Bloggen in München: „Man kennt sich, man liest sich, lässt sich aber auch in Ruhe“
Text: dirk-vongehlen
Die Münchner Bloggern Lisa Sonnabend und Patrick Gruban sprechen über den Spaß am Stadt-Schreiben und über München im Netz
Als sie anfing, hörte er schon fast wieder auf: Lisa Sonnabend und Patrick Gruban sind die beiden vermutlich bekanntesten Blogger Münchens. Patrick hat bis zum Jahr 2006 auf dem Blog minga.de geschrieben, Lisa schreibt (gemeinsam mit Maximilian Sterz) seit Ende 2005 das Stadtblog muenchenblogger.de. jetzt.muenchen hat die beiden an einen Tisch geholt, um mit ihnen über Blogs aus der Stadt zu reden und darüber, ob München eine gute Stadt zum Bloggen ist.
Lisa, du betreibst Münchenblogger und arbeitest auch als freie Journalistin (unter anderem auch für jetzt.de und die SZ). Wie unterscheidet sich das?
Lisa: Ich schreibe auf muenchenblogger viel persönlicher als beim journalistischen Arbeiten. Und die Kommentare zu meinen Texten sind viel direkter, die Leser stehen dort in unmittelbarem Kontakt mit mir.
Nervt es euch, wenn ihr immer wieder erklären müsst, was eigentlich ein Weblog ist?
Lisa: Ich bin letztens auf einer Feier genau danach gefragt worden und hatte da in der Tat so meine Probleme, es zu erklären. Ich habe dann probiert es so zu erklären, dass die Beiträge einfach chronologisch geordnet sind, stark vernetzt und verlinkt sind und auf einer bestimmten Software basieren. Die haben mich dann aber – glaube ich – für ein bisschen verrückt gehalten.
Patrick: Am besten versteht man es, wenn man sich einfach mal ein Blog anschaut. Denn mittlerweile gibt es so viele unterschiedliche Formen von Blogs, dass man es nur schwer erklären kann. Früher war das noch klarer: Artikel chronologisch untereinander, Kommentare und ein Newsfeed - aber das hilft heute kaum mehr weiter.
Reden wir mal über früher: Wann hast du mit minga.de angefangen?
Patrick: Ende 2004. Damals wollten wir eine Boulevard-Seite für München im Netz anbieten. Vielleicht so auf dem Niveau der Abendzeitung: Kurze Knappe Sachen aus der Stadt, die die Leute interessieren und die sie zwischendurch als Newshäppchen lesen können.
Das klingt fast wie die Idee von Münchenblogger, oder?
Lisa: Ein bisschen schon, aber ich würde sagen: Bei uns ist es weniger Boulevard, sondern mehr wie ein Stadtmagazin. Wir machen kaum aktuelle Meldungen, sondern mehr Angebote, die die Zeitungen in der Stadt nicht so haben. Bei uns geht es mehr ums Ausgehen und da gibt es im Internet für München ja nicht so sonderlich viel.
Wann habt Ihr angefangen?
Lisa: Angefangen hat es im August 2005, so richtig losgelegt haben wir aber erst Ende 2005.
Patrick: Da hat genau unserer erste Pause begonnen. Wir haben 2005 durchgebloggt und dann Anfang 2007 noch mal einen neuen Anlauf mit einer täglichen Blogschau aus den kleinen Blogs der Stadt gemacht. Das kam zwar gut an, hatte aber das gleiche Problem wie unser eigenes Bloggen: Wir haben nicht die Leserzahlen und das Wachstum erreicht, das wir uns vorgestellt haben.
Was für Leserzahlen habt Ihr denn?
Lisa: Bei uns sind es so 2500 bis 3000 Leser am Tag.
Patrick: Wir hatten immer so rund 1000 Besucher am Tag. Die meisten kamen allerdings von Google, also Leute, die nach absurden Themen gesucht haben und dann auf unseren Unterseiten gelandet sind.
Was ging da am besten?
Patrick: Am populärsten war die Kombination von Dirndl und München. Immer rund ums Oktoberfest haben die Leute viel danach gesucht und sind dann bei uns gelandet. Das zweite Thema war ein Interview, das wir mit den Machern der Lokalisten gemacht haben, die ihre Community ja auch aus München machen.
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