16.04.2008 - 19:00 Uhr

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Studieren ist super! Nie wieder wird Geld so unwichtig sein

Text: lars-weisbrod

Sind Studenten, die kaum Geld haben vom studentischen Leben ausgeschlossen? Kann nicht sein, sagt unser Autor, der finanzielle Klammheit für studiumstypisch hält und einem Selbsterfahrungsbericht auf spiegel.de entgegnet

Auf der Website des UniSPIEGEL erschien am Dienstag der Text einer 25-jährigen Berliner Studentin, „ein zorniger Zwischenruf“ mit dem Titel „Meine Armut kotzt mich an“. Julia, so ihr Name, berichtet dort von ihrem Studentenleben, das für sie manchmal einer Qual gleicht, weil das Geld fehlt, um sorgenfrei dabei sein zu können. Ihre familiäre Situation verhindert einen Bafög-Anspruch, der wohl berechtigt gewesen wäre. Sie arbeitet nebenher in zwei Jobs und das Kindergeld überlässt sie ihrer Mutter, die Arbeitslosengeld II bezieht. Julia verzichtet auf jede Verallgemeinerung ihrer Lage. Aber weil ihr Einzelschicksal in einem journalistischen Kontext auftaucht, raunt es den Leser aus dem Zwischenraum der Zeilen zu: Schaut her und schließt von diesem einen Fall auf das große Ganze! Aber stimmt es denn, dass Julia in ihrer Wut ausspricht, was viele empfinden? Dass Studenten (vor allem seit Einführung der Studiengebühren) zu viel nebenbei arbeiten müssen und deswegen nicht mehr in Ruhe studieren können: Ja, das ist möglicherweise wahr. Dass es immer wieder Fälle gibt, in denen das BAföG-System nicht greift: Auch das ist ein Problem. Aber Julia operiert in ihrem Zwischenruf kaum mit hard facts. Es scheint ihr eher um ein Gefühl zu gehen, um ein Gefühl des Nichtdazugehörens. Vergangenes Jahr wurde die 18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks veröffentlicht, in der die Finanzlage der Studenten empirisch ausgeleuchtet wird. Widerlegen die Zahlen und Daten Julias Gefühl? Bestätigen sie es?
Arme Schlucker oder eine glücklicher Raum vergleichbar mit Vorschulkindern? Wie ist die finanzielle Situation von Studierenden, Foto: dpa „Studierende des Jahres 2006 verfügen über monatliche Einnahmen in durchschnittlicher Höhe von 770 Euro“, heißt es dort. Elf Prozent der Studenten hatten allerdings 500 Euro oder weniger, drei Prozent sogar 400 Euro oder weniger. Ein Fazit der Sozialerhebung: „Nach dem BAföG wird für Studierende, die nicht im Elternhaus wohnen, ein Förderungshöchstsatz von 585 Euro für angemessen gehalten. Die Rechtsprechung geht hingegen von einem Bedarfssatz für solche Studierende von 640 Euro aus. Gemessen an diesen Bedarfssätzen liegt der Anteil der finanziell nicht adäquat ausgestatteten Studierenden bei 22 % bzw. 33 %.“ Und: Nur 60 Prozent der befragten Studenten gingen davon aus, dass die Finanzierung ihres Lebensunterhalts während des Studiums sichergestellt ist. Nie mehr wird der soziale Druck so klein sein Julia ist also nicht ganz alleine, wenn sie sich Sorgen macht. Die Sozialerhebung stützt ihre Sicht der Dinge, denn vielen Studenten mangelt es tatsächlich an Geld. Aber was ist mit ihrem Gefühl des Nichtdazugehörens? Vielleicht sollte man diesem Gefühl keine Zahlen, sondern ein anderes Gefühl entgegensetzen. Eine gegenläufige Einschätzung, die sich in diesen Worten zusammenfassen lässt: Geld und das Haben oder Nicht-Haben dessen ist in der Zeit des Studiums so unwichtig, wie es vielleicht nie mehr sein wird. Julia erzählt von teuren Clubs und Markenkleidung, die sie sich nicht leisten kann – aber wenn es irgendwo keinen sozialen Druck in diese Richtung gibt, dann doch unter Studenten! Studenten trinken billigen Wein und nutzen jeden Trick und jede Mogelei, um umsonst irgendwo reinzukommen. Das Leben von Studenten ist, Zahnmediziner einmal außen vorgelassen, ausgesprochen kulturell bestimmt und kaum materiell. Irgendwohin nicht mitzugehen, weil diesen Monat das Geld ziemlich knapp ist, gehört fast zum guten Umgangston. Der studentische Lebensstil, sei er Klischee oder nicht, entspringt in vielen Dingen auch dem Geldmangel: schlechtes Essen, Jacken aus dem Second-Hand-Shop, Möbel vom Sperrmüll. Von kinderreichen Familien mit geringem Einkommen hört man oft die Klage, dass sie sich seit Jahren keinen Urlaub mehr leisten konnten. Viele Studenten hingegen reisen gerne und oft, weil sie die Möglichkeit haben, das auch ohne großes Geld zu tun, dafür mit Rucksack und Übernachtung bei Freunden aus aller Welt. Ähnliche finanzielle Beschränkungen, unter denen Langzeitarbeitslose leiden, stellen für die meisten jungen Menschen an Universitäten kein psychologisches Problem dar, zumindest kein dauerhaftes. Es gibt diese Momente, in denen Zukunftsängste einen einholen, und in diesen Momenten unterscheiden sich die Kinder reicher Eltern von den Kindern armer Eltern radikal. Aber die meiste Zeit wird dieser Unterschied überdeckt von einer Sorglosigkeit gegenüber der Zukunft. Eine Sorglosigkeit, die nicht ganz zu unrecht über den WG-Partys und Fachschaftsfeten schwebt: Wenig Geld ist nicht gleichbedeutend mit wenig Vergnügen Die studentische Armut ist eine zeitlich begrenzte. Oder soll es zumindest sein. Sie gehört dazu. Darin liegt der Unterschied zwischen einem Studenten mit wenigen hundert Euro im Monat und einem fünfzigjährigen Arbeitslosengeldempfänger. Deswegen werden auch andere Maßstäbe angesetzt, wenn über die Armut von Studenten gesprochen wird. Deswegen ist Geld unter Studenten auch immer ein Thema, aber nie das entscheidende. Weil sie jung sind und eine Perspektive haben, verfallen sie nicht jenem schrecklichen Übel, das manche als das eigentliche Problem der Armen in Deutschland diagnostizieren: dem subjektiven Verlust der eigenen Würde. Gewiss: Vieles liegt auch unter Studenten im Argen, keine Zustände sollte man romantisieren. Trotzdem bilden sie einen von finanziellen Statusgedanken befreiten Raum, wie man ihn ansonsten vielleicht nur unter Vorschulkindern und in Künstlerkolonien findet. Das ist ein schöner Umstand und er gibt den Studenten genügend Gründe zum Feiern, auch mit billigem Wein und ohne Eintritt. Man darf diese Feststellung bloß nicht mit der falschen Aussage verwechseln, Studenten hätten immer genug Geld. Oder gar zu viel. Es ist nicht das übliche Gewäsch, mit dem die FDP-Hochschulgruppe den linken Studierendenvertretern entgegentritt. Es ist vielleicht sogar das Gegenteil: Denn man erinnert daran, dass zumindest in einem bestimmten Lebensabschnitt junger Menschen die Möglichkeit einer Gegenkultur besteht, in der wenig Geld nicht automatisch wenig Vergnügen am Leben bedeutet. Julias Zwischenruf lässt einen anderen Eindruck entstehen. In ihrem Fall ist er sicherlich berechtigt. Aber damit scheint sie eher die Ausnahme zu sein als die Regel.


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kikuju
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Mag ich Mag ich nicht

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17.04.2008 - 23:44 Uhr
kikuju

ich werfe dir vor, dass du mit behauptungen um dich schmeißt, ohne dinge genau zu wissen. du hast aus meinen aussagen einfach geschlussfolgert, dass ich ja keine ahnung haben kann. das war falsch. und absolut arrogant, sich so etwas heraus zu nehmen, selbst wenn und ich möchte das betonen, selbst wenn ich nicht explizit geschrieben habe, dass ich die situation kenne. denn das war nicht nötig!!!
und komischerweise hat glaube ich außer dir mal wieder jeder andere verstanden, was ich sagen will und worum es mir geht.
aber da wir an dem punkt ja auch nicht das erste mal sind, dass du nicht verstehst, was ich dir sage, klemme ich mir weitere erläuterungen jetzt auch. denn es ist einfach völlig sinnlos, dir etwas erklären zu wollen.
und falls du jetzt wieder mit der leier anfangen willst, dass außer dir hier keiner weiß, wie man diskutiert und wie ein meinungsaustausch korrekt abläuft: geschenkt.

Digital_Data
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Mag ich Mag ich nicht

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18.04.2008 - 00:04 Uhr
Digital_Data

Digital_Data sagte als Antwort auf Dein Post:
Wenn Du den Artikel gelesen hast, dann solltest Du auch kurz die Vorgeschichte von Julia reflektieren und die Situation, dass sie wahrscheinlich noch nie "finanziell" mit dabei war. Wenn man dann noch den Statistiken glaubt, dass der Großteil der Studenten aus behüteten Elternhäusern stammt und dadurch z.B. alleine auf einen ganz anderen Kleiderfundus zurückgreifen können, dann fühlt man sich als Tochter einer Hartz IV-Mutter schnell auch ohne entsprechende Bemerkungen zurückgesetzt. Das können aber wahrscheinlich viele, die noch nie in dieser Situation waren nachfühlen. Das ist keine Kritik, sondern das ist eben einfach so. Und auch wenn ich wenig Geld hatte, wenn ein Freund Geburtstag hatte habe auch ich mich noch nie Lumpen lassen. Das gehört einfach dazu.


Also kikuju, vielleicht haben wir ja ne grundlegende Leseschwäche, aber das oben ist meine Antwort. Da schreibe ich: "dann solltest Du auch kurz die Vorgeschichte von Julia reflektieren" Wenn ich schreibe Du solltest das tun, dann meine ich durchaus, dass Du das könntest und nicht, dass Du davon keine Ahnung hast. Du hast es schlicht nicht getan und da kannst Du Dich auch jetzt nicht mehr rausreden.

"Das können aber wahrscheinlich viele, die noch nie in dieser Situation waren nachfühlen." Ich schreibe hier viele, nicht kikuju, nicht Du oder sonst was. Ich halte es nur für notwendig, dass man diese Vorgeschichte reflektiert, da viele (allgemeiner geht es nicht) das so nicht kennen.

Und jetzt noch einmal, was verdammt wirfst Du mir vor ?

Digital_Data

MissCellaneous
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Mag ich Mag ich nicht

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18.04.2008 - 00:21 Uhr
MissCellaneous

oh man zu viele kommentare von zu vielen jammernden besserwissern, die mir worte im mund rumdrehen. ich les das jetzt nicht alleskeinen bock.

nur soviel, da ich einige der kommentare am anfang gelsene habe:

ich bin erst seit 2 jahren mit meinem studium fertig. ich aheb an 2 hochschiulen studiert und nochmal im ausland. muss ich mich für meine entsapnnete finanzielle situation entschuldigen?

ich sag nur soviel. die bafög leute hatten alle größere wohnungen und fast immer ein auto. ich habe immer billig und möbliert (also war alles vorher drin, und meist total alt) aber dennoch cool gewohnt. klassisch mit matratze auf dem boden. und mehr als 4 euro ahbe ich nei für clubs gezahlt.

langzeitstudenten nutzen doch die uni nicht schamlos aus...ich habe kein bafög vom staat bekommen, da kann ich mir doch etwas zeit nehmen. einige semetser war ich sogar schnell. ich habe sogar noch zeitweise einen zweiten studiengang nebenbei studiert.

ich habe keinen einzigen armen studenten auf den 3 hochschulen kenne gelernt. viele waren zwar fleissig, aber das vor allem weil sie es sein mussten und in den vorleseungen nichts gerafft haben...sorry.

und trotz allem habe ich einen topjob (leider etwas zu stressig, aber man kann ja nicht alles haben) und nebenbei fremdsprachenkenntnisse und auslandserfahrunegn gesammelt, die ich nicht missen möchte.

deshalb kann ich echt nur lachen über leute, die über geldmangel und 40h wochen im studium klagen, da sist echt weltfremd.

@sinnesrausch, high in the sky und kikusomething und betsimmt noch einige andere hier:

auch wannebees wie euch muss es wohl geben....aber jetzt mal wieder husch husch ins mikrokosmosbettchen mit euch, morgen wartet wieder ein 12 h bachelor tag auf euch plus mies bezahltem knochenjob. jeder kriegt was er verdient....

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Mag ich Mag ich nicht

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18.04.2008 - 00:27 Uhr
MissCellaneous

@ kikuju

du solltest mal daria aus dem spiel lassen, da kommst du nie ran, da sbild soll wohl andere glauben lassen, dass du etwas interessantes zu sagen hast. und dann diese endlosen langen uninteressanten wichtigtuer kommentare. die arme daria...

ps: meine tippfehler sind mir egal, ich tippe halt schnell, wir schreiben hier ja wohl keinen diktate frau lehrerin, oder?

kikuju
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Mag ich Mag ich nicht

0

18.04.2008 - 00:30 Uhr
kikuju

also, wie du auf tippfehler kommst, weiß ich nicht.

anonsten scheinst du einfach ganz heftig einen an der waffel zu haben

*kopfschüttel*

MissCellaneous
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Mag ich Mag ich nicht

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18.04.2008 - 00:42 Uhr
MissCellaneous

aber begründen kannste das nicht.... warum sollte ich einen an der waffel ahben? warum genau meinst du dich mal wieder am besten auszukennen?

studierst du lehramt? du hast ein autoritätsproblem und geilst dich daran auf anderen deine weltsicht aufzudrängen. mach doch mal ne familienaufstellung oder so, dann kann das vielleicht mal geklärt werden...

du missbrauchst das bild von daria (die sendung mochte ich).

Digital_Data
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Mag ich Mag ich nicht

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18.04.2008 - 01:17 Uhr
Digital_Data

kikuju sagte:
also, wie du auf tippfehler kommst, weiß ich nicht


[n]kikuju sagte am 17.04.2008 um 00:56:
wer so einen hammergeilen job wie du hat, an den hier keiner ran kommt, sollte eigentlich auch fähig sein, sich anständig zu artikulieren.


Vielleicht deshalb ?

Digital_Data

Clavicula
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Mag ich Mag ich nicht

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25.04.2008 - 00:27 Uhr
Clavicula

Dieser Text ist einfach eine Frechheit! Armut ist ein ernstes Thema und muss ernst genommen werden und nicht wie hier verharmlost und schöngeredet zu werden, um das dann auch noch mit Klischees zu begründen! Das Studentenleben besteht nicht aus "Billigem Wein, Partys und Reisen", wie es hier dargestellt wird. Natürlich gehört auch das zum Leben (so wie Alkohol, Vergnügungen und Reisen zum Leben der meisten Menschen gehören), aber die Hauptsache machen immernoch Vorlesungen und 8-14h Marathons in der Bibliothek aus. Gut, vielleicht ist das ja nicht bei allen so, aber bei uns Zahnmedizinern und Medizinern ist es das, was unser Studium ausmacht und nicht irgendwelche kulturellen und schon gar nicht materiellen Dinge.
Außerdem muss ein Student im Gegensatz zu einem 50 Jährigen Arbeitslosen LEISTUNG erbringen und nicht einfach nur überleben. Das geht aber schlecht, wenn man sich nur von Nudeln ernährt und ständig daran denken muss, wie man die nächste Miete auftreibt und das Geld für das dringend benötigte Lehrbuch, das man in der Bibliothek zurückgeben muss, weil es jemand anderes vorgemerkt hat.

deepdish
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Mag ich Mag ich nicht

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29.11.2009 - 10:43 Uhr
deepdish

ist echt total hipp, wenn ich aus einer arbeiterfamilie stammend mit meinem tütenwein bei den ärzte-,ingenieurs- und unternehmer-kindern auflaufe und dann noch von meinem alkoholikervater erzähle. total lustig und total wertefrei, die mitleidigen blicke gefolgt von einem peinlichen schweigen und natürlich KEINER weiteren einladung. ich führe als student aus primitiver herkunft ein doppelleben. toller artikel, aber voll an der wirklichkeit vorbei

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