16.04.2008 - 16:04 Uhr

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Die Geschichte vom kleinen Fuchs (Fortsetzung Teil XVII)

Text: MountMcKinley in Kindheitsrecht (9)

XVII.

Weit bist du gekommen, mein kleiner Freund, holte ihn eine alt vertraute Stimme zurück in die Gegenwart und der kleine Fuchs konnte seinen Augen kaum trauen, als er vor sich im hohen Gras der Lichtung die Eule sitzen sah, die ihn mit großen, warmen Augen anblickte.

Vor lauter Glück fiel der kleine Fuchs der Eule um den Hals und auch ihr fiel es schwer, ihre Emotionen zurück zu halten, denn auch sie hatte ihren kleinen Freund unglaublich lieb gewonnen.

Ich hatte große Mühe Dich zu finden, fing die Eule nach einer zeitlang an, den kleinen Fuchs noch umarmend in ihre Flügel gehüllt haltend.
Deine Spur verlor sich kurz unterhalb eines hohen Gipfels. Ich konnte mir darauf keinen wirklichen Reim machen und setzte mich deshalb lange Zeit auf die ausladenden Arme des Gipfelkreuzes.
Ich dachte, ich hätte deine Spur verloren, könnte deinem Ruf nicht folgen, der so voller Trauer und untypisch für Dich war.
Bisher waren deine Spuren immer weit sichtbar. Jedenfalls für eine Eule unverkennbar. Doch auf dem Gipfel hatten sich alle Fährten verloren. Und so gab es für mich nur zwei Erklärungen. Entweder bist Du eingeschlafen und der Schnee hat sich deiner angenommen und Dich in das andere Reich geführt, doch daran wollte ich nicht glauben, oder - und diese Überlegung ließ meine Hoffnung wieder wachsen, Dich wieder zu sehen - der Adler hat Dich mit auf seine Reise genommen.


Der kleine Fuchs konnte nicht glauben, was ihm die Eule gerade erzählte, doch ließ sie den kleinen Fuchs nicht zu Wort kommen und begann, von der spannenden Reise eines kleines Geschöpfes zu erzählen, dessen Gegenwart sie nun aufsuchen musste, weil er nach ihr gerufen hatte.

Sie wusste von der Sonne, die dem kleinen Fuchs geraten hatte, den blauen Vogel der Glückseeligkeit zu finden, aber es sehr, sehr schwer sei, ihn jemals zu Gesicht zu bekommen. Sie erzählte vom Dach, der den kleinen Fuchs bei bitterster Kälte aufgenommen hatte und wie er durch den kleinen Fuchs zu einem Frieden für sich selbst gefunden habe.
Sie wusste auch von dem beschwerlichen Weg hinauf auf den Gipfel. Dem tosenden, eiskalten Wind, der ihn schließlich zum Aufgeben gezwungen hat. Sich über ihn legte und beinahe entführt hätte, wenn nicht...
...ja wenn nicht der Adler als schicksalhafter Wendepunkt das Leben des kleinen Fuchses in seine beschützenden Flügel genommen hätte. Wie er ihn weit über die höchsten Gipfel hinaus geflogen hatte und der Traum des kleinen Fuchses eine ungeahnte Dimension dadurch erreichte.

Sie kannte den Kummer des Adlers, seine Einsamkeit und Niedergeschlagenheit, aber sie wusste auch, dass er einen unermüdlichen Drang hatte, anderen zu Helfen, den er in Not fand und deshalb hoffte sie, dass das spurlose Verschwinden ihres kleinen Freundes auf ihn zurückzuführen war.

Nicht zu Unrecht.

Weit bin ich geflogen, viele Stunden, bis ich ihn schließlich hoch oben über den Gipfeln seine Kreise ziehen sah,, fuhr die Eule fort. Ich war erschöpft und doch erleichtert zugleich und obwohl mir eine Pause mehr als lieb gewesen wäre, schloss ich mich seinem Rhythmus an, kreiste mit ihm zusammen einswerdend und wartete.
Lange Zeit verging, bis der Adler schließlich an Höhe verlor, einen ausgesetzten Hort in einer steilen Felswand anflog und schließlich Platz nahm. Er deutete mir an, ihm es gleiches zu tun und ich war froh, meine erschöpften Flüge entspannen zu dürfen.
Der Adler dachte lange nach, bevor er mir erzählte,

wie er Dich dort oben kurz unterhalb des Gipfels verzweifelt kämpfen sah,
wie er bemerkt, dass deine Kräfte mehr und mehr schwanden,
wie sich der starke Wind und der verfrachtete Schnee immer mehr um Dich schlossen,
wie Du schon unter einer feinen Eisdecke verschwunden warst.

Er konnte nicht verstehen, was ein kleiner Fuchs in dieser Kälte und Höhe suchen würde, welchen Grund es gab, sich solchen Strapazen auszusetzen und als er Dich nur mehr als eisige Silhouette wahrnahm, konnte er nicht anders, als zu versuchen diesem kleinen reglosen Körper wieder Leben zu geben.
Der Adler erzählte mir,

wie er darum bangte, Dich zu verlieren,
wie er das Eis schmelzen spürte, nachdem er weit genug in den Süden geflogen war,
wie er dein kleines Herz wieder schlagen fühlte,
wie sich in ihm eine unglaubliche Zufriedenheit und Freiheit ausbreitete.

Er wusste auf einmal, wonach er suchen musste und konnte nicht länger bei Dir bleiben.

Er trägt Dich tief in seinem Herzen.


Die Eule verstummte und als sich der kleine Fuchs aus der Umarmung der Eule gelöst hatte, sahen sie sich lang tief in die Augen.

Unglaublich gerührt von den Worten der Eule, konnte der kleine Fuchs nichts erwidern.

Und so saßen sie noch lange Zeit zusammen und genossen die Gegenwart...


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2 Kommentare

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frau_liebe
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Mag ich Mag ich nicht

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16.04.2008 - 18:13 Uhr
frau_liebe

berührend, wie immer.

diese vertrautheit, sie imponiert mir.
eine schöne freundschaft zwischen dem fuchs und der eule.

seleukos
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Mag ich Mag ich nicht

0

20.04.2008 - 11:48 Uhr
seleukos

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