Bahnfahren und trotzdem lachen: Der Erfolg von "Senk ju vor träwelling"
Der Zug hat Verspätung, das Essen im Bord-Bistro ist aus, der Zugbegleiter dreht hohl - über die Bahn kann man Bücher schreiben. Mark Spörrle und Lutz Schumacher haben es getan und sind gerade mit "Senk ju vor träwelling" erfolgreich. Ein Interview
Das Buch ist eine herrliche Satire und eine wunderbare Lektüre für (zu) lange Bahnfahrten: Die Journalisten Mark Spörrle und Lutz Schumacher schildern in ihrem Bändchen "Senk ju vor träwelling" die Stationen einer Bahnfahrt. Sie schreiben über die Reisevorbereitungen, die eigentliche Fahrt und die vermeintlichen "geheimen Pläne der Bahn". Die beiden geben aber auch Tipps wie: Eine Sonnenbrille sollten Sie aber auch bei schlechtem Wetter tragen - damit ihre Platzkonkurrenten, wenn Sie das Abteil stürmen, nicht erkennen können, welchen freien Sitz Sie fixieren oder Haben Sie obendrein immer ein paar gut gefälschte Schmuckstücke dabei. Diese können Sie im Notfall bei Leuten, die die Notlage ihrer Mitmenschen schamlos ausnutzen (davon tummeln sich bei der Bahn genug), gegen Nahrung oder eine Mitfahrgelegenheit in einem Auto eintauschen. Herr Spörrle, ich bin am Wochenende auch wieder viel Bahn gefahren und hatte genug Zeit, Ihr Buch zu lesen. Mark Spörrle: Da hat wohl wieder mal nicht alles geklappt wie es sollte ... aber das ist ganz normal!

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erst am wochenende wieder mit der bahn gefahren. mit anschlusszug nicht bekommen und über eine stunde verspätung.
aber: ich bekam 10% des reisepreises als gutschein wieder zurück.
synthie_und_roma sagte:
aber: ich bekam 10% des reisepreises als gutschein wieder zurück.
Ja Wahnsinn, 10%, herzlichen Glueckwunsch! Genau das ist einer der Gruende fuer meinen Hass auf die Deutsche Bahn... Das, und dieses Gefuehl der Scham wenn ich Auslaender darueber aufklaeren muss, dass weltweit unerhoert gute Ruf der Deutschen Bahn (puenktlich, zuverlaessig, etc.) vermutlich noch aus dem Kaiserreich stammt, mit der heutigen Realitaet aber absolut gar nichts zu tun hat.
Zum Vergleich: ich fahre hier in Spanien jede Woche mindestens zwei mal mit dem Zug. Fuer die Strecke von ca. 300 km brauche ich je nach Uhrzeit/Stopps zwischen 1,5 und 2 Stunden. In der Regel kommt der Zug 5 Minuten vor der geplanten Ankunftszeit an.
Sollte es tatsaechlich mal zu einer Verspaetung kommen, krieg ich ab 15 Minuten 50%, ab 30 Minuten 100% des Fahrpreises zurueck - in bar natuerlich, nicht als Gutschein.
Herr Hartmut M. aus B.: Bitte ein Beispiel daran nehmen! (und dann tritt endlich zurueck, Du inkompetenter politisch verfilzter Versager)
Englisch sprechen die Zugbegleiter hier allerdings noch schlechter als in D.
Ich sehe das Hauptproblem bei den Menschen hier: Wenn an einem deutschen Bahnhof der Zug auch nur fünf Minuten Verspätung hat, stehen viele der Wartenden kurz vor dem Kollaps und schimpfen und reagieren vollkommen unangemessen. Einfach mal relaxen und bißchen entspanne, wäre mein Vorschlag.
Besonders interessant, dass auch viele Leute, die sich sonst für sehr entspannt und kein bißchen spießig halten, in Bezug auf die Bahn so extrem deutsch-preußisch korrekt werden. Meine, das auch schon desöfteren in diversen Jetzt-Foren beobachtet zu haben.
@Make_war: Eben. Also, ich bin schon in einigen Ländern Bahn gefahren (Deutschland, Schweiz, Frankreich, Spanien, Portugal, Großbritannien, Polen) und muss sagen, dass die Deutsche Bahn da nicht unbedingt unpünktlicher ist ihre Pendants im Ausland. Vielleicht ist das auch einfach ein Problem der Bahn an sich, über das man sich mal ganz unabhängig von der jeweiligen Firma Gedanken machen könnte. (Ich meine, die haben ja das ganze Schienennetz für sich und können das selber planen. LKW oder Reisbebusse stehen vielleicht mal im Stau, für den sie selbst nichts können, aber eine Eisenbahngesellschaft bestimmt ja selbst, wann wo welcher Zug fährt.)
Und das mit dem schlechten Englisch, OK... Aber selbst was Englischkenntnisse angeht, sind die Deutschen in Europa noch relativ gut dabei, meines Wissens sind nur Niederländer und Skandinavier besser. (Ach ja, und Briten und Iren natürlich; die hätte ich jetzt fast vergessen.)
wobei das in deutschland glaub ich auch eine frage der zugart ist. ich fahre seit 5 jahren nur ice (weil lange strecke) und kann eigentlich keine einzige nennenswerte verspätung zum besten geben. ganz selten mal 20 minuten oder so. selbst als streik war, da bin ich eher noch besser gefahren. und auch mit dem umsteigen nie probleme gehabt. was mich wirklich nervt, sind die preise im ice und dass man dafür ggf. auch noch stehenderweise seine 7 stunden fahrt verbringen darf wenn man pech hat und für 4 euro keinen platz reserviert hat. noch offensichtlicher kann man seine fahrgäste niciht abzocken.
vom rückbau der bordrestaurants in bistros ganz zu schweigen, als es noch "richtige" speisewagen gegeben hat, habe ich das angebot gern mal genutzt.
jetzt kaufe ich noch nen kaffee und das wars. daß das angebot im zug überteuert ist, nunja, das ist halt so, aber die auswahl als solche ist genauso unter aller kanone. außerdem scheint es ein ungeschriebenes gesetz zu sein, daß speisewagenschaffner mehr schmuck tragen müssen als ein zuhälter.
alcofribas sagte:
die bahn hat nen knall, das sei allein damit umrissen, daß die zahl von laptops und anderen tragbaren geräten, die man mitführt, exponentiell steigt - und was macht die bahn? schraubt die steckdosen ab. da fällt einem nichts mehr ein.
Na genau deswegen werden die's ja wohl machen - zu viele Nutzer, zuviel Verbrauch...
@WE-Zyniker: die Zuege heissen AVE, die aktuelle Generation ist von Siemens und mit dem ICE 3 ziemlich identisch. Und ja, das ist der mit dem ich fahre.
Die Geld-zurueck-Garantie gilt aber fuer das gesamte Hochgeschwidigkeitsnetz, was nicht nur das ICE-Aequivalent, sondern so ziemlich den gesamten Fernverkehr (also nicht nur die Handvoll AVE-Strecken) umfasst. Im Nahverkehr wird das wohl nicht ganz so grosszuegig geregelt sein.
@make_war: ich bin sowieso unentspannt, es geht mir auch immer auf den Sack wenn mein Flieger ein paar Minuten Verspaetung hat...
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28.04.2008 - 20:46 Uhr
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