01.04.2008 - 19:00 Uhr

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Gibt's das auch in grün? Guten Gewissens Essen kaufen

Text: anne-henneken

In der Grün&Gut testet Anne Henneken, Produktredakteurin bei utopia.de , einmal in der Woche ökologische Produkte und Dienstleistungen. Heute: Essen kaufen - wie man seine Ökobilanz im Einkaufskorb verbessern kann

Ganz kurz: Sie sind Sie jung, männlich und essen eher unregelmäßig? Single? Ihre tägliche Nahrungsaufnahme findet bevorzugt an Orten statt, die mit „M“ anfangen: Mensa, Metzger, McD? Dann bleiben Sie ruhig und tun folgendes. Falls Ihnen Ihre Umwelt egal ist und Sie zu Aggression neigen: Ignorieren Sie diesen Text und klicken Sie im Menü auf „Sex“ oder so. Wenn Sie diesen kleinen Planeten nicht so übel finden und eine Verlängerung des Aufenthalts durchaus in Betracht ziehen: Weiterlesen! Wissenschaftler vom Öko-Institut in Freiburg haben nämlich die Essgewohnheiten von verschiedenen Haushaltstypen und deren Klimarelevanz unter die Lupe genommen. Ein Ergebnis dieser hochinteressanten Untersuchung lautet: Ernährungstechnisch gesehen verursachen Singles und jüngere Paare die meisten CO2-Emissionen. Unter diesen „Klima-Fressern“ sind überproportional viel junge Männer, die außerdem viel Fleisch essen. Tja, Jungs, das ist der Wahrheit.
Döner, Pizza, Hamburger, Obstsalat in Plastikbechern – allein bei den ganzen „To-go“-Lebensmitteln, die außer Haus gegessen werden (immerhin zehn Prozent aller Lebensmittel in Deutschland) ist der Treibhausgasanteil zehn bis 20 Prozent höher als bei Speisen, die auf dem heimischen Herd gekocht werden. Der Amerikaner Jamias Casco hat ausgerechnet, dass ein 130 Gramm-Cheeseburger einen C02-Ausstoß zwischen 3,6 und 6 Kilo verursacht. Dabei hat er von der Aufzucht der Rinder bis hin zu deren Methanausstoß, die Futter- und Transportmittel mit verschiedenen Antriebsarten bis hin zum Energieverbrauch für die Zubereitung und der Anfahrt zum Restaurant berücksichtigt. Zumindest hinsichtlich der Klimabilanz sind Vegetarier die besseren Menschen. Apropos Anfahrt: Bei diesem Stichwort kommen natürlich die „Lebensmittelkilometer“ als wesentlicher Teil des Klimawandels ins Spiel. Ganz grob gesagt, beschreibt man damit die Umweltbelastungen durch lange Transportwege. Extrem schlecht schneiden dabei alle Lebensmittel ab, die – jahreszeitenbedingt oder wegen Nichtgedeihens – in unseren Breitengraden nicht erhältlich sind und eingeflogen werden: exotische Früchte wie Ananas, Mango, Papaya, argentinisches Rindfleisch, frischer Fisch, (natürlich auch die zu Tode zitierten) Zuckerschoten. Diese ganzen Produkte verschlingen auf den langen Wegen in die Läden und Supermärkte jede Menge Energie und tragen erheblich zur Luftverschmutzung und zum CO2-Ausstoß bei. Um alle anderen Einkäufe in die hauseigenen Kühl-, Vorrats- und Kleiderschränke zu transportieren, werden übrigens pro Jahr und Person zirka tausend Kilometer mit dem Auto zurückgelegt, macht über 200 Kilo C02 zusammen.
Der gebetsmühlenartig durch die Medien wabernde Spruch „Think global, eat local“ wurde bislang zwar als T-Shirt-Aufdruck gern gekauft, aber im Einkaufskorb der meisten Leute ist er nicht angekommen. Wen wundert’s, wenn man Meldungen liest, dass in England immer mehr Appartements ohne Küchen gebaut werden, Kinder keine Ahnung haben, ob sie gerade in eine Kohlrabi oder einen Apfel beißen und glauben, dass Bären Milch und Kühe gefleckte Schokolade produzieren. Wo soll der Bezug zu heimischen Lebensmitteln denn herkommen? Spinat, Erbsen, Gurken, Himbeeren, Aprikosen – die wenigsten wissen, wann welches Obst und Gemüse auf unseren Feldern wächst. Bei Utopia haben wir deswegen mal einen Saison-Kalender zum Ausdrucken angeboten, das ist bis heute der absolute Renner. Wer keine Zeit oder Lust hat, sich selbst um klimafreundliche Lebensmittel aus der Region zu kümmern, kann das heute wunderbar delegieren. Ich rede aus eigener Erfahrung, denn ich hatte es satt, nach der Arbeit schnell noch in den Bioladen zu hetzen, um dort mit Glück noch die letzten verschrabbelten Gemüse und kleinsten Salate zu ergattern, die den ganzen Tag über verschmäht wurden. Jetzt landet jede Woche eine große grüne Bio-Kiste mit herrlich frischen Sachen in meinem Büro. Schon beim bloßen Anschauen fühlt man sich topfit und könnte Bäume anpflanzen. Doch das Beste daran: Ich muss keine schweren Tüten mehr schleppen und pfeife auf Ladenschlusszeiten oder nervige Wochenend-Einkäufe. Alles, was ich nicht mag, klicke ich mir im Internet einfach raus dem Korb, alle meine Extras einfach rein und wenn ich in den Urlaub fahre, kann ich – wie beim Zeitungsabo – einfach aussetzen. Darauf einen McD: Ich liebe es!


