los werde, der gesamte Neo-Feminismus light, der in aller Munde ist, ist nur ein Thema der disjährigen Buchmesse oder Sommerlochs, das nur darauf wartet, von der nächsten Mediensau abgelöst zu werden, die dann durchs globale Dorf getrieben wird.

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