18.04.2008 - 19:00 Uhr

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In den Schuhen von: Aliza Shvarts '08, die Kunst aus Abtreibung machen will

Text: meredith-haaf - YDN.com, jezebel.com

Eine Yale-Studentin sorgt mit einem grenzwertigen Performance-Stück für Netz-Remidemmi.

Was sind das für Schuhe: Modisch korrekte, turnschuhartige Stoffstiefel, möglicherweise von Clarks und für eine angehende Performance-Künstlerin an der Ostküste sehr passend. Die Besitzerin hat lustige Fransen an ihnen befestigt, die ihr Schuhwerk einen Touch Mokassin verleihen – und auch ein bisschen an Elvis Presley erinnern. Wem gehören diese Schuhe? Einem Monster, wie es eine Bloggerin formuliert hat. Grundsätzlich gehören sie Aliza Shvarts, einer Kunst-Studentin an der renommierten Yale Universität in den USA. Sie hat eine Abtreibungsperformance als Abschlussprojekt entworfen. Das ist natürlich gefundenes Fressen für die politische Aktivisten, denn in den USA ist das Recht auf Abtreibung höchst umstritten. Die einen, sie selbst wohl inklusive – sehen sie als unerschrockene Kämpferin für das weibliche Recht auf körperliche Selbstbestimmung. Die anderen sehen sie als Serienmörderin oder schlicht aufmerksamkeitssüchtige Mogelpackung.
Aliza vor ihrer Ausstellung Nach eigener Aussage hatte Alicia sich für die Arbeit neun Monate lang regelmäßig selbst künstlich befruchtet. Mit einer Spritze hatte sie sich „So oft wie möglich“ Sperma eingeführt. Einmal im Monat unterzog sie sich einer Kräuter-Abtreibung. Die Prozedur nahm sie auf Video auf, das Blut und Gewebe, das dabei austrat, sammelte sie. Beides möchte sie jetzt eben in der Abschlussausstellung ihrer Klasse zur Schaustellen. Als sie das vor ein paar Tagen bekannt gab, braute sich in der Blogosphäre innerhalb kürzester Zeit eine Kakophonie der moralischen und ästhetischen Entrüstung zusammen. Was Shvarts damit will? Angeblich ein gesellschaftliches Statement abliefern. Sie sei der Meinung, sagte sie den Reportern ihrer Unizeitung, dass es die Aufgabe eines Künstlers sei, politische Aussagen zu machen. Sie wolle zu der US-amerikanischen Debatte über das Abtreibungsrecht einen Beitrag leisten und einen „Diskurs entfachen“. Die meisten Kommentatoren werfen ihr jedoch vor, sie trivialisiere die Abtreibung an sich. Nachdem Abtreibungsgegner in den Medien Sturm gelaufen waren gegen eine Hochschule, die solch gesundheitlich riskanten und moralisch fragwürdigen Experimente erlaube, bezeichnete Yale in einer Pressemitteilung die Performance als „kreative Fiktion“ der Künstlerin. Die wiederum ließ es sich nicht nehmen, ihre Uni der Feigheit zu bezichtigen. Yale wolle sich eben nur aus der Affäre ziehen, ob sie wirklich schwanger geworden sei während den neun Monaten, wisse nicht einmal sie selbst.
Aliza beim performen Wohin gehen die Schuhe? Vermutlich eher nicht den Pfad der Erleuchtung. Sondern entweder zurück in die relative Obskurität, aus der Aliza Shvarts vor drei Tagen heraus stapfte. Oder in ein paar Jahren in die Tate Modern und auf die Shortlist für den Turner Preis. Denn es hat noch kaum einer Künstlerin oder einem Künstler geschadet, einen Mediensturm in die Existenz pusten zu können.


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8 Kommentare

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cursive
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Mag ich Mag ich nicht

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18.04.2008 - 19:54 Uhr
cursive

danke für den interessanten beitrag. mehr davon

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Mag ich Mag ich nicht

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18.04.2008 - 19:54 Uhr
cursive

danke für den interessanten beitrag. mehr davon

marcoe
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Mag ich Mag ich nicht

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18.04.2008 - 20:51 Uhr
marcoe

kunst? da find ich die dose künstlerscheiße im tade wesentlich witziger und "gehaltvoller"!

nelo
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18.04.2008 - 22:34 Uhr
nelo

wäh. ich hab vor kurzem eine künsterlin gesehen, die ihr menstruationsblut gesammelt hat. ich finde solche sachen müßen nicht sein. da stimme ich marcoe zu und finde dass der "bullshit" im tate mir lieber ist.
aber guter beitrag, danke !

dritoni
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10.02.2009 - 10:53 Uhr
dritoni

hallo was machst du da?

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10.02.2009 - 10:54 Uhr
dritoni

was du den da?

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Mag ich Mag ich nicht

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10.02.2009 - 10:55 Uhr
dritoni

selbst wiksa

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10.02.2009 - 10:56 Uhr
dritoni

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