22.04.2008 - 19:00 Uhr

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BKA-Gesetz: SPD-Politiker bricht Radio-Interview ab

Text: dirk-vongehlen

Angestrichen:

Moderator: Guten Morgen, Herr Edathy! Wenn Sie sich morgens die Zähne putzen: Sind Sie eigentlich nackt oder haben Sie Unterwäsche an?
Edathy: Ich äh, wieso ...?
Moderator: Die Frage ist Ihnen unangenehm oder warum?
Edathy: Ich weiß nicht, was das mit der Sache zu tun hat. Also, was soll denn der Scheiß ... Entschuldigung, auf Wiederhören!

Wo steht das? Es steht nirgends, aber auf der Website von radioeins kann man es anhören. Es handelt sich um die Aufzeichnung eines Interview-Versuchs. Der Moderator der Sendung "Der schöne Morgen" wollte mit dem Vorsitzenden des Bundestags-Innenausschusses, Sebastian Edathy, über das so genannte BKA-Gesetz reden. Doch der SPD-Politiker beendete das Gespräch ziemlich abrupt und live auf Sendung.
SPD-Innenpolitiker Edathy wollte mit radioeins nicht übers Zähneputzen reden, Foto: dpa Mit Hilfe des so genannten BKA-Gesetzes sollen Terrorverdächtige zukünftig abgehört werden dürfen - und zwar alles, was sie sagen, auch sehr private und intime Details. Darüber wollte radioeins mit dem SPD-Politiker sprechen - doch dem gefiel die provokante Einstiegsfrage wohl nicht. Er brach das Gespräch ab. Das Problem: Nicht nur die Berliner Hörer von radioeins wurden Zeugen des unsouveränen Gesprächsverlaufs, auf der Website des Senders kann man Edathys Reaktion jederzeit auf Abruf anhören. Dadurch wird Edathys Auflegen zum Thema im Web: Auf abgeordnetenwatch.de fragen interessierte Bürger nach und in Blogs (zum Beispiel hier, hier und hier) wird über Edathy diskutiert. Hältst du die Reaktion des SPD-Abgeordneten für angemessen? Was hältst du davon, dass seine Reaktion jetzt für jeden abrufbar im Netz steht? Ein akustischer Textmarker.


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Fehlerteufel
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Mag ich Mag ich nicht

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22.04.2008 - 19:03 Uhr
Fehlerteufel

[...] wird über Edathys ??? diskutiert.

dirk-vongehlen
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22.04.2008 - 19:05 Uhr
dirk-vongehlen

Danke! Das überflüssige "s" ist raus.

dem_osten_so_nah
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Mag ich Mag ich nicht

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22.04.2008 - 19:17 Uhr
dem_osten_so_nah

naja mein gott, er is halt heute mittm falschen fuß aufgestanden und wenn mir gleich jemand als erste amtshandlung so eine frage stellt, dann kann ich schon verstehen, dass man darauf keinen bock hat.

MorbusBahlsen
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Mag ich Mag ich nicht

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22.04.2008 - 19:32 Uhr
MorbusBahlsen

Er hat verkannt worums dem Moderator ging. Er hätte es sich als studierter Soziologe besser mit der Frage, worauf der Moderator damit hinauswill, behelfen können. Stattdessen greift er auf die prüdesten Mittel, die ihm in seinem Amt zur Verfügung stehen, zurück. Anstatt dann jedoch einen Fehler einzugestehen, den Sinn einer solchen Frage zum Thema (das ja vorab als Interviewthema bekannt war) nicht erkannt zu haben, geht er in die Defensivposition und verteidigt seine verbale Entgleisung.

