Tagesticker: Was bringen Kampagnen gegen das Rasen?
Seit einer Woche läuft im TV ein herber Spot gegen das Rasen, nun werden im ganzen Land Todesanzeigen zu sehen sein - Teile einer Kampagne gegen zu schnelles Autofahren. Was bringen die Bilder?
Gut ein Jahr hingen die Bilder von Philipp Lahm und Sarah Kuttner nun neben der Autobahn und zeigten mit Zeigefinger und Daumen, wie wenig sexy Rasen ist, wie wenig Hirn Raser doch haben. Hier nochmal ein Motiv der Kampagne des Deutschen Verkehrsrates und des Bundesverkehrsministeriums, die nun von einer fieseren Kampagne abgelöst wurde.
Seit mehr als einer Woche ist im Fernsehen ein herber Spot zu sehen, der im Rahmen der "Runter vom Gas"-Kampagne des Verkehrsministers läuft und plastisch macht, dass bei Unfällen ganze Familien ums Leben kommen. Gleichzeitig werden im ganzen Land Todesanzeigen plakatiert oder als Anzeige geschaltet, mit denen vor allem eines erreicht werden soll: eine Schockwirkung.
Der Spot:
Die Anzeigen:

Das Schockprinzip wohnt den meisten Kampagnen gegen das Rasen inne, wie ein Blick auf eine ältere Aktion gegen das zu schnelle Fahren zeigt:

Was bewirken diese Kampagnen?
Können Sie überhaupt eine Wirkung haben?
Fängt man nicht irgendwann an, sich an die immer neue Herbheit dieser Kampagnen zu gewöhnen?
Wie wirkt gerade der Fernsehspot auf dich?
Die Frage also: Ändern Werbekampagnen der Bundesministerien - mögen sie nun von AIDS-Prävention oder von zu schnellem Autofahren handeln - ändern diese Aktionen etwas an unserem Verhalten?
Oder ist das rausgeworfenes Geld?
Was wirkt wirklich aufklärend?
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20.03.2008 - 09:25 Uhr
__xxx__
bei mir persönlich als extrem schnellem fahrer kommt sowas auf jeden fall an, aber ich hab auch schon schlimme unfälle gesehen, die mich beeindruckt haben. ich fahre wirklich nur mit betriebssicherem fahrzeug und relativ freier strecke extrem schnell.
DagnyTaggart sagte:
Warum versucht der Staat den Bürger zu erziehen?
weil es 5000 verkehrstote gibt und so ein einsatz von rettungskräften kostet schon einiges.
__xxx__ sagte:
Man kann doch nicht ALLES auf den kleinsten gemeinsamen Nenner bringen, das macht uns im Schnitt nur immer dümmer.
sowieso nicht. nur aufgrund der hochgeschwindigkeitauslegung besitzen massenfabrikate heute qualitäten, die ihnen auch unter anderen bedingungen unvorstellbare qualitäten verleihen.
20.03.2008 - 09:37 Uhr
kulturgut
sonnigerdonnerstag sagte:
DagnyTaggart sagte:
Warum versucht der Staat den Bürger zu erziehen?
weil es 5000 verkehrstote gibt und so ein einsatz von rettungskräften kostet schon einiges.
erstaunlich, dass in einem land wie deutschland deutlich weniger verkehrstote anfallen als zb in frankreich. ein gewisses restrisiko birgt mobilität immer.
20.03.2008 - 09:39 Uhr
kulturgut
unfallschwerpunkte sind meistens bekannt und sollten baulich entschärft werden, ergänzt durch sinnvolle geschwindigkeitsbegrenzungen (auf das wort habt ihr gewartet, ralis!).
der idealfall wäre natürlich die amerikanische regelung, bei der für lkws und autos die selbe höchstgeschwindigkeit gilt.
sonnigerdonnerstag sagte:
DagnyTaggart sagte:
Warum versucht der Staat den Bürger zu erziehen?
weil es 5000 verkehrstote gibt und so ein einsatz von rettungskräften kostet schon einiges.
Kampange zur Verkehrssicherheit, Kampange gegen AIDS, Kampange für Mülltrennung, Kampange gegen Rauchen, Kampange gegen....
