Es tut ihm leid...
Lange Zeit saß er auf dieser steilen, grasbewachsenen Almwiese. Sie war noch nicht wirklich grün, mehr braun. Der Schnee war erst vor kurzem weggeschmolzen, doch die ersten kleinen Butterblumen streckten ihre gelben Köpfe der Sonne entgegen und genossen sichtlich die wärmenden Strahlen. Der Wind war aufgefrischt, oder waren es lediglich die ersten thermischen Ablösungen, die sich aufmachten, am Himmel zu kondensieren, um schließlich Kumuluswolken zu bilden? Gedanken, die sich wohl nur ein Gleitschirmflieger macht. Er wollte eigentlich nur den Vormittag vergehen lassen. Denn er wartete auf den Nachmittag. Auf einen Anruf, eine Nachricht, von ihr die nicht kam. Vergebens... Er konnte sich nicht entscheiden, ob er seinen Schirm nun auslegen und den Flug über die gerade erwachenden Laubwälder wagen sollte. Es war ein weiter Weg und sollte kein Steigen zu finden sein, würde der Flug wohl in einem der Bäume unter ihm enden. Er hatte Angst. Doch ein guter Freund riss ihn aus seinen Gedanken, aus seinem Grübeln, in das er ständig versunken ist, wenn er Boden unter den Füßen hat. Sein Freund, ein Optimist. Er selbst hält ihn für naiv, doch diese Naivität ist mehr Lebensfreude und Abenteuergeist, denn sein Freund macht sich durchaus darüber Gedanken, ob die Verhältnisse sicher sind. Es tut ihm leid, dass er über seinen Freund in dieser Art und Weise denkt, denn das hat er nicht verdient. Ohne ihn, würde er nicht hier auf dieser Wiese sitzen. Ohne ihn, hätte er so manche schöne Zeit niemals erlebt. Ohne ihn, wäre er vielleicht sogar längst nicht mehr hier. Es tut ihm leid. Sie machten sich fertig, zogen sich an, legten die Schirme aus und er half seinem Freund zu starten, auch wenn es sein Freund nicht wirklich nötig hätte, denn starten kann er eigentlich, doch fehlt ihm wohl einfach noch das nötige Selbstvertrauen, um keinen Wert darauf zu legen, was andere über ihn denken. Ein, zwei Schritte. Der Schirm stellt sich in den Wind. Er bremst ihn leicht an und hebt ab. Der Boden entfernt sich, weiter und weiter und mit ihm all seine Ängste und Sorgen, denn in der Luft denkt er nur daran, am Leben zu bleiben. Die Zeit bleibt stehen. Die Zeiger der Uhren wollen nicht mehr weiterlaufen. Sie sind erschöpft und dürfen sich ausruhen. Und auch er ruht sich aus. Sein Schirm trägt ihn über die leuchtenden Laubwälder hinweg, die thermischen Aufwinde geleiten ihn hinaus ins Tal, wo sich der Blick auf das flache Alpenvorland öffnet, die strahlenden Rapsfelder in der Ferne gelb flimmern und die Wiesen vor blühenden Frühlingsblumen überzuquellen scheinen. Unter ihm ragt die Brannenburg majestätisch in den Frühlingshimmel und thront stolz über ihr schon längst vergangenes Reich. Sanft setzt er auf einer der blumenüberfüllten Wiesen auf. Der Duft des Frühlings hat sich hier ausgebreitet wie nirgends wo sonst und kurze Zeit lässt er sich fallen... ...in seinen Schirm, schließt die Augen und erlebt den Flug ein zweites Mal. Doch schon schleicht sich die Sehnsucht wieder auf leisen Pfoten an ihn heran, überfällt ihn und reißt ihn aus seinem schönen Traum. Wie sehr er sie vermisst...- Irgendwas fehlt immer 24.04.2012
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Und auch er ruht sich aus.
wäre schön wenn die zeit öfter stehen bleibt.finde ich.*
"genieß das hier und jetzt! sonst verpasst du die besste zeit deines lebens..."
diese worte gebe ich an dich weiter. warte nicht ständig auf irgendwas, sondern genieße das, was ist!
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05.05.2008 - 12:54 Uhr
frau_liebe
sehe die schönen dinge, die dir das leben bringt.