Tagesticker: Was bringen Kampagnen gegen das Rasen?
Seit einer Woche läuft im TV ein herber Spot gegen das Rasen, nun werden im ganzen Land Todesanzeigen zu sehen sein - Teile einer Kampagne gegen zu schnelles Autofahren. Was bringen die Bilder?
Gut ein Jahr hingen die Bilder von Philipp Lahm und Sarah Kuttner nun neben der Autobahn und zeigten mit Zeigefinger und Daumen, wie wenig sexy Rasen ist, wie wenig Hirn Raser doch haben. Hier nochmal ein Motiv der Kampagne des Deutschen Verkehrsrates und des Bundesverkehrsministeriums, die nun von einer fieseren Kampagne abgelöst wurde.
Seit mehr als einer Woche ist im Fernsehen ein herber Spot zu sehen, der im Rahmen der "Runter vom Gas"-Kampagne des Verkehrsministers läuft und plastisch macht, dass bei Unfällen ganze Familien ums Leben kommen. Gleichzeitig werden im ganzen Land Todesanzeigen plakatiert oder als Anzeige geschaltet, mit denen vor allem eines erreicht werden soll: eine Schockwirkung.
Der Spot:
Die Anzeigen:

Das Schockprinzip wohnt den meisten Kampagnen gegen das Rasen inne, wie ein Blick auf eine ältere Aktion gegen das zu schnelle Fahren zeigt:

Was bewirken diese Kampagnen?
Können Sie überhaupt eine Wirkung haben?
Fängt man nicht irgendwann an, sich an die immer neue Herbheit dieser Kampagnen zu gewöhnen?
Wie wirkt gerade der Fernsehspot auf dich?
Die Frage also: Ändern Werbekampagnen der Bundesministerien - mögen sie nun von AIDS-Prävention oder von zu schnellem Autofahren handeln - ändern diese Aktionen etwas an unserem Verhalten?
Oder ist das rausgeworfenes Geld?
Was wirkt wirklich aufklärend?
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air_kaviar sagte:
wem gehört die welt?
Den vielen Millionen und Milliarden Menschen, die je einen Teil davon besitzen. Ein Haus, eine Strasse, eine Wiese, ein Stück Wald.
20.03.2008 - 10:07 Uhr
DagnyTaggart
sonnigerdonnerstag sagte:
DagnyTaggart sagte:
afrirali sagte:
dagny: der verkehr findet im öffentlichen raum statt, und damit gefährden raser -- siehe deine cousine -- andere menschen im öffentlichen raum. das geht die allgemeinheit und damit den staat etwas an. wenn sich raser nur selbst gefährden würden, wäre das anders.
Ich negiere die Existenzberechtigung öffentlichen Raumes.
dein problem. der öffentliche raum ist nun mal da.
Ja und das führt zu diesen Problemen.
afrirali sagte:
dagny: der verkehr findet im öffentlichen raum statt, und damit gefährden raser -- siehe deine cousine -- andere menschen im öffentlichen raum. das geht die allgemeinheit und damit den staat etwas an. wenn sich raser nur selbst gefährden würden, wäre das anders.
ja, das wollen wir ja ändern, diese definition und verantwortlichkeiten von öffentlichem raum...damit sich der staat im vorfeld raushalten muss
'Die konnten es halt nicht.'
'Sie hatten Pech.'
'Passiert mir doch nicht.'
aufgefasst werden?
»Raser sind so sexy« wäre sicherlich einiges stärker, wenn es in einer Schriftart gesetzt wäre, die lesbar wäre, ohne sekundenlang abseits der Straße zu starren. (nicht kursiv mit outline)
»Dra engel n « ist eigentlich so doof und missverständlich, dass es sich selbst verbietet und die jetzige Kampagne lässt sich auch äußerst schlecht aus einem fahrenden (oder rasenden?) Auto lesen und verstehen. Es ist m.E. nicht eine Frage des Ob sondern des Wie. Lasst mal Profis ran, dann wirds schon …
fuer mich bedeutet autofahren in deutschland (auf der autobahn) mittlerweile stress pur. nach 5 jahren schweiz und 2 Jahren slowenien bei 120 bzw 130 km/h (in der schweiz auch von fast allen brav befolgt dank drakonischer strafen, von slowenischen autofahrern sprechen wir lieber nicht) bin ich total dran gewoehnt, einfach "to go with the flow". okay, in keinem der beiden laendern sind die entfernungen gross genug, um richtig geschwindigkeit zu entwickeln... (kleiner witz: vorsicht, wenn man in ljubljana einen regenschirm aufspannt koennte man jemandem in maribor das auge ausstechen). aber man kommt auch gut an, ohne zu rasen.
ich habe in deutschland fahren gelernt und bin dort dank der richtigen autos auch gerne mal sehr schnell gefahren. das macht mir nun nur noch angst. ist wohl gewoehnungssache, deshalb passieren wohl in deutschland auch nicht mehr unfaelle. trotzdem denke ich, dass viele leute das unterschaetzen und sich und andere damit in gefahr bringen. nicht nur in deutschland, aber durch das fehlen von geschwindigkeitsbegrenzungen (und sorry ralis, da ist doch wurscht ob die der staat macht oder jemand privates) nimmt man das eben einfach so in kauf.
was bringt einem denn rasen? ein paar minuten und nervenkitzel?
hey, riesenherz, die sache mit dem stachel am lenkrad find ich klasse. er sollte aber je nach geschwindigkeit wachsen oder schrumpfen!
Die Plakate sehen für mich immer wie Erstsemester-Kommunikationsdesign-Arbeiten aus. Wir müssen schocken? Dann machen wir doch eine Todesanzeige! Wahnsinn!
Ich finde die realen Kreuze entlang der Straßen viel wirkungsvoller, vielleicht sollte man davon mehr aufstellen …
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20.03.2008 - 10:05 Uhr
sonnigerdonnerstag
dein problem. der öffentliche raum ist nun mal da.