Es macht Mut, wenn die Politiker doch nicht so ganz hinter ihren Überwachungsgesetzen stehen können, vielleicht müssen wir das Wort der "Unschuldsvermutung" noch nicht ganz aus unserem Wortschatz streichen.

totempole
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Mag ich Mag ich nicht

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22.04.2008 - 19:34 Uhr
totempole

die frage sollte halt auf herausfordernde weise die bka-gesetz-problematik auf den punkt bringen, und das auflegen edathys zeigt ziemlich deutlich, dass auch er offensichtlich eigentlich überhaupt keinen bock drauf hat, sich bezüglich persönlichster bereiche aushorchen zu lassen. als spontane indirekte antwort jedenfalls ungewollterweise schon mal ganz brauch- und verwertbar

MorbusBahlsen
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22.04.2008 - 19:35 Uhr
MorbusBahlsen

Er verteidigt seine Position übrigens in seinem politischen Gästebuch, habe ich vergessen anzufügen.

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Mag ich Mag ich nicht

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22.04.2008 - 19:42 Uhr
MorbusBahlsen

Er geht also, auch in dem jetzt wohl hoffentlich erlanten Wissen, dass es anders gemeint war, trotzdem gar nicht auf diese Frage ein oder versucht eine Antwort als Ersatz für das abgebrochene Interview zu geben, sondern versucht lediglich den Abbruch durch panisches Auflegen zu rechtfertigen. Zumindest habe ich noch nichts gegenteiliges woanders gelesen, bitte den Link, sollte jemand etwas entdecken!

eisengrau
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22.04.2008 - 19:51 Uhr
eisengrau

Sagen wir mal so: in Kenntnis des morgendlichen TV- und Radioprogramms hätte ich auch geglaubt, dass das schon das ganze Interview sein sollte.
Wer ahnt denn, dass das irgendwie eine Metapher werden soll, mit der man den Bogen zur Innenpolitik spannen will?

Ein bisschen cooler hätte er allerdings schon reagieren können, auch wenn's ihm zu boulevardesk ist. Er will ja auch wiedergewählt werden.

pale_fountain
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22.04.2008 - 20:07 Uhr
pale_fountain

Worauf der Fragende hinaus wollte, war doch wohl klar. Herr Edathy hatte halt keine Antwort bzw. seine Nerven bezüglich des Themas liegen wohl recht blank. Ist schon nicht verkehrt, wenn man das weiß.

eisengrau
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22.04.2008 - 20:19 Uhr
eisengrau

@pale_fountain: Das ist Dir und mir jetzt klar, weil wir den ganzen Kontext hier zu lesen kriegen.

Aber unvermittelt von einem Radiomoderator sowas am Telefon gefragt zu werden... Das Sat.1-Frühstücksfernsehen hätte an der Stelle das Interview auch beendet und die Frage, ob Zähneputzen nackt oder in Unterwäsche, zum Topthema gemacht, inklusive Zuschauerabstimmung ;-)

MorbusBahlsen
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22.04.2008 - 20:22 Uhr
MorbusBahlsen

Das ist sein gutes Recht. Das gestehe ich ihm zu. Aber mir fehlt die passende Stellungnahme, er bleibt aber dabei, dass der Moderator die Frechheit besaß, ihn dies zu fragen. Eine ernste Antwort hat der Moderator als Einstieg ins Interview sicher nicht erwartet. Er bleibt dabei, mit all dem Kontext den wir jetzt auch haben. Das ist der springende Punkt für mich!

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22.04.2008 - 20:24 Uhr
MorbusBahlsen

Nein, er muss sogar dabei bleiben, alles richtig getan zu haben. Bei einem Fehler von ihm könnte man ihm unterstellen, dass das ganze Überwachungssystem nicht so fehlerfrei wie propagiert ist.

drolli
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22.04.2008 - 20:28 Uhr
drolli

Also wer als Abgeordneter ein Radiointerview gibt sollte sich besser im Griff haben.

