27.03.2008 - 11:59 Uhr

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Die Geschichte vom kleinen Fuchs (Fortsetzung Teil XII)

Text: MountMcKinley in Kindheitsrecht (9)

XII.

Der kleine Fuchs war eingeschlafen.
Gleichmäßig hob und senkte sich sein Brustkorb.
Ruhig schlug sein Herz im selben Rhythmus, wie das des Adlers.

Sie waren lange geflogen.

Erschöpft von der langen Reise in den Süden über die Berge, setzte der Adler behutsam auf einem der letzten Gipfel vor der großen Ebene auf, die sich nun vor ihren Füßen erstreckte.

Der Duft des Frühlings wehte ihnen ins Gesicht.
Die Almwiesen waren in bunte Kleider aus allerlei Blumen gekleidet, die Zaubernüsse strahlten in einem kräftigen, gelben Glanz und die Bäume waren dabei, ihr frisches, grünes Blätterkleid anzulegen.

Der Adler liebte diesen Platz.
Er war so friedlich und erfüllt von Ruhe.

Noch nicht wirklich erwacht, aber auch nicht mehr wirklich schlafend hatte der kleine Fuchs einen wilden Traum:

Ein peitschender Sturm, trotz strahlender Sonne, versperrte ihm den Weg zu seinem erträumten Gipfel. Der Schnee wurde immer tiefer und schließlich gab es weder ein Vor, noch ein Zurück. Er wusste nicht mehr was er hätte tun sollen und jeder Schritt bedeutete einen Schritt näher an den Rand des Seins.

Bis er schließlich erschöpft aufgeben musste, um sich der Kraft der Elemente zu beugen.


Doch sein Traum nahm eine völlig überraschende Wendung.

Er merkte, wie er aus seiner Kältehölle gehoben wurde.
Er lag plötzlich auf einem Bett von Federn, und der kalte Sturm verstummte.
Er glaubte, auf dem Rücken eines Adlers über die Berge geflogen zu sein.
Er durfte die Welt von oben sehen...nicht von einem Gipfel aus, sondern schwebend weit über den höchsten Gipfeln hinweg...


Und während er all dies träumte, vernahm der kleine Fuchs auf seiner Reise zurück ins Erwachen ein Gedicht, das jemand immer und immer wieder in einem gebetsartigen Sprechgesang vor sich hin sagte:

Vogelfrei und doch gefangen,
endlos weit und doch beengt,
berauschend schön und doch vergangen,
ist es sie, an der man hängt.

Farbenfroh und doch so fahl,
seidig weich und doch so rau,
vollst von Leben, doch so kahl,
ist sie ein Teil von Mann und Frau.

Sie zu halten, sie zu zwingen,
lässt sie verfliegen und vergeh’n,
lässt sie mit dem Tode ringen,
wie ein Blatt vom Wind verweh’n.

Sie zu befrei’n, sie zieh’n zu lassen,
lässt sie erstrahlen wie ein Stern,
lässt sich von deinem Herz erfassen,
und wird kommen immer gern.


Als er schließlich wieder aus seinem halbschlafenden Zustand zu sich gefunden hatte, bemerkte er, dass ein großer Adler neben ihm saß...

...und der kleine Fuchs erschrak...


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2 Kommentare

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frau_liebe
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Mag ich Mag ich nicht

0

27.03.2008 - 15:56 Uhr
frau_liebe

vor allem das gedicht.
ohja.

du weisst ja, ich mag den kleinen fuchs.

BigBlueG
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Mag ich Mag ich nicht

0

27.03.2008 - 19:23 Uhr
BigBlueG

oh ja ----

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