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Technik

| 25.03.2008 17:00  

Gentechnik, die Büchse der Pandora oder Betrachtungen zu einer weitgehend unbekannten Gefahr

Text: Digital_Data
Grundsätzlich stehen viele der Gentechnik reserviert gegenüber, weil vieles nicht verstanden wird. Dabei muss man aber wissen, dass selbst die Forscher die mit der Gentechnik umgehen anscheinend viele Dinge noch nicht richtig verstehen. Ein kleiner Exkurs hierzu in die Gentechnik. Ich sage hier ganz klar, dass ich kein Wissenschaftler bin und hier nur Informationen zusammen trage, die einzeln betrachtet schon beunruhigend sind, aber in ihrer möglichen Kombination vielleicht wirklich beunruhigend sind. Deshalb wäre eine Diskussion darüber mit Personen, die auch hierzu mehr Wissen haben durchaus erwünscht.

Harmlos in Bohnen, giftig in Erbsen

In dem Beitrag der Süddeutschen Zeitung

http://www.sueddeutsche.de/wissen/artike...

ging es darum, dass die Erbse vom Schädling Erbsenkäfer betroffen ist. Dieser Schädling kann den pflanzlich verwandten Bohnen nichts anhaben, da die Bohnen ein Eiweiß beinhalten, dass ein Enzym im Käfer blockiert und diesen so verhungern läßt. Also baute man das Gen aus den gut verträglichen Kidney-Bohnen in die Erbsen ein und nun waren diese gegen den Erbsenkäfer resistent.

Was allerdings niemand erwartete war, dass die an Mäuse verfütterten Erbsen nun die Tiere krank machte. Innerhalb von 2 Wochen erkrankten die Tiere an Lungenentzündung und das Immunsystem reagierte auf harmlose Erbsen-Eiweiße empfindlich. Die mögliche Ursache war nur eine Vermutung, eine richtige Begründung konnte nicht festgestellt werden.

In der EU sind für die Zulassung genveränderter Pflanzen keine Fütterungsversuche notwendig, wir können also froh sein, dass es sich um ein australisches Projekt handelte.

Der Generalschlüssel für unsere Gene ?

In dem TV-Bericht "Feldversuch Hawaii - Genpflanzen im Freilandtest" der vor einiger Zeit auf arte lief, wurde ich auf folgenden Umstand aufmerksam. Ich versuche den Vorgang mit eigenen Worten eingermaßen verständlich zu erklären. Um transgene Pflanzen herzustellen, muss man einen Weg in die Zelle finden. Die Zelle ist dagegen eigentlich geschützt, so sind 98 % der menschlichen Zellen gegen ein Eindringen geschützt. Um trotzdem fremde Genketten in die Zelle zu injizieren wird mit sogenannten Marker-Genen und Promotern gearbeitet, die die Zelle durchlässig machen. Erst mit diesem Mechanismus wird das Injizieren der fremden Genketten möglich. Dieses Marker-Gen und dieser Promoter werden nach der Injizierung nicht entfernt !! Ja mehr noch, sie sind dann in allen Verfielfätigungen der sogenannten genveränderten Pflanze erhalten.

Der norwegische Wissenschaftler Terje Traavik nun machte einen Versuch mit Ratten und stellte dabei fest, dass 2 Stunden nach Verfütterung derartiger transgener Pflanzen die Veränderungen in den Magenzellen nachweisbar waren. Nach sechs Stunden waren die fremden Gene sogar in den Lymphknoten und im Blut nachweisbar. Er machte diese Versuche auch mit Kulturen von menschlichen Darmzellen und wies nach, dass auch in menschlichen Zellen die Veränderungen nachweisbar waren.

2 + 2 = ?

Nun erscheint die Erbsen-Bohnen-Geschichte im neuen Licht. Könnte das Marker-Gen und der Promoter dazu führen, dass die für den Erbsenkäfer giftigen Eiweiße direkt in die Zellen der Mäuse gelangen und so die Immunreaktionen und die Lungenentzündung auslösen ? Haben die genmanipulierten Pflanzen einen Generalschlüssel für unsere Zellen mit dabei ?

HIV hat den Generalschlüssel

HIV hat einen Generalschlüssel für unsere Zellen. Das HIV-Virus schaffte es auch durch die Zellmembran in unsere Zelle einzudringen und dann die DNA-Stränge zu verändern.

Meine Schlußfolgerungen

Mir drängt sich schon etwas der Verdacht auf, dass HIV vielleicht aus einem fehlgeschlagenen Versuch mit Marker-Gen und Promoter oder anderen Wegen, Genketten in die Wirtszelle zu injizieren, entstanden ist. Wenn man sich die Zeittafel anschaut, so stellt man fest, dass die Gentechnik zum ersten Mal 1980 gelang, was zumindest ein Indiz wäre. Aber selbst wenn HIV nicht aus einem verunglückten Versuch entstanden ist, so muss doch klar festgestellt werden, dass die Risiken nicht erforscht oder überhaupt bekannt sind. Und die angesprochenen Risiken erscheinen zumindest mir fast schon unbeherschbar und unverantwortlich.

Und auch Terje Traavik sagte: "Risikoforschung ist das Waisenkind der Wissenschaft !"

