30.04.2008 - 15:26 Uhr

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Gestörte Harmonie: Die Kontroverse um den Jugendkongress Christival

Text: sascha-chaimowicz

Zehntausende junge Christen haben sich angekündigt, um ab heute in Bremen ein Fest zu feiern. Christival 2008 heißt der Jugendkongress, der unter der Schirmherrschaft der Bundesfamilienministerin von der Leyen bis Sonntag läuft. Doch es gibt Ärger: Gegen das Event macht sich Widerstand breit, unter anderem von Seiten der Grünen. Im Gespräch mit jetzt.de spricht Christival-Sprecher Steve Volke über die grünen Vorwürfe, Homosexualität, Abtreibungen und Sex vor der Ehe.

Herr Volke, im Vorfeld Ihres Christivals ist ein Seminar zum Thema Homosexualität abgesagt worden, Klagen stehen im Raum, es soll Demonstrationen gegen das Event geben. Was ist denn bei Ihnen los? Das Christival kommt eher aus der konservativeren christlichen Richtung. Es hat sehr viel Ärger gegeben, und den gibt es auch jetzt noch, weil sich viele Schwule und Lesben diskriminiert fühlten, was überhaupt nicht unsere Absicht war. Wir haben diesmal 230 verschiedene Themen und Seminare im Angebot, darunter war ursprünglich auch eins zum Thema Homosexualität. Der Titel des Seminars lautete „Homosexualität verstehen – Chancen zur Veränderung“. Das Thema wurde am 9. Januar von den Referenten abgesagt und findet nicht mehr statt.
Sie sagen, Homosexualität ist für Sie keine Krankheit. Was ist Homosexualität für Sie dann? Ich kann Ihnen das nicht erklären, weil ich auf diesem Gebiet kein Fachmann bin. Die Wissenschaft hat auch verschiedene Positionen zu diesem Thema, von daher können Sie nicht von mir als Laien qualifizierte Antworten dazu erwarten. Um Fragen zur Homosexualität beantworten zu können, braucht man eine spezielle Ausbildung? Ja, ich glaube, um diese Frage, die Sie gerade gestellt haben, zu beantworten, muss man sich eingehend mit den Ursachen von Homosexualität beschäftigt haben. Deswegen kann ich Ihnen dazu nichts sagen. Der Christival-Vorsitzende Roland Werner soll gesagt haben: „Schwulsein ist nicht dem Willen Gottes gemäß“. Das ist doch eine klare Ansage. Ja, das steht aber so in der Bibel. Jetzt ist die Frage, ob man die Bibel ernst nimmt oder nicht. Nach Ihren Vorstellungen hat Gott die Erde mit all seinen Lebewesen geschaffen. Gehören Homosexuelle auch zu Gottes Schöpfung? Grundsätzlich hat Gott den Menschen geschaffen und liebt ihn. Auch den Homosexuellen? Ja natürlich, und jeder Mensch ist bei Gott gleich viel wert. Das Glatteis, auf das Sie mich hier führen möchten, ist doch völlig fehl. Warum soll ich dazu was sagen, das Thema findet auf dem Christival faktisch nicht statt.
Okay, angenommen ein junger Schwuler kommt zu Ihnen aufs Christival. Kann ihm da geholfen werden? Ja, kann. Das ist so ein bisschen die Kontroverse, die wir mit Volker Beck von den Grünen hatten. Der kann sich gar nicht vorstellen, dass jemand unter seiner Homosexualität leidet. Volker Beck sagt, wenn einer darunter leidet, muss er darin bestärkt werden, sich so anzunehmen, wie er ist. Das sehen wir anders. Wenn jemand leidet, ist es die Aufgabe von Christen, ihm zu helfen. Und zwar in dem Sinne, wie er es selber haben möchte. Auf der nächsten Seite: Was Steve Volke über Sex vor der Ehe denkt und warum er geben Abtreibung ist.
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