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kulturgut
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Mag ich Mag ich nicht

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01.04.2008 - 19:30 Uhr
kulturgut

"Falls Ihnen Ihre Umwelt egal ist und Sie zu Aggression neigen: Ignorieren Sie diesen Text und klicken Sie im Menü auf „Sex“ oder so. Wenn Sie diesen kleinen Planeten nicht so übel finden und eine Verlängerung des Aufenthalts durchaus in Betracht ziehen: Weiterlesen!"

liebe frau henneken. mir ist die umwelt nicht egal und ich neige nicht zu aggressionen.

allerdings habe ich einen klaren verstand, der hinsichtlich co2 zu einem anderen ergebnis kommt, was die klimarelevanz angeht, als ihr klarer verstand.

ich bin fest davon überzeugt, dass der menschliche co2-ausstoss auf das klimageschehen keinerlei einfluss hat. ich esse trotzdem wenig fleisch und viele bioprodukte, aber nicht, um transporte zu vermeiden, sondern aus vielen anderen gründen, die mir mehr einleuchten.

natürlich können sie einfach so tun, als wären die klimakatastrophen-ungläubigen irgendeine kleine minderheit. und was die klare aussprache angeht stimmt das vielleicht sogar. aber auch viele von jenen menschen, die auf nachfrage ein gewisses interesse an der orthodoxen methode des welt- und klimarettens signalisieren glauben nicht wirklich daran. sie sagen ihr sprüchlein auf, dass ihnen tagtäglich eingebleut wird, aber tief innen drin wissen sie, dass unser komfortables leben mit den besten nahrungsmitteln aus aller welt, mit vielen flugreisen und schnellen autos in keinem zusammenhang mit dem globalen klimageschehen steht.

natürlich können sie weiterhin versuchen, diesen menschen ignoranz oder sonstige böse dinge zu unterstellen. aber ich glaube, das stumpft eher ab. kommen sie aus ihrer höhle - auch andere sind mutig genug und geben den glauben an den baldigen weltuntergang irgendwann auf.

http://de.news.yahoo.com/afp/20080401/tp...

TinoForce
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Mag ich Mag ich nicht

0

01.04.2008 - 20:47 Uhr
TinoForce

" Ganz kurz: Sie sind Sie jung, männlich und essen eher unregelmäßig? Single? Ihre tägliche Nahrungsaufnahme findet bevorzugt an Orten statt, die mit „M“ anfangen: Mensa, Metzger, McD? Dann bleiben Sie ruhig und tun folgendes. Falls Ihnen Ihre Umwelt egal ist und Sie zu Aggression neigen: Ignorieren Sie diesen Text und klicken Sie im Menü auf „Sex“ oder so."

werd ich tun, danke für den frühzeitigen Hinweis so unlustige und stereotype Texte möcht ihr mir eigentlich nich antun :)

ich_schlampe_bin_muede
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Mag ich Mag ich nicht

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02.04.2008 - 08:05 Uhr
ich_schlampe_bin_muede

Ich habe zwar eine diametral entgegensetzte Meinung zu Kulturgut, was die Realität des menschlichen Einflusses auf das Ökosystem angeht - aber irgendwie habe auch ich immer weniger Lust, mit dem erhobenen Zeigefinger bewedelt und belehrt zu werden.