Digital_Data

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QuoteTheRaven 24.03.2008 | 09:20
nicht alle gemanipulation wird mit promotern durchgefuehrt. meist werden viren als vektoren eingesetzt oder - hauptsaechlich bei pflanzen - die so genannte schrottschussmethode: die zu veraendernden zellen werde mit den entsprechenden gensequenzen beschossen und man hofft einfach, dass einige der sequenzen an der richtigen stelle einschlagen und sich in das genom einfuegen.

der promoter wird m.e. fuer die aktivierung bzw. expression des eingebauten genes gebraucht und nicht fuer die einschleusung.

dass die bestehenden regulationsmechanismen nicht ausreichen sehe ich genau wie du.

zum aidsvirus: waere man um 1980 in der lage gewesen ein dermassen komplexen virus wie das aidsvirus herzustellen saehe die welt heute mit sicherheit anders aus. ich weiss nicht wann das erste virengenom sequenziert wurde, aber auch hier gilt - genau wie fuer das human genome project - die karte ist noch nicht das land, ein sequenziertes genom ist kein "entschluesseltes" genom.

bei der gentechnik (wie auch bei den nanotechnologien) ist man immer wieder ueberrascht wie viel bereist moeglich ist und gleichzeitig wie wenig doch. gen-, wie nanotech sind stark mit visionen aufgeladen - leider schaffen es meist nur die visionen in die presse. ein bekannter genetiker hat mal gesagt, dass genom setze sich aus den buchstaben h,y,p,e zusammen.

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ich_schlampe_bin_muede 24.03.2008 | 09:29
Es ist "Pandora" mit einem "r". Ansonsten, ein sehr interessanter Text!

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Digital_Data 24.03.2008 | 09:44
ich_schlampe_bin_muede sagte:
Es ist "Pandora" mit einem "r". Ansonsten, ein sehr interessanter Text!


Korrigiert, Danke für den Hinweis !

@QuoteTheRaven

Die Zeittafel zur Gentechnik auf Wikipedia sagt: "1980 Gene können mittels eines Bakteriums (Agrobacterium tumefaciens) auch in Pflanzen eingeschleusst werden. Beginn der Grünen Gentechnologie."

Ich sage nicht, dass HIV hergestellt wurde, ich könnte mir aber vorstellen dass die Eigenschaft des HIV-Viruses sich in die Zelle einzunisten evtl. durch die Gentechnik ausgelöst wurde. Also Virus gab es schon, die Eigenschaft die es gefährlich machte war dann der Unfall.

Digital_Data

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Digital_Data 24.03.2008 | 09:45
P.S. Schrotmethode und Virusmethode waren in dem Bericht auch beschrieben. Ich hatte mich auf die Promoter-Methode beschränkt, das ist richtig.

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kleinemakrele 24.03.2008 | 10:14
puh ich hab angst. hatte ich vorher schon, aber jetzt erst recht.
interessanter beitrag~

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subkutis 28.03.2008 | 00:33
dna und gene sind zu dem nicht und nie starr und einfach in eine richtung zu manipulieren , sondern kreativ unterliegen sogar veränderungen binnen eines lebenszyklus. gewisse abschnitte können vom bild bei der geburt zu dem im alter abweichen.und daher birgt die manipulation weitere risiken in diesen prozess ein zu greifen.da die kreativität den sinnvollsten weg wählt, der gentechniker aber nicht immer.
sehr interessant hierzu das buch oder hörbuch
die bildung des menschen
von Ernst P. Fischer:

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Digital_Data 28.03.2008 | 00:46
Das ist ja auch das interessante an Stammzellen, aus denen sowohl Leberzellen, Hautzellen als auch Sehzellen werden können. Deshalb wird ja damit so gerne rumexperimentiert. Das Altern wiederum entsteht ja durch Fehler in den Bauplänen, also sozusagen durch Kopierfehler.

Digital_Data

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dumbledore 08.04.2008 | 19:03
mesch, du bist ja ein richtiger kleiner laienexperte.

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wendehals 10.05.2008 | 11:09
Hallo D-D! Bin über Deinen Hinweis auf der Speise-Eis-Seite (schönes Wort) hierher geraten, muss aber sagen, dass dieser Artikel etwas über sein Ziel hinausschießt.
Gerade die Idee, dass HI-Viren (also nicht: HIV-Viren) als missglücktes Gentechnikexperiment entstanden sein könnten, klingt einfach zu sehr nach einer "Akte-X"-Folge, um wahr zu sein. (D.h., ausschließen kann ich es natürlich nicht, aber das kann ich auch mit den Aliens am Südpol nicht ;-)
1. Fast *alle* Viren können die Zellmembranen der Wirte durchstoßen und ihr eigenes Erbgut einfügen, nicht nur der HIV. Das ist geradezu ein Kennzeichen von Viren (aber da lasse ich mich gerne korrigieren).
2. Viren selbst gibt es nun schon deutlich länger als Gentechnik, etwa Tollwut war schon vor 3000 als Erkrankung bekannt. Und es konnte anhand von archivierten Blutproben nachgewiesen werden, dass der Aidsvirus schon 1959 aufgetreten war, also ebenfalls lange vor der "grünen Gentechnik".

Aber nochmals zum Eis: Sollten die Kühe tatsächlich Genfutter bekommen, dann haben wir ja genau solche Fütterungsversuche. Und dass man von Speiseeis Lungenentzündung bekommen kann, das haben meine Eltern auch schon behauptet ;-)

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Digital_Data 10.05.2008 | 13:04
Ich habe das ja sehr im konjunktiv geschrieben. Und ich bin Terje Traavik für seine Versuche sehr dankbar, denn eines was er sagt stimmt definitiv. Etwa 95 % aller Gentechnikforscher sind nicht unabhängig, sie arbeiten für Firmen, für die sie Ergebnisse liefern sollen. Das die Erbsengeschichte einfach so in der EU durchgekommen wäre erscheint schon sehr bedenklich. Mit HI wollte ich einfach auch aufzeigen, was es bedeuten kann, wenn veränderte manipulierte Pflanzengene diesen Schlüssel haben.

Digital_Data

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