Sicherlich gibt es für jede einzelne dieser Kampangen einen guten Grund. JEder Verkehrstote ist einer zuviel (meine Verwandtschaft auch davon betroffen; ein Betrunkener hat meine Cousine überfahren).
Aber warum meint der Staat, er wüsste es besser? Warum versucht er, den Bürger an der Hand zu nehmen? Warum überlassen wir die 'Verkehrsaufklärung' nicht den Verkehrsclubs, dem ADAC...
Warum müssen Steuergelder und 'popstars' her? Um die Printmedien gütig zu stimmen, indem die Politik seitenweise Anzeigen kauft? Auch eine Art der Korruption.
20.03.2008 - 09:44 Uhr
DagnyTaggart
ich bin ja schon als 11jähriger aus dem wagen meines vaters ausgestiegen, weil mir dessen fahrweise im verschneiten sauerland zu riskant erschien.
die wirkungsvollste maßnahme zur sicherheit im straßenverkehr wäre die umkehrung des prinzips, sich auf mehr und noch mehr technik verlassen zu wollen.
also: der aus dem lenkradkranz 40 cm herausragende und zugespitzte metalldorn bei gleichzeitiger pflicht, sich nicht mehr anzuschnallen: die menschen würden wieder vorsichtig fahren, oh ja, sie hätten bei jedem meter schweißperlen auf der stirn, aber die unfallzahlen würden rapide sinken.
allerdings trüge dann jeder bewußt für sich selbst verantwortung.
Persönlich finde ich die Kampagnen gut, weil uns die Autos ein falsches Sicherheitsgefühl geben.
Und an diejenigen, die sich da vom Staat nicht belehren lassen wollen. Geht zur Feuerwehr und zum Rettungsdienst, fahrt mal ein paar Jahre Einsätze, und dann reden wir weiter. Woran ihr nicht denkt ist, wen ihr da alles mit reinzieht. Für uns ist das auch eine Belastung, wenn sich mal wieder jemand auf 2 Autobahnkilometer verteilt oder wir die Beine alleine rausschneiden müssen.
riesenherz sagte:
die wirkungsvollste maßnahme zur sicherheit im straßenverkehr wäre die umkehrung des prinzips, sich auf mehr und noch mehr technik verlassen zu wollen.
also: der aus dem lenkradkranz 40 cm herausragende und zugespitzte metalldorn bei gleichzeitiger pflicht, sich nicht mehr anzuschnallen: die menschen würden wieder vorsichtig fahren, oh ja, sie hätten bei jedem meter schweißperlen auf der stirn, aber die unfallzahlen würden rapide sinken.
allerdings trüge dann jeder bewußt für sich selbst verantwortung.
Nichts anderes ist die Rali-Forderung nach mehr privat: Das Risiko wird selber getragen und nicht mehr sozialisiert.
DagnyTaggart sagte:
riesenherz sagte:
die wirkungsvollste maßnahme zur sicherheit im straßenverkehr wäre die umkehrung des prinzips, sich auf mehr und noch mehr technik verlassen zu wollen.
also: der aus dem lenkradkranz 40 cm herausragende und zugespitzte metalldorn bei gleichzeitiger pflicht, sich nicht mehr anzuschnallen: die menschen würden wieder vorsichtig fahren, oh ja, sie hätten bei jedem meter schweißperlen auf der stirn, aber die unfallzahlen würden rapide sinken.
allerdings trüge dann jeder bewußt für sich selbst verantwortung.
Nichts anderes ist die Rali-Forderung nach mehr privat: Das Risiko wird selber getragen und nicht mehr sozialisiert.
exakt. die privatisierung von strassen verlagert ja auch die haftungsrisiken...übrigens mit der folge, dass private strassenbetreiber vermutlich auf einem grossteil der strecken etwas restriktiver wären als der staat, aber auch sonderstrecken mit sonderbedingungen lohnend würden
20.03.2008 - 09:52 Uhr
kulturgut
afrirali sagte:
dagny: der verkehr findet im öffentlichen raum statt, und damit gefährden raser -- siehe deine cousine -- andere menschen im öffentlichen raum. das geht die allgemeinheit und damit den staat etwas an. wenn sich raser nur selbst gefährden würden, wäre das anders.