MorbusBahlsen
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22.04.2008 - 20:29 Uhr
MorbusBahlsen

Oh und auf meiner Suche nach seinem Wahlprogramm (das habe ich noch nicht gefunden, für Links auch hier dankbar) stolperte ich im Focus hierüber:

"Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Sebastian Edathy (SPD), bezeichnete die Vorgänge in Hessen, wo sich Ypsilanti von der Linken zur Ministerpräsidentin mitwählen lassen wollte und dann mangels Unterstützung einen Rückzieher machen musste, als „ausgesprochen irritierend“. „Einen solchen erkennbaren Mangel an Professionalität sollte man sich kein zweites Mal leisten“, sagte Edathy der „tageszeitung“."

http://www.focus.de/politik/deutschland/...

Jetzt darf er vor der eigenen Haustür kehren...

suesswarenabteilung
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22.04.2008 - 20:42 Uhr
suesswarenabteilung

ich hätte an seiner stelle auch nich anders reagiert. manchmal sind radiomoderatoren am morgen einfach nicht lustig sondern nur zum kotzen... wer mal beim radio gearbeitet hat, weiß was ich meine...[was jetzt nichts mit meiner meinung zum bka-gesetz grundsätzlich zu tun hat...]

jules__
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22.04.2008 - 20:44 Uhr
jules__

edathy hat vor einer weile schon gefordert mit gummigeschossen auf demonstranten schießen zu lassen, wenn diese sich nicht regelkonform verhalten. ich halte ihn für einen der unmöglichsten politiker in den reihen der sozialdemokraten.

eisengrau
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22.04.2008 - 21:15 Uhr
eisengrau

@Morbus, drolli:
Richtig. Wer sich in die Öfentlichkeit begibt, muss mit ihr umgehen können, das ist der Beruf.
Auf der anderen Seite: Andere Prominente weichen keinen Millimeter von vorgefertigten Interviewleitfäden ab und brechen sofort ab, wenn sich spontan was Unbequemes anbahnt. Viele Schauspieler zum Beispiel, und die sind sich auch für sonst nichts zu schade.
Und man muss sich überlegen: Was hätte ein Dr. Helmut Kohl geantwortet? Ein Willy Brandt? Eine Angela Merkel?

Ob man den Politiker hier nun mag oder nicht (ich mag ihn auch nicht), aber das Recht, sich diesen Einstieg in ein seriöses Interview zu verbitten, muss man ihm lassen.
Man hat ihm sicher auch nicht vorher gesagt, dass man zur plastischen Verdeutlichung so beginnen werde.
Man hat den Überrumpelungseffekt gesucht, und beinahe hätte es ja auch geklappt, wenn man genau hinhört ;-)

pale_fountain
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Mag ich Mag ich nicht

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22.04.2008 - 21:19 Uhr
pale_fountain

Die einfache Frage "Worauf wollen sie hinaus?" hätte es vorerst auch getan. So machen das richtige Politiker ;)

eisengrau
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Mag ich Mag ich nicht

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22.04.2008 - 21:30 Uhr
eisengrau

Der hier ist eben mehr Gentleman als Politiker und redet grundsätzlich nicht über seine Unterwäsche, egal, worauf sein Gegenüber hinaus will ;-)

MorbusBahlsen
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22.04.2008 - 21:43 Uhr
MorbusBahlsen

Es ist doch interessant, dass er hier von gesellschaftlichen Konventionen selbst Gebrauch macht, die er anderen gerade abspricht, nämlich denen über Privatsphäre. Ins Visier geraten ist auf einmal eine vollkommen ablehnende Haltung Dingen gegenüber festzustellen, die er im nächsten, vorgefertigt höflichen Interview mit passendem Konzeptblatt keine 5 Minuten später mit Nachdruck vertreten würde.

Was wählen wir doch für Politiker, wenn sie hinter ihren Versprechungen nicht selbst stehen können und deshalb jederzeit Maßreden parat haben. Bei Schauspielern, deren Beruf das nachplappern von anderer Leute Gedankengut ist, erscheint mir das schon viel einleuchtender.

Digital_Data
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22.04.2008 - 21:48 Uhr
Digital_Data

Wie geil ist das denn ! Super, so stellt man Leute und ihre verqueren Vorstellungen bloß. Nach einer Rückfrage mit Scheiße zu antworten und aufzulegen zeugt von schlechter Kinderstube.

Auch Überwachungen kommen unerwartet, insofern kann er sich ja schon mal etwas in die Situation einleben. Bei mir selbst wurde eine Hausdurchsuchung durchgeführt aufgrund eines anonymen Hinweises. Der Hausdurchsuchung war nicht richterlich bestätigt. sondern mit "Gefahr in Verzug" lediglich vom Staatsanwalt bestätigt. Ein Polizist, dem die Sache selbst unangenehm war bestätigte mir hinter vorgehaltender Hand, dass der anonyme Hinweis 4 Wochen alt war. So viel zu unserem Rechtsstaat.

Digital_Data

eisengrau
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22.04.2008 - 21:50 Uhr
eisengrau

*Was wählen wir doch für Politiker, wenn sie hinter ihren Versprechungen nicht selbst stehen können und deshalb jederzeit Maßreden parat haben.*

Das denke ich mir schon, seit ich das Wahlalter erreicht habe.

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22.04.2008 - 21:57 Uhr
eisengrau

Digital_Data sagte:
Auch Überwachungen kommen unerwartet, insofern kann er sich ja schon mal etwas in die Situation einleben. Digital_Data


Der muss sich nicht einleben, der wird nicht überwacht. Politische Immunität. Es sei denn, er hat Terrorverdächtige zum Kaffee da.

Hausdurchsuchungen mit der Begründung Gefahr im Verzug gab es übrigens vor 20 Jahren auch schon. Neu ist nur die Bespitzelung in Bild und Ton. Und selbst da bin ich mir nicht sicher.

Digital_Data
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22.04.2008 - 22:01 Uhr
Digital_Data

@eisengrau

Das war vor 20 Jahren ;-).

Und mehr, wer glaubt bei uns gäbe es sowas wie "In dubio pro reo", der sollte sich auch mal näher mit unseren gerichten beschäftigen.

Digital_Data

eisengrau
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22.04.2008 - 22:15 Uhr
eisengrau

Dafür gab es vor 20 Jahren noch keine Handys, über die man geortet werden konnte. Hach, die gute, alte Zeit... ;-)

MorbusBahlsen
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22.04.2008 - 22:16 Uhr
MorbusBahlsen

Ist es bezeichnend, dass man die Wahlprogramme nicht mehr auffinden kann (oder zumindest nur wenn man noch länger als ich jetzt sucht)?

alcofribas
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22.04.2008 - 22:56 Uhr
alcofribas

ich finde das absolut in ordnung. gerade das gelaber von radio eins ist morgens nur schwer zu ertragen.
als politiker muß man sich vieles, aber nicht alles gefallen lassen.

und die werden sicher wieder bei ihm anrufen, so wie er sicher wieder zusagen wird, für ein interview. so läuft die nummer.

MorbusBahlsen
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22.04.2008 - 23:00 Uhr
MorbusBahlsen

Ich finde das nicht so absolut in Ordnung. Gerade das Gelaber von Radio Eins ist mir aber nicht so bekannt.
Als Bürger muss man sich leider auch vieles, aber nicht alles gefallen lassen.

Und die werden sicher wieder bei einem nachforschen, so wie derjenige sicher wieder nicht zustimmen würde, für ein intransparentes interview. So läuft die Nummer.

:) :) :)

totempole
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22.04.2008 - 23:15 Uhr
totempole

alcofribas
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22.04.2008 - 23:16 Uhr
alcofribas

"Als Bürger muss man sich leider auch vieles, aber nicht alles gefallen lassen."

politiker sind auch bürger. woher die annahme kommt, sie sollten beherrschter, abstinenter, monogamer oder weniger korrupt sein, als das volk, das sie vertreten, ist mir schleierhaft.

MorbusBahlsen
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22.04.2008 - 23:36 Uhr
MorbusBahlsen

Noch jedes Datenspeicherungssystem ist irgendwann mal geknackt worden und der Missbrauch von Macht oder Machtposition ist ja, wie du selbst bemerkst, niemandem im Staate abzusprechen. Solange unsere Bespitzelungsdaten in sicherer Hand liegen, und nur Polizist Fritz über die Unterhosenfarbe des Bürgers in Ministerkleidung Bescheid weiß, allerhöchstens so lange bietet das System die geforderte Sicherheit - für den Bürger. Mir aber mit Immunitätsschutz meine bisher gewährte Immunität im Privatbereich abzusprechen? Mit der gewählten Route der Bürgerverklärung beweist für mich der Bürger im Ministerkleid, dass er vielleicht wegen dieses Immunitätsschutzes noch viele Ämter bekleiden möchte, um von dort gewählt die Rute mit den kleidsamen Bürger im Visier loszulassen.

filler_thriller
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22.04.2008 - 23:51 Uhr
filler_thriller

ist mir komplett scheiß egal.

eisengrau
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22.04.2008 - 23:54 Uhr
eisengrau

Mir wird das jetzt ein zu dickes Knäuel an ineinander verhedderten Themen.

Ich räume ein, dass man diese Szene als Schuldeingeständnis eines Politikers mit zweifelhaften Absichten sehen kann, das durch raffinierten Journalismus erzwungen wurde, was ich aber für eher unwahrscheinlich halte, da ich weder diese Radiosendung für raffiniert, noch den Politiker für so schuldbewusst halte.

Ich sehe es daher eher so, dass sich ein etwas spießiger Karrieretyp durch die Frage nach seiner Nacktheit kompromittiert sah, keine schlagfertige Antwort parat hatte, die ihn aus der Nummer als lässigen Sieger hätte rausgehen lassen, und daher einfach aufgelegt hat.

Wer's genau wissen will, wird Mäuschen spielen müssen ;-)

MorbusBahlsen
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23.04.2008 - 00:23 Uhr
MorbusBahlsen

Ist seine erste Reaktion normal? - Verständlich zumindest.
Sind seine Erklärungsversuche verständlich? - Diskutabel zumindest.
Die Privatsphäre erspitzeln wollen? - Indiskutabel, auch für ihn.

Die Radiosendung, welcher Qualität sie auch sein mag, sehe ich hier eher als Stein des Anstoßes für eine größere Sache. Diese welche an vielen Bürgern leider ohne solche Wachrüttler fast ungesehen vorübergehen würde.

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23.04.2008 - 00:47 Uhr
MorbusBahlsen

Es erfreut schon, wenn man zum Thema Onlinedurchsuchung dann von selbigem Herrn Edathy liest:
„Es wird keine staatliche Peepshow geben, der gespeicherte Liebesbrief bleibt für die Ermittler tabu.“

http://www.focus.de/politik/deutschland/...

Ein Richter müsse die Daten erst freigeben und nichtzutreffendes streichen. Die Ermittler sich so lange taub stellen. Bis sie alle merken, dass Bombe Kind heißt, vielleicht sogar Gerd oder Gerda, und die Terroristen alle Eheprobleme haben. Für wie dumm lassen wir uns denn verkaufen?!

kikuju
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23.04.2008 - 01:02 Uhr
kikuju

eisengrau sagte:
Sagen wir mal so: in Kenntnis des morgendlichen TV- und Radioprogramms hätte ich auch geglaubt, dass das schon das ganze Interview sein sollte.
Wer ahnt denn, dass das irgendwie eine Metapher werden soll, mit der man den Bogen zur Innenpolitik spannen will?


ich nehme an, du kennst radio1 nicht?
das ist defintiv kein "hallo wach hier die charts der 80er, 90er und das beste von heute" (auch wenn alco es im gegensatz zu mir morgens nervig findet ;) - leider hab ich das verpasst).

ich find den einstieg okay und wenn der interviewte damit ein problem hat, dann kann er ja auch einfach zurückfragen, was der scheiß soll (natürlich im politikersprech) und darüber auch gleich seinen punkt klar machen.

volume
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23.04.2008 - 01:10 Uhr
volume

"meistens mindestens in unterhose, sonst schlackert mein schwanz so." ...? das wäre doch mal ein skandälchen gewesen, aber die aktion ist echt keine nachricht wert.

es soll schon mal vorkommen, dass interviews abgebrochen werden...

Digital_Data
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23.04.2008 - 01:55 Uhr
Digital_Data


Moderator: Guten Morgen, Herr Edathy! Wenn Sie sich morgens die Zähne putzen: Sind Sie eigentlich nackt oder haben Sie Unterwäsche an?
Edathy: Ich äh, wieso ...?
Moderator: Die Frage ist Ihnen unangenehm oder warum?
Edathy: Ich weiß nicht, was das mit der Sache zu tun hat. Also, was soll denn der Scheiß ... Entschuldigung, auf Wiederhören!


Also wer auf die Frage "Die Frage ist Ihnen unangenehm oder warum?" - "Also was soll denn der Scheiß" anwortet, der hat sie wohl nicht alle, sorry. Demokratie heißt ja auch unterschiedliche Meinungen zu haben. "Ich weiß nicht was das mit der Sache zu tun hat" scheint ein wenig ausgeprägtes Verständnis für unterschiedlcihe Meinungen zu zeigen, denn auch hier haben durchaus einige verstanden, was gemeint war. Aber das ist typische Politiker-Gusto, nach dem Motto ich beantworte meine eigenen Fragen.

Digital_Data

alcofribas
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23.04.2008 - 08:20 Uhr
alcofribas

"Demokratie heißt ja auch unterschiedliche Meinungen zu haben"

demokratie heißt offenbar, dass jeder immer und überall alles sagen kann, jeder journalist, jeder blogger, jeder blog-kommentator - nur jeder politiker nicht.
hätte edathy eine geschliffene antwort parat gehabt, die dem moderator den wind aus den segeln nimmt, hätte alles aufgeschrien: "tüüüüpisch aalglatter politiker" - so hat er halt "scheiße" gesagt. das gestehe ich jedem politiker zu.
aber so ist das eben, wir haben 80 mio bundestrainer, 80 mio tagesthemensprecher und auch 80 mio politiker, die natürlich immer alles besser wissen, nie "scheiße" sagen und das ding "auf jeden fall rein gemacht hätten"

LarsLarsen
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23.04.2008 - 09:13 Uhr
LarsLarsen

die frage nackt/unterhose ist dumm, unverschämt und bezugslos. mit solchen journalisten muss sich niemand unterhalten. er hätte eigentlich kommentarlos auflegen sollen.

tommikienzle
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23.04.2008 - 10:40 Uhr
tommikienzle

Interessante Links zum Thema:

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/277...

und

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/272...

Edathy hat nämlich auch die Zeit unter Druck gesetzt.

Schönen Gruß,

Thomas

DagnyTaggart
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23.04.2008 - 10:48 Uhr
DagnyTaggart

...Klasse. Denn genau das ist die Folge des Stasi 2.0 Gesetztes.

eisengrau
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23.04.2008 - 10:50 Uhr
eisengrau

Das sind zwar interessante Links, aber eben nicht zum Thema. Das Thema hier ist ein Politiker, der ein Radiointerview abgebrochen hat, und damit verletzt er erstmal keinerlei Rechte.

alcofribas
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23.04.2008 - 10:52 Uhr
alcofribas

eisengrau sagte:
Das sind zwar interessante Links, aber eben nicht zum Thema. Das Thema hier ist ein Politiker, der ein Radiointerview abgebrochen hat, und damit verletzt er erstmal keinerlei Rechte.


ach eisen, wir wissen doch, einem politiker, der im radio(!) "scheiß" sagt, ist alles zuzutrauen, von falschparken bis pädophlie.

eisengrau
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23.04.2008 - 10:56 Uhr
eisengrau

