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Technik

| 14.04.2008 19:00  

Ein Laden zum Einladen

Text: jan-stremmel  Foto: Maria Dorner
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Im WM–Sommer hatten sechs Münchner Freunde eine Idee. Heute arbeiten 25 Menschen aus der ganzen Welt bei „amiando“
Schnörkeliges Gusseisen neben grünem Plastik und schlichtem Edelstahl - wild durcheinander zwängen sich die Briefkästen an die Wand im Foyer des Bürohauses in der Blumenstraße 28. Eine Tür weiter ist der Club „Die Registratur“, Künstlerateliers, Architekturbüros und Internetfirmen gibt es hier – in den Briefschlitzen stecken Flyer. Am Rand hängt ein amerikanischer Postkasten mit roter Fahne: Er gehört der Firma, die Einladungen in Briefkästen vielleicht bald überflüssig macht. Im ersten Stock drückt Dennis von Ferenczy, 27, auf einen Knopf am Beamer, und eine Blumenwiese erscheint vor ihm auf der Wand. Die Startseite des Online-Portals amiando, Untertitel: „Einfach einladen.“ Dahinter stecken die Idee von sechs Freunden und knapp zwei Jahre Arbeit.
Juni 2006, WM-Sommer: Dennis und seine Freunde organisieren eine Party zum Eröffnungsspiel. „Wir wollten 200 Leute einladen und hatten das Problem: Wie organisiert man das?“, sagt er. Einladungen per Post verschicken? Aufwändig und langsam. Die Gäste einzeln anrufen? Unübersichtlich und teuer. „Und per Email hätten uns die Rückmeldungen den Posteingang verstopft.“ Alle sechs Freunde haben zu dem Zeitpunkt schon an Online- und IT-Projekten gearbeitet, ihnen ist klar: Die Lösung für ihr Problem liegt im Internet. Weil es da aber außerhalb von Netzwerken wie Facebook keine Möglichkeit gibt, Freunde zu einer Party einzuladen, handeln sie selbst. Sie bauen eine Website mit Infos zu ihrer WM-Feier und mailen den Link an die Gäste. „Uns war schnell klar, dass wir da auf eine Marktlücke gestoßen sind“, sagt Dennis.




Rettende Business Angels
So wird aus der WM-Idee das Konzept für ein Online-Portal: Jeder kann mit wenigen Klicks eine Website für seine Veranstaltung basteln, eine Gästeliste anlegen, automatisch Einladungen mit dem Link verschicken. Die Gäste können auf der Seite per Mausklick zu- oder absagen, in einem Forum besprechen, wer Bierfässer kaltstellt oder Nudelsalat mitbringt, es gibt eine Fotogalerie und eine Pinnwand für Mitfahrgelegenheiten. Alles kostenlos. So entsteht auf amiando für Gäste eine Infoplattform – und für den Gastgeber eine Art virtuelles Planungsbüro. Der Vorteil gegenüber Facebook: Bei amiando muss sich keiner der Gäste registrieren. „Dadurch ist die Hemmschwelle niedriger“, erklärt Dennis. Ein halbes Jahr lang werkeln er und seine Freunde an ihrem Portal, zunächst im Wohnzimmer von Mitgründer Felix, dann in einem Raum an der Uni. Im Dezember 2006 startet amiando. Doch langsam gehen die Ersparnisse zuneige. Die sechs Freunde nehmen Kontakt auf zu größeren Online-Firmen, werben für ihre Idee, und innerhalb eines Monats stehen finanzkräftige Investoren hinter ihnen, so genannte „Business Angels“: Unter anderen die Gründer von StudiVZ, Spreadshirt und LastFM. Leute also, die etwas davon verstehen, welche Ideen eine Chance haben im Web 2.0.

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