03.05.2008 - 21:30 Uhr

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schwul und intolerant...was sonst.

Text: maggo1974 in Tagebuchschreiber (1134)

liebe Schwule Welt. Dieser Text ist ganz alleine an euch gerichtet, mit der Bitte um Kenntnissnahme und Reflektion. Ich werde beginnen:

Wenn wir einfach mal darüber nachdenken, dass die meisten von uns ständig über das Thema Toleranz und Rücksichtnahme auf Minderheiten herfallen, als würde es sich dabei um eine Diskussion über Menschenrechte gehen, stehe ich oft nur nebendran und schüttel den Kopf. Ich glaube dass es kein Intoleranteres Völkchen als Homosexuelle gibt. Es wird sich ständig über alte, dicke, Ledertypen, Fister oder Tucken beschwert, die sich ebenfalls in der Szene vergnügen.

Lasst mich das mal zusammenfassen. Wir sind also eine Minderheit, ohne Zweifel sind wir das und gehen dafür in jeder Stadt mindestens einmal im Jahr auf die Strasse, um uns Gehör zu verschaffen. In diesem Zuge fordern wir dann Toleranz für unser Leben, für unsere Art und letztendlich für unsere Sexualität. Wir spannen den Bürgermeister dafür ein, der brav und winkend vor dem bunten Treiben herspaziert und kriegen sogar einen "eigenen" Sonntag im Zelt auf der Wies´n. An diesem Sonntag wird dann ob nun am Nachmittag, am Abend oder in der Nacht, auf dem Pissoir gevögelt, unter der Bavaria geblasen und unterm Tisch gewixt. Die jenigen die sich jetzt angewidert den Text sparen, möchte ich um entschuldigung bitten. Die anderen, die jetzt aufschreien, denen soll gesagt sein, dass ich hier nicht als blinder von der Farbe spreche, sondern schon live bei solchen Aktion zu gegen sein durfte.

Zum Text. Also Minderheiten werben um Toleranz. Unter dieser Überschrift dürfte also das Leben des "gemeinen" schwulen wohl stehen. Aber warum benehmen wir uns dann einfach auch nicht so, als wäre unsere Form von Leben Normalität? Warum lachen wir eigentlich dann über den alten Ledertypen, der auf der Suche nach dem "Bau" versehentlich im Kraftakt gelandet ist? Oder weshalb wollen wir den 55 jährigen Bären in der Lederhose nur ausnahmslos in der "Teddy Bar" sehen und ghettoisieren uns somit selbst? Toleranz scheint immer nur dann wichtig zu sein, wenn man unmittelbar davon selbst betroffen ist. Wenn irgendein Idiot aggressiv wird, weil sich zwei Typen küssen, dann schreien wir los.

Von denen, die sich dank der vielen schwulen Seiten im Netz nur noch mit ihren Nicknames ansprechen und selbst in der Kneipe danch fragen ("wie heisst eigentlich dein Gayromeoprofil"), will ich gar nicht sprechen. Mindestens einmal in der Woche werde ich dort nach meinen sexuellen Fantasien oder der Schwanzgrösse gefragt. Ist das normal? Ist das die Toleranz für die wir beim CSD werben?

Jungs, Jungs, Jungs. Vielelicht einfach ein bisschen runter vom Gas. Selbst mit 40 erwartet einem im Normalfall nicht der Alterstod beim vögeln, selbst dicke Männer haben Sex und es gibt immer wieder welche die sich gerne auspeitschen lassen. Also schreit doch nicht auf dem CSD am lautesten für Toleranz, wenn ihr selbst von Stereotypen Ansichten zerfressen seid und jede Hete am liebsten aus dem Glockenbachviertel kreischen wollt.


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8 Kommentare

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Der31teJuli
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Mag ich Mag ich nicht

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03.05.2008 - 21:57 Uhr
Der31teJuli

+ romeo | - g-äi-pod

;

maggo1974
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Mag ich Mag ich nicht

0

03.05.2008 - 22:05 Uhr
maggo1974

what ever it means

__xxx__
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Mag ich Mag ich nicht

0

05.05.2008 - 11:40 Uhr
__xxx__

"Ich glaube dass es kein Intoleranteres Völkchen als Homosexuelle gibt. Es wird sich ständig über alte, dicke, Ledertypen, Fister oder Tucken beschwert, die sich ebenfalls in der Szene vergnügen. "

Doch, gibt es. Frauen.

tyler_durden
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Mag ich Mag ich nicht

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05.05.2008 - 13:54 Uhr
tyler_durden

Interessanter und aufschlussreicher Text!

emmy44
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Mag ich Mag ich nicht

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05.05.2008 - 14:20 Uhr
emmy44

ich glaube, diese relativ grosse minderheit sieht doch einiges sehr extrem..
ich kenn doch genug schwule, um sagen zu können, dass auch diese ganz normal sein können..
wenn man sie denn lässt..

dielilie
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Mag ich Mag ich nicht

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06.05.2008 - 10:41 Uhr
dielilie

find auch eine gute anregung... für jeden eigentlich sich auch mit den eigenen stereotypen und vorurteilen auseinanderzusetzen.

RalfAC
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Mag ich Mag ich nicht

0

08.05.2008 - 16:07 Uhr
RalfAC

Hey! Suuuper! Du sprichst mir aus der tiefsten Seele!
Erst verschrecken wir die Heten beim CSD mit nackten Ärschen, nackten Schwänzen und Monstertransen, dann schauen wir dackeläugig durch die Welt und säuseln "Bitte akzeptiert uns - wir sind doch auch wie Ihr..."
Die großen CSDs nur übereitle Nabelschauen, da sammer mal wer! Mit dem normalen Leben hat das nichts zu tun. Mit Kerl, Partnerschaft, Job. Das kann dann warten bis Montag. "Keine Opis, Tunten oder Bäuche" - wer sich sowas ans GR- Profil nagelt, ist weiter rechts, als ihm eigentlich klar ist. Schwule als Gesellschafts- Faschos...schöne neue Welt....oder was gebildeter und ungewandelt:
Homo homini lupus - der Schwule des Schwulen Wolf.
greetz!
Ralf

Babsi_1006
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Mag ich Mag ich nicht

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25.09.2008 - 07:32 Uhr
Babsi_1006

sehr interessanter text, der sich eigentlich auf jedes gebiet übertragen lässt. Raucher/Nichtraucher, Dicke/Dünne, die verschiedenen Religions- bzw. Glaubensgemeinschaften. und eigenartigerweise schreit immer der am lautesten nach toleranz, der am wenigsten dazu bereit ist.

@ __xxx__ bitte nicht alle über einen kamm scheren. es gibt auch nette - siehe mich 'gg'


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