"Gebetsmühlenartig durch die Medien wabernd" trifft es ganz gut - der Artikel legt den Finger in die Wunde, um sie gleich darauf noch weiter aufzureißen. Denn worum es auch hier wieder einmal geht ist der Akt der Missio; die eitle Demonstration des "ich bin ein guter Mensch" bis hin zu der albernen Behauptung, dass der Anblick ein Kiste voller Gemüse ökologisch-euphorische Glückschauder auslöse. Der wenig geneigte Leser fühlt sich bei diesem Niveau an orgiastische Fernsehprediger jenseits des großen Teiches erinnert. Neinein, die Haltung hinter diesem Artikel ist in der Tat das Umwelt-Equivalent eines "Sinner repent, the end is nigh."

Artikel wie dieser sind - wie Missionare generell - unwitzig im eigentlichen Sinne: sie nicht nicht gewitzt, nicht geistreich, zeigen keine Verve und nehmen auch niemanden mit, der die Position nicht ohnehin teilt.

Unlustig. Uninteressant. Unnötig.

chocolatecat
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Mag ich Mag ich nicht

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02.04.2008 - 09:34 Uhr
chocolatecat

kg, wird's dir eigentlich nicht langdsam zu blöd?

glutamatthaeus
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Mag ich Mag ich nicht

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02.04.2008 - 10:48 Uhr
glutamatthaeus

zunächst mal bleibt festzuhalten, dass viele menschen in deutschland es sich nicht leisten können sich eine kiste biogemüse ins büro liefern zu lassen.

dadurch werden menschen mit wenig geld weiter stigmatisiert: ihr seid nicht nur blöd, sondern kauft produkte, die zum weltuntergang führen. das finde ich sehr bedenklich, denn das bedeutet ja im umkehrschluss:

nur menschen mit genügend geld können sich ein gutes gewissen leisten. dabei darf nicht vergessen werden: bioprodukte haben auch nicht mehr vitamine oder mineralstoffe als normale produkte. es is nicht erwiesen, dass sie wirklich gesünder sind (siehe foodwatch.de).

im buch abgespeist wurde das auch noch mal gezeigt. da haben sie die gleichen produkte beim discounter und im reformhaus eingekauft. ergebnis: was beim discounter etwa 39 euro kostete war im reformhaus 70 euro teuer. und das waren grundnahrungsmittel.

mir geht langsam diese begütertetn attitüde auf den nerv. wer bitte schön lässt sich teures biogemüse ins büro liefern? nur schnösel die zuviel geld haben!

kulturgut
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Mag ich Mag ich nicht

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02.04.2008 - 11:10 Uhr
kulturgut

chocolatecat sagte:
kg, wird's dir eigentlich nicht langdsam zu blöd?


nein, den klima-abergläubischen wirds ja auch nie zu blöd, ihren mist zu wiederholen.

glutamatthaeus
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Mag ich Mag ich nicht

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02.04.2008 - 11:14 Uhr
glutamatthaeus

ja und wird es besser wenn du deine klimawandelungläubigenhetze ständig wiederholst?

TinoForce
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Mag ich Mag ich nicht

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02.04.2008 - 13:58 Uhr
TinoForce

nur aus interesse (kein vorwurf!!) warum zweifelst du (und welche alternative gibt es) zu der these, dass der klimawandel nicht vom menschen ausgelöst wird?

Guenther_Maria_Juana
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Mag ich Mag ich nicht

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02.04.2008 - 14:08 Uhr
Guenther_Maria_Juana

Das mit der Biogemüsekiste im Abo hab ich auch mal gemacht. Das Hauptproblem: Woher weiß ich, was ich die Woche über kochen will? Die Fleischsonderangebote beim real kamen nämlich immer erst einen Tag später raus. ;-)

kulturgut
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Mag ich Mag ich nicht

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02.04.2008 - 21:58 Uhr
kulturgut

TinoForce: hier werden deine frage ansatzweise beantwortet

http://jetzt.sueddeutsche.de/gruppe/anze...

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