12.04.2008 - 00:16 Uhr

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[c'est la corvette]

Text: tinkerbell70

Als es klingelt, weiß ich noch nicht, dass ich die Tür besser nicht geöffnet hätte. Die beiden Männer stehen wortlos davor und beschmutzen meinen Abtreter. Bevor ich sie dafür als dreckige Wichser beschimpfen kann, reißen sie mir die Kette vom Hals und schneiden meinen strohblonden Zopf ab. Dann rennen sie den dunklen Flur entlang. Ich stürme in meine Wohnung und schmeiße auf der Suche nach der Knarre, die doch gestern noch in dieser Schublade lag, die ganzen Zigaretten auf den Boden, die ich vor einer Woche aus Polen mitgebracht habe. Sie fallen auf den Boden und bilden ein psychedelisches Muster. Das fällt mir im Moment nur nicht auf, weil ich die Knarre doch finde und aus der Wohnung stürme, um die Männer zu verfolgen. Unten springen sie in ihren alten Ford Mustang und brausen davon. Meine Corvette Poison Ivy jedoch kennt kein Erbarmen und verfolgt die Männer und ihre verfickte Karre ohne Unterlass. Nach Stunden auf dem Highway treffen wir uns auf einer Raststätte wieder. Ich hatte die Männer aus den Augen verloren und brauchte nun erst einmal einen Whiskey, um neue Kraft zu schöpfen. Da sitzen die zwei Deppen an der Bar, schauen nach oben auf den kleinen Bildschirm, auf dem ein schlechter 70er Jahre Fickfilm läuft und saufen Bier. Breitbeinig stehe ich plötzlich hinter ihnen und flüsterte ein süßes „Na, Freunde…“. Die Absätze meiner roten Peeptoes machen ein unangenehmes Geräusch auf dem Boden der Spelunke. Ich hebe den Arm und jage beiden eine Kugel in den Kopf. Die Kette finde ich in der Jackentasche des Einen. Der Wirt bedankt sich noch unfreundlich für den Müll, den ich gemacht habe. Ich sage ihm, wenn er mir nicht gleich einen Whiskey mache, dann könne er sich gepflegt dazu legen. In der Bar hinterlasse ich eine Spur von rotem Lippenstift an dem Glas, drei Zigarettenkippen und zwei Kadavern. Dass man die Umwelt nicht so verschmutzen soll, habe ich nach ein paar Metern auf dem Rückweg schon fast vergessen. Zuhause habe ich kein schlechtes Gewissen mehr und stelle mich vor den Spiegel, um die Kette wieder anzulegen. Als es klingelt, weiß ich noch nicht, dass ich die Tür besser nicht geöffnet hätte. Du stehst davor und schaust mich an. Im Flur stinkt es nach Essen und mein strohblonder Zopf sieht heute beschissen aus. Da ich dich nicht herein bitte, stehst du da und stehst. Du erklärst mir, dass du dein „Zeug“ wieder haben möchtest. Ich schließe die Tür und hole den Karton. Ich öffne ihn ein letztes Mal und lege obenauf die Kette, die du mir einst schenktest, als du mich noch vergöttert hast. Ich stolpere über die blöden Schuhe, die ich mir gekauft habe und fast fällt mir dein Karton aus den Händen. Du stehst immer noch da und stinkst jetzt schon genau wie der Flur. Ich drücke dir deinen verfickten Karton in die Hand und sage nichts. Du drehst dich um und gehst langsam davon. Wahrscheinlich für immer. Als die Tür geschlossen ist, sitze ich dahinter und weine still. Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt.


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3 Kommentare

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Cios
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Mag ich Mag ich nicht

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12.04.2008 - 01:33 Uhr
Cios

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_Suenje
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Mag ich Mag ich nicht

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12.04.2008 - 01:36 Uhr
_Suenje

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Basstrommel
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Mag ich Mag ich nicht

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14.04.2008 - 00:41 Uhr
Basstrommel

Wow. Cooler Schluss. Manchmal sollte das Leben wohl wirklich einfach "anders" sein.

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tinkerbell70 offline

tinkerbell70

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Batgirl