Wechseln ist so einfach - Ökostrom für Anfänger
In der Grün&Gut-Kolumne testet Anne Henneken, Produktredakteurin bei utopia.de einmal in der Woche ökologische Produkte und Dienstleistungen. Heute: Wie man mit sauberer Energie gegen den Atomstrom schwimmt.
Kennt jemand den Ort, in dem „Stromberg“ Christoph Maria Herbst eine Banklehre gemacht hat? Dessen einziger Berg „Monte Schlacko“ heißt? Das ist meine Heimatstadt Dinslaken. Am Niederrhein zwischen Wesel und Duisburg gelegen und umzingelt von Schachtanlagen, Schwerindustrie, Thyssen, Kohle- und Ex-Atomkraftwerken. Von meiner Verwandtschaft weiß ich, dass im Nachbarort gerade etwas Neues gebaut wird. Ein gigantischer grauer Kühlturm. Mit 181 Metern mal eben 14 Meter höher als der Kölner Dom. Mit diesem Neubau verschönert der Konzern Evonik den Ausblick von Tausenden von Reihenhausbesitzern und erweitert für 800 Millionen Euro das Kohlekraftwerk Walsum. Ein Energie-Dinosaurier, der den ersten Platz von NRW als Bundesland mit dem höchsten CO2-Ausstoß zementiert und in unmittelbarer Nähe eines Wohngebiets nur möglich ist, weil er juristisch als Erweiterung einer bereits bestehenden Anlage gilt (Honi soit qui mal y pense). Da ich auf solche und ähnliche Traumaussichten in Zukunft liebend gerne verzichte, bin ich im letzten Jahr auf Ökostrom umgestiegen. Kann man bei Bedarf auch prima mit angeben und sich mit fast Null Aufwand zum Alpha-Öko mausern. Denn laut Öko-Institut ist das der effektivste Beitrag zum Klimaschutz, den man im persönlichen Bereich leisten kann. Mit minimalem Aufwand spart man als Single-Haushalt so eine Tonne CO2 ein, mit zwei Personen sogar 1,5 Tonnen.

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Anita08 sagte:
Sicher gibt es naturgemäß Schwankungen in der Stromeinspeisung. Um diese auszugleichen, sind allerdings Gaskraftwerke bei weitem die gesündere Alternative.
Erdgas ist zum "Verstromen" eigentlich viel zu schade - und vor allem: Extrem teuer!
In Wiesbaden steht z.B. gerade ein 350MW-GuD-Block still, weil schlicht kein Gas zu bekommen ist...
Anita08 sagte:
Neue Atomkraftwerke werden kaum noch erbaut, da aufgrund steigender Uranverknappung die Preise des Rohstoffs in unwirtschaftliche Höhen schnellen.
Das bezweifle ich. Ein großer Vorteil der Kernenergie sind doch gerade die günstigen Brennstoffpreise - die machen nämlich nur 15% der Stromerzeugungskosten aus (bei Gaskraftwerken sind es z.B. 80%).
Zukünftig wird man das Uran übrigens auch aus dem Ozean gewinnen; in jedem Kubikmeter Meerwasser schwimmen 3-4mg davon.
Übrigens ist Uran nicht der einzige nutzbare Kernbrennstoff. Auch das - viel häufigere - Thorium kann in bestimmten Reaktoren verwendet werden. Dabei handelt es sich praktischerweise um eine Art Sand, der billig und gefahrlos im Tagebau gewonnen werden kann.
Anita08 sagte:
Kleinere Kraftwerke können über ein Nahwärmenetz ihre Wärme an umliegende Gebäude und Betriebsstätten einfach abgeben und erreichen damit eine Effektivität von bis zu 90 %. Das geht aber nur bei dezentralen Strukturen, die von den unabh. Ökostromern angestrebt werden (...)
Mit welchem Brennstoff werden diese Nahwärmenetze betrieben?
Eignen sie sich auch für die Versorgung von Ballungsräumen?
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09.04.2008 - 16:23 Uhr
chocolatecat
aber dass auch anderswo auch schweinereien passieren rechtfertigt die eine schweinerei nicht.
ich hoffe doch sehr dass es irgendwann möglich sein wird, unseren energiebedarf anders zu decken.
*dimmt den monitor um 2 stufen*