Ich negiere die Existenzberechtigung öffentlichen Raumes.
DagnyTaggart sagte:
afrirali sagte:
dagny: der verkehr findet im öffentlichen raum statt, und damit gefährden raser -- siehe deine cousine -- andere menschen im öffentlichen raum. das geht die allgemeinheit und damit den staat etwas an. wenn sich raser nur selbst gefährden würden, wäre das anders.
Ich negiere die Existenzberechtigung öffentlichen Raumes.
dein problem. der öffentliche raum ist nun mal da.
air_kaviar sagte:
wem gehört die welt?
Den vielen Millionen und Milliarden Menschen, die je einen Teil davon besitzen. Ein Haus, eine Strasse, eine Wiese, ein Stück Wald.
20.03.2008 - 10:07 Uhr
DagnyTaggart
sonnigerdonnerstag sagte:
DagnyTaggart sagte:
afrirali sagte:
dagny: der verkehr findet im öffentlichen raum statt, und damit gefährden raser -- siehe deine cousine -- andere menschen im öffentlichen raum. das geht die allgemeinheit und damit den staat etwas an. wenn sich raser nur selbst gefährden würden, wäre das anders.
Ich negiere die Existenzberechtigung öffentlichen Raumes.
dein problem. der öffentliche raum ist nun mal da.
Ja und das führt zu diesen Problemen.
afrirali sagte:
dagny: der verkehr findet im öffentlichen raum statt, und damit gefährden raser -- siehe deine cousine -- andere menschen im öffentlichen raum. das geht die allgemeinheit und damit den staat etwas an. wenn sich raser nur selbst gefährden würden, wäre das anders.
ja, das wollen wir ja ändern, diese definition und verantwortlichkeiten von öffentlichem raum...damit sich der staat im vorfeld raushalten muss
'Die konnten es halt nicht.'
'Sie hatten Pech.'
'Passiert mir doch nicht.'
aufgefasst werden?
»Raser sind so sexy« wäre sicherlich einiges stärker, wenn es in einer Schriftart gesetzt wäre, die lesbar wäre, ohne sekundenlang abseits der Straße zu starren. (nicht kursiv mit outline)
»Dra engel n « ist eigentlich so doof und missverständlich, dass es sich selbst verbietet und die jetzige Kampagne lässt sich auch äußerst schlecht aus einem fahrenden (oder rasenden?) Auto lesen und verstehen. Es ist m.E. nicht eine Frage des Ob sondern des Wie. Lasst mal Profis ran, dann wirds schon …
fuer mich bedeutet autofahren in deutschland (auf der autobahn) mittlerweile stress pur. nach 5 jahren schweiz und 2 Jahren slowenien bei 120 bzw 130 km/h (in der schweiz auch von fast allen brav befolgt dank drakonischer strafen, von slowenischen autofahrern sprechen wir lieber nicht) bin ich total dran gewoehnt, einfach "to go with the flow". okay, in keinem der beiden laendern sind die entfernungen gross genug, um richtig geschwindigkeit zu entwickeln... (kleiner witz: vorsicht, wenn man in ljubljana einen regenschirm aufspannt koennte man jemandem in maribor das auge ausstechen). aber man kommt auch gut an, ohne zu rasen.
ich habe in deutschland fahren gelernt und bin dort dank der richtigen autos auch gerne mal sehr schnell gefahren. das macht mir nun nur noch angst. ist wohl gewoehnungssache, deshalb passieren wohl in deutschland auch nicht mehr unfaelle. trotzdem denke ich, dass viele leute das unterschaetzen und sich und andere damit in gefahr bringen. nicht nur in deutschland, aber durch das fehlen von geschwindigkeitsbegrenzungen (und sorry ralis, da ist doch wurscht ob die der staat macht oder jemand privates) nimmt man das eben einfach so in kauf.
was bringt einem denn rasen? ein paar minuten und nervenkitzel?
hey, riesenherz, die sache mit dem stachel am lenkrad find ich klasse. er sollte aber je nach geschwindigkeit wachsen oder schrumpfen!
Die Plakate sehen für mich immer wie Erstsemester-Kommunikationsdesign-Arbeiten aus. Wir müssen schocken? Dann machen wir doch eine Todesanzeige! Wahnsinn!
Ich finde die realen Kreuze entlang der Straßen viel wirkungsvoller, vielleicht sollte man davon mehr aufstellen …
in frankreich wurden an den stellen, wo toedliche unfaelle passiert sind, so viel lebensgrosse schwarze figuren aufgestellt wie es tote gab. das hat bedeutend dazu beigetragen, dass weniger unfaelle passieren. ist aber ziemlich heftig.
@kulturgut
tja, wir koennen uns ja nicht immer einig sein ;-) es war schoen, so lang es gedauert hat.
Begunje62 sagte:
ich kann leider zur kampagne nichts sagen... werde aber bei meinem naechsten deutschland-besuch gut aufpassen!
fuer mich bedeutet autofahren in deutschland (auf der autobahn) mittlerweile stress pur. nach 5 jahren schweiz und 2 Jahren slowenien bei 120 bzw 130 km/h (in der schweiz auch von fast allen brav befolgt dank drakonischer strafen, von slowenischen autofahrern sprechen wir lieber nicht) bin ich total dran gewoehnt, einfach "to go with the flow". okay, in keinem der beiden laendern sind die entfernungen gross genug, um richtig geschwindigkeit zu entwickeln... (kleiner witz: vorsicht, wenn man in ljubljana einen regenschirm aufspannt koennte man jemandem in maribor das auge ausstechen). aber man kommt auch gut an, ohne zu rasen.
ich habe in deutschland fahren gelernt und bin dort dank der richtigen autos auch gerne mal sehr schnell gefahren. das macht mir nun nur noch angst. ist wohl gewoehnungssache, deshalb passieren wohl in deutschland auch nicht mehr unfaelle. trotzdem denke ich, dass viele leute das unterschaetzen und sich und andere damit in gefahr bringen. nicht nur in deutschland, aber durch das fehlen von geschwindigkeitsbegrenzungen (und sorry ralis, da ist doch wurscht ob die der staat macht oder jemand privates) nimmt man das eben einfach so in kauf.
was bringt einem denn rasen? ein paar minuten und nervenkitzel?
hey, riesenherz, die sache mit dem stachel am lenkrad find ich klasse. er sollte aber je nach geschwindigkeit wachsen oder schrumpfen!
gerade im südlichen slowenien fahren die leute wirklich unfassbar ... riskant. wir wir da schon auf irgendwelchen echt nicht so superbreiten straßen im karst überholt worden sind, mein lieber herr gesangsverein...
20.03.2008 - 10:36 Uhr
getupkid
wie war das bei euch in der fahrschule? wurde über unfälle und so geredet? das kam bei uns verblüffend gar nicht vor, gefahrensituationen waren lediglich theoretische konstrukte auf papierbögen.
sag ich ja, ist unter aller sau. aber das ist ja hier nicht das thema.
20.03.2008 - 10:39 Uhr
Begunje62
Auch makaber.
DagnyTaggart sagte:
Da ich kaum autofahre, würde mich interessieren ob solche Botschaften nicht mit einem:'Die konnten es halt nicht.' 'Sie hatten Pech.''Passiert mir doch nicht.'aufgefasst werden?
könnte passieren, ja. wir mit einem kleinen ausgenudelten, brettharten polo oder so mit 130 km/h über eine landstraße fegt, der brauch sich nicht wundern, wenn er irgendwo mal an einem baum landet.
auf der autobahn ist für mich (auf 3 spuren) bei knapp 200 km/h sense. bei dieser geschwindigkeit merkt man einfach, dass kurven riskant werden und dass möglichst kein schleicher auf die eigene spur rüberziehen sollte, weil man sonst nicht mehr bremsen kann.
bei zwei (maximal mäßig befüllt) spuren ist 160 km/h schluss, alles andere wäre zu riskant.
mir sind sichere, schnelle fahrer lieber als langsame, unsichere.
getupkid sagte:
zum thema: in der tat wäre das mal was für die autoclubs. aber die scheinen oft lobby der hersteller und nicht der verkehrsteilnehmer zu sein und haben auch sonst ein verhältnis zur mobilität, das ich nicht unbedingt teile.
es gibt doch ganz unterschiedliche. für geschwindigkeitsfeinde und mitglieder der church of global warming gibts zb den vcd
aber selbst die anderen wie zb der adac nerven mich mit volkserzieherischem spritspar- und pseudosicherheitsunsinn
Jedenfalls lag er voll in der Kurve, allerdings noch auf seiner Spur, ist aber sehr dich am Auto vorbeigefahren.
Das wurde dann son bißchen diskutiert und so die üblichen Witzbolde ham gemeint, er würde mal eben dem Autofahrer hallo sagen oder nach dem Weg fragen. Hahaha.
"Denkt Ihr auch mal an uns?" Ein Unfall aus Sicht eines Feuerwehrmannes.
http://www.nh24.de/index.php?option=com_...
kulturgut sagte:
getupkid sagte:
zum thema: in der tat wäre das mal was für die autoclubs. aber die scheinen oft lobby der hersteller und nicht der verkehrsteilnehmer zu sein und haben auch sonst ein verhältnis zur mobilität, das ich nicht unbedingt teile.
es gibt doch ganz unterschiedliche. für geschwindigkeitsfeinde und mitglieder der church of global warming gibts zb den vcd
aber selbst die anderen wie zb der adac nerven mich mit volkserzieherischem spritspar- und pseudosicherheitsunsinn
im vcd ist meine mutter, deren mitgliederzeitschrift war zumindest früher eines der spaßbefreitesten magazine ever. ich hab ja eben nix gegen autos. ich hab auch nix gegen schnelle autos. ich finde es nur etwas albern, verkehr auf schnelle autos zu beschränken.
wie ist das denn aus rali-sicht? habe ich nicht das recht, auch auf einer landstraße sagen wir mal 50 zu fahren?
warum menschen das auto sozusagen als spiegel ihrer persönlichen freiheit sehen, dafür gibt es gute gründe. die hier aufzuführen würde den rahmen sprengen. aber einen sehr interessanten blick auf das zwangsverhältnis mensch + auto kann man hier nachlesen:
http://www.zeit.de/2007/38/Interv_-Knofl...
wie dem auch sei - ich persönlich bin ein sehr automobiler mensch, habe immer mehrere autos gehabt und verbringe meine zeit und meinen job mit dem thema auto.
und dennoch schaffe ich es, eine gesunde distanz zwischen meiner innersten faszination und dem allgemeinen wahnsinn zu schaffen.
fakt ist leider: das gros der menschen verhält sich auf den strassen wie pöbelnder abschaum, jeder für sich und jeder gegen jeden. hinterher übers internet dann nach lobby und zusammenhalt gegen den ach so bösen "staat" zu schreien ist einfach nur eine posse unglaublich geringen tiefganges.
aber die menschen sind garnicht alleine schuld an ihrem verhalten. berufsmässig hab ich u.a. mit automobildesign und fahrzeugentwicklung zu tun - und genau hier sehe ich einen wirklich unterschätzten punkt:
das produkt auto.
unsere heutigen ach so modernen autos sind leider weniger denn je menschengerecht. sitzt man in ihnen, legt man das mensch-sein ab und wird zum genervten erfüllungsgehilfen der technik. die realität bleibt aussen vor, wird gefiltert und ausgesperrt. jeder ist plötzlich der wichtigste, muss am schnellsten von a nach b, muss in möglichst wenig zeit möglich viel strecke fahren.
das auto als egozentrismus-blase. frei von eindrücken, frei von sinn, frei von umwelt.
ich kann jedem nur raten, sich mal in jahrelanger arbeit ein altes cabrio aufzubauen und damit dann offen dieselben strecken abzufahren, die man sonst auch fährt.
man glaubt es kaum ... ein ganz anderer planet. mit licht, gerüchen, menschen, stimmen ... zeit.
weil es 5000 verkehrstote gibt
na und? es gibt jedes jahr über 20.000 haushaltstote. gibt es deswegen eine kampagne?
@thema
mich stört an solchen kampagnen eigentlich nur, dass sie vom staat finanziert werden. volkserziehung sollte eigentlich der vergangenheit angehören.
ansonsten bin ich mit der faustregel "durchschnittsgeschwindigkeit der anderen verkehrsteilnehmer + 20km/h" immer gut gefahren. abweichung davon nur, wenn die autobahn wenig befahren ist.
was nämlich häufig übersehen wird, ist, dass nicht die absolute geschwindigkeit das hauptproblem ist, sondern die quergeschwindigkeiten der verkehrsteilnehmer zueinander. und je dichter der verkehr ist, desto geringer sollten diese sein.
wie ist das denn aus rali-sicht? habe ich nicht das recht, auch auf einer landstraße sagen wir mal 50 zu fahren?
kann sein. hängt davon ab, welche verkehrsregeln der straßeneigentümer aufgestellt hat.
getupkid sagte:
im vcd ist meine mutter, deren mitgliederzeitschrift war zumindest früher eines der spaßbefreitesten magazine ever. ich hab ja eben nix gegen autos. ich hab auch nix gegen schnelle autos. ich finde es nur etwas albern, verkehr auf schnelle autos zu beschränken.
wie ist das denn aus rali-sicht? habe ich nicht das recht, auch auf einer landstraße sagen wir mal 50 zu fahren?
rali bedeutet nicht, auf regeln zu verzichten, sondern es geht nur darum, wer die regeln macht und auf welcher basis.
erzwingungsmacht hat auch im rali-system nur der staat. aber halt nur diese, während die verhandlung darüber, was erzwungen werden darf, soweit wie möglich in den privaten bereich verlagert wird.
das heisst praktisch, dass der strassenbetreiber im einvernehmen mit seinen kunden über die regeln für fahrbahnblockierer entscheiden muss
puster sagte:
@sonnigerdonnstag
weil es 5000 verkehrstote gibt
na und? es gibt jedes jahr über 20.000 haushaltstote. gibt es deswegen eine kampagne?
es gab 2006 exakt 6455 tödliche haushaltsunfälle. http://www.sueddeutsche.de/immobilien/ge...
Begunje62 sagte:
sich weiterentwickeln muss ja nicht unbedingt heissen, dass alles schneller gehen muss.
das stimmt absolut. aber durch staatliche wettbewerbseingriffe (künstliche verteuerung von mobilität durch energiesteuern etc) wird der fortschrittsbegriff obrigkeitlich verzerrt - wir wissen also schlechter als ohne diesen eingriff, ob schnelligkeit nicht doch für viele mehr fortschritt bedeuten würde. wir wissen allerdings, dass schnelligkeit trotz der schnelligkeitsfeindlichen regulierungen immer noch einen erstaunlich hohen wert darstellt, für den viele einiges an geld auszugeben bereit sind.
sonnigerdonnerstag sagte:]http://www.sueddeutsche.de/immobilien/ge...
puster sagte:
@sonnigerdonnstag
weil es 5000 verkehrstote gibt
na und? es gibt jedes jahr über 20.000 haushaltstote. gibt es deswegen eine kampagne?
es gab 2006 exakt 6455 tödliche haushaltsunfälle. [link=http://www.sueddeutsche.de/immobilien/ge...
und: es gibt da kampagnen. zumindest unsere alte schule war flächendeckend damit plakatiert. da wurden leute gezeigt, die nach getaner arbeit aus der abflussrohr-reiniger-flasche tranken, etc pp.
getupkid sagte:
ich empfand übrigens das autofahren in den usa trotz recht niedriger geschwindigkeiten immer als extrem angenehm, aber vielleicht lag das auch daran, dass das urlaubssituationen waren.
da hat auch jeder seinen tempomat an, die lkws fahren die selbe geschwindigkeit und außerhalb der ballungsgebiete ist die verkehrsdichte skandinavisch. hat mich auch zum befürworter von tempolimits bekehrt.
der neue werbespot ist schon sehr krass. in dem moment wo man drüber spricht, ist werbung schon erfolgreich.
@puster
Wart mal, bis die Kampange #pro Rauchmelder' kommt.
sonnigerdonnerstag sagte:]http://www.sueddeutsche.de/immobilien/ge...
puster sagte: @sonnigerdonnstag
weil es 5000 verkehrstote gibt na und? es gibt jedes jahr über 20.000 haushaltstote. gibt es deswegen eine kampagne?es gab 2006 exakt 6455 tödliche haushaltsunfälle. [link=http://www.sueddeutsche.de/immobilien/ge...
http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzei...
alle zahlen vom statistischen bundesamt (sterbeziffern von 2006)
hatte aber die selbstmordzahl 20.000 mit den haushaltstoten 12.000 verwechselt. sorry!
"Warum versucht der Staat den Bürger zu erziehen?"
über
"ich fahre wirklich nur mit betriebssicherem fahrzeug und relativ freier strecke extrem schnell."
bis hin zu
"Ich negiere die Existenzberechtigung öffentlichen Raumes."
gefolgt von hochwissenschaftlichen Berechnungen wie...
"was nämlich häufig übersehen wird, ist, dass nicht die absolute geschwindigkeit das hauptproblem ist, sondern die quergeschwindigkeiten der verkehrsteilnehmer zueinander. und je dichter der verkehr ist, desto geringer sollten diese sein."
Ein schönes Beispiel, wie sich die leider allzuoft äußerst selbstgefällige jetzt-community ob ihrer intellektuellen und politischen Überlegenheit selber feiert und dabei so zielgenau am Thema vorbeiargumentiert, dass es schon komischen Charakter hat.
Es geht um Verkehrstote und um rasende Arschlöcher!!! Es geht nicht in jeder Diskussion zwangsläufig primär um den öffentlichen Raum und Intervention des Staates.
Ach ja, einen konstruktiven Vorschlag habe ich auch noch: Einfach nicht mehr Autofahren. Ich fahre damit seit Jahren sehr gut - es ist die verträglichste Lösung für wirklich alle Beteiligten inklusive Umwelt. Kein Autofahren - gar kein Auto besitzen...
@exakt
die exakte anzahl toter durch haushaltsunfällen ist totaler schwachsinn. dazu ist nicht nur die definition von 'haushaltsunfall' zu schwammig, sondern auch die art der erhebung zu fehleranfällig.
wenn jemand unkrautvernichter säuft kann auf dem - vom arzt ausgefüllten - todesschein "vergiftung" stehen, "unfall", "suizid" oder was auch immer. nur danach werden sie den sterbeziffern zugeordnet. exakt ist daran nix. die größenordnungen lassen sich damit ganz gut erheben, mehr aber auch nicht.
20.03.2008 - 11:55 Uhr
puster
wenn es um verkehrstote geht, diskutiert man die ursachen für die todesfälle. überhöhte geschwindigkeit ist - soweit herrscht vermutlich einigkeit - eine der ursachen für verkehrstote. weshalb ist eine diskussion um die definition "überhöhte geschwindigkeit", die ja ursächlich für die verkehrstoten ist, eine themaverfehlung, wenn es um verkehrstote geht?
Von daher immer noch: Weg mit Autos!!! It*s that simple...
faktor x kann hier vieles sein: übermüdung, unachtsamkeit, falsche reaktion ... meist sind es ja mehrere faktoren, die dann zum unfall führen.
die geschwindigkeit an sich ist dabei nicht das problem (es sei denn man vertritt die logik, dass nur eine geschwindigkeit nahe null keine überhöhte ist ...)
faktor x ist das problem, wird aber statistisch totgeschwiegen.
runter vom gas nützt nunmal leider nix, wenn das hirn hinterher trotzdem aus bleibt ...
du hast explizit meinen hinweis auf die gefährlichkeit von quergeschwindigkeiten als "am thema vorbei" gegeißelt. wo musste man da was zwischen den zeilen lesen?
Von daher immer noch: Weg mit Autos!!! It*s that simple...
und wenn 1.000 menschen von leiter stürzen: weg mit den leitern?
@Unfallsicherheit: fast alle Menschen fahren extrem unaufmerksam, in Kombination mit hoher Geschwindigkeit wirklich eine tödliche Mixtur.
In nunmehr (*ähem) dreißig Jahren Führerschein und Autofahren habe ich genau einen Unfall erlebt (da saß ich als Beifahrer hinten und der Kumpel ist für die Witterungