BKA-Gesetz: SPD-Politiker bricht Radio-Interview ab
Angestrichen:
Moderator: Guten Morgen, Herr Edathy! Wenn Sie sich morgens die Zähne putzen: Sind Sie eigentlich nackt oder haben Sie Unterwäsche an?
Edathy: Ich äh, wieso ...?
Moderator: Die Frage ist Ihnen unangenehm oder warum?
Edathy: Ich weiß nicht, was das mit der Sache zu tun hat. Also, was soll denn der Scheiß ... Entschuldigung, auf Wiederhören!
Es steht nirgends, aber auf der Website von radioeins kann man es anhören. Es handelt sich um die Aufzeichnung eines Interview-Versuchs. Der Moderator der Sendung "Der schöne Morgen" wollte mit dem Vorsitzenden des Bundestags-Innenausschusses, Sebastian Edathy, über das so genannte BKA-Gesetz reden. Doch der SPD-Politiker beendete das Gespräch ziemlich abrupt und live auf Sendung.

SPD-Innenpolitiker Edathy wollte mit radioeins nicht übers Zähneputzen reden, Foto: dpa
Mit Hilfe des so genannten BKA-Gesetzes sollen Terrorverdächtige zukünftig abgehört werden dürfen - und zwar alles, was sie sagen, auch sehr private und intime Details. Darüber wollte radioeins mit dem SPD-Politiker sprechen - doch dem gefiel die provokante Einstiegsfrage wohl nicht. Er brach das Gespräch ab.
Das Problem: Nicht nur die Berliner Hörer von radioeins wurden Zeugen des unsouveränen Gesprächsverlaufs, auf der Website des Senders kann man Edathys Reaktion jederzeit auf Abruf anhören. Dadurch wird Edathys Auflegen zum Thema im Web: Auf abgeordnetenwatch.de fragen interessierte Bürger nach und in Blogs (zum Beispiel hier, hier und hier) wird über Edathy diskutiert.
Hältst du die Reaktion des SPD-Abgeordneten für angemessen? Was hältst du davon, dass seine Reaktion jetzt für jeden abrufbar im Netz steht? Ein akustischer Textmarker.
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Es macht Mut, wenn die Politiker doch nicht so ganz hinter ihren Überwachungsgesetzen stehen können, vielleicht müssen wir das Wort der "Unschuldsvermutung" noch nicht ganz aus unserem Wortschatz streichen.
22.04.2008 - 19:42 Uhr
MorbusBahlsen
Wer ahnt denn, dass das irgendwie eine Metapher werden soll, mit der man den Bogen zur Innenpolitik spannen will?
Ein bisschen cooler hätte er allerdings schon reagieren können, auch wenn's ihm zu boulevardesk ist. Er will ja auch wiedergewählt werden.
Aber unvermittelt von einem Radiomoderator sowas am Telefon gefragt zu werden... Das Sat.1-Frühstücksfernsehen hätte an der Stelle das Interview auch beendet und die Frage, ob Zähneputzen nackt oder in Unterwäsche, zum Topthema gemacht, inklusive Zuschauerabstimmung ;-)
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22.04.2008 - 19:03 Uhr
Fehlerteufel