Der nächste Bundespräsident heißt sowieso Dieter Bohlen, so wie ich den Geschmack meiner Landsleute einschätze. Mal sehen, wie die Politik sich dann so artikuliert ;-)

volume
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23.04.2008 - 11:11 Uhr
volume

eisengrau sagte:
Der nächste Bundespräsident heißt sowieso Dieter Bohlen, so wie ich den Geschmack meiner Landsleute einschätze. Mal sehen, wie die Politik sich dann so artikuliert ;-)


haha... bohlen als "bundes-dieter"

wir freuen uns auf sprüche wie: „wenn der kuchen redet, müssen die krümel die schnauze halten.“

alcofribas
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23.04.2008 - 11:30 Uhr
alcofribas

"wir freuen uns auf sprüche wie: „wenn der kuchen redet, müssen die krümel die schnauze halten.“

im kern wäre das schon mal ein ansatz...

eisengrau
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23.04.2008 - 12:00 Uhr
eisengrau

Noch interessanter als Präsident wäre ja Ingo "Tourette" Appelt: "Die Hackfressen der Länder müssen mit den Arschlöchern im Bundestag den F *bleep* *bleeep* *bleeeep*, meine a*bleep*gef*bleep*en Damen und Herren."

Beru
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23.04.2008 - 12:00 Uhr
Beru

Die Reaktion war ja mal völlig menschlich. Ist ja auch klar, dass man nicht Opfer seiner eigenen Gewalt werden will. "Zeigt" natürlich, was wir schon alle längst wussten: das Gesetz ist politischer Dünnschiss.

CommodoreSchmidtlepp
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23.04.2008 - 12:17 Uhr
CommodoreSchmidtlepp

Diese Frage war vollkommen legitim, sie trifft nämlich den absurden und menschenfeindlichen Kern des BKA-Gesetzes. Mit seiner Reaktion entlarvt sich Herr Edathy als dem Thema anscheinend nicht ganz gewachsen, was traurig ist, bedenkt man seine Position im Bundestag.

Cheers!

Der Commodore

Crushed_on_You
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23.04.2008 - 14:20 Uhr
Crushed_on_You

Völlig adäquate Reaktion, hoffentlich stilbildend.

seco2k6
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23.04.2008 - 17:07 Uhr
seco2k6

Diese Frage hat überhaupt gar nicht den Kern des BKA-Gesetzes gefroffen, sie wurde nur provokanterweise maßlos überzogen.

Melek_et_omnes_sancti
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Mag ich Mag ich nicht

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24.04.2008 - 13:29 Uhr
Melek_et_omnes_sancti

...die sprache seiner hände sagt doch schon alles, oder...? mich wundert nur, dass dieses bild zur veröffentlichung freigegeben wurde.

gez.
der checker

;-

drolli
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Mag ich Mag ich nicht

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24.04.2008 - 20:16 Uhr
drolli

@eisengrau 22.04.2008 | 21:15

Selbstverstaendlich kann man ein Interview abbrechen. Aber doch nicht mit "was soll der Scheiss". Die Vorstellung dass so jemand Ausschuesse leitet laesst mich schauern.

wrzlbrmft
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Mag ich Mag ich nicht

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05.06.2008 - 21:09 Uhr
wrzlbrmft

Edathy verkörpert den typischen MdB: Zu ..., um den Kern der Frage zu verstehen, zu arrogant, um es einzugestehen. Die sind einfach nicht intelligenter. Siehe das ARD-Interview mit MdBs, darunter Minister, kurz vor der Abstimmung über den EU-Verfassungsvertrag, die sogenannte EU-Verfassung. Kein einziger und keine einzige hatten einen blassen Schimmer, um was es geht, oder wie die Flagge der EU aussieht (um nur einen kleinen Nebenaspekt zu erwähnen)! Aber über unser Schicksal abstimmen. Glücklich, wer wie ich darüber lachen kann. Es ist eine Mischung aus völliger Abgehobenheit und ausgefeilten, aber verfehlten Konzepten, die unsere Parlamentarier und Regierenden ausmacht.


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