04.04.2008 - 19:20 Uhr

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Die digitale Straßenverkehrs-Ordnung: Sei nicht dumm im Internet!

Text: dirk-vongehlen

Das World Wide Web macht vielen Nutzer sehr viel Spaß. Damit dieser Spaß nicht in Ärger umschlägt, muss man ein paar einfache Regeln beachten. Das fällt offenbar immer mehr Menschen schwer

Valerie und Fabian sind Schülersprecher, gewählt an der Staatlichen Realschule Bad Kissingen, um die Interessen der Schülerinnen und Schüler zu vertreten. Trotzdem schrieben Valerie Heuring und Fabian Keller Anfang März einen Leserbrief an die örtliche Zeitung, in dem sie sich von einer ihrer Mitschülerin distanzierten: „Sie hat“, schrieben sie, „zwei beliebte Lehrkräfte unserer Schule aufs Übelstes beleidigt und muss dafür die Konsequenzen tragen.“ Dass Schüler ihrer Lehrer beleidigen, kommt auf Deutschlands Schulhöfen regelmäßig vor: Vermutlich zu jeder großen Pause. Was war also passiert, dass eine 14-Jährige aus Bad Kissingen nicht nur den Unmut ihrer Mitschüler zu spüren bekam, sondern auch die Staatliche Realschule verlassen musste? Das Internet ist Schuld. Und auf mainpost.de kann man nachlesen, wie es dazu kam: Die 14-Jährige (dort Anna genannt) hatte sich für den Ort der wüsten Lehrerbeschimpfung die Online-Gemeinschaft SchülerVZ ausgesucht. Dort lud sie - gemeinsam mit einer Freundin - Bildmaterial hoch und ihren Ärger über die Lehrer ab. Kein Wunder also, dass die beschimpften Lehrer nicht über die Schmähungen hinweggingen. Sie erstatteten Anzeige und besorgten der Staatsanwalt Schweinfurth so eine Premiere: Erstmals musste man sich dort mit einem solchen Fall befassen. Mittlerweile scheinen die Web-Wellen in Franken wieder geglättet, das Problem jedoch bleibt bestehen. In seiner Ausgabe vom Freitag berichtet der Tagesspiegel über eine Gruppe junger Hotel-Angestellter, die das Netz (genauer die Website StudiVZ) dazu nutzen, um über ihren Chef zu lästern und offenbar „sogar zu Anschlägen gegen die Firma“ aufzurufen. Die „neun jungen Mitarbeiter“ sind mittlerweile fristlos entlassen worden, sie argumentieren, „das Forum im Internet sei nur Spaß gewesen“.
Wer sich im Straßenverkehr bewegt, muss auch auf Regeln achten. Diese sind oftmals komplizierter als die digitale Straßenverkehrsordnung. Foto: dpa Ob Spaß oder nicht, die beiden Fälle belegen beispielhaft, dass nur weil es technisch einfach ist, im Netz aktiv zu werden, das noch lange nicht heißt, dass es auch wirklich leicht ist. „Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, auch online gilt es, Recht zu achten und Pflichten einzuhalten“, haben wir im Vorspann zu dem Interview geschrieben, das wir mit Till Kreutzer geführt haben, der eine Broschüre zum sicheren Surfen im Netz erstellt hat. Die Beispiele aus Bad Kissingen und Brandenburg zeigen: So selbstverständlich dieser Satz klingt, er ist es nicht. Deshalb auf der nächsten Seite die wichtigsten fünf Ausprägungen der digitalen Straßenverkehrsordnung für die Reise auf der Datenautobahn, die sich auf eine Regel zusammenfassen lässt: Sei nicht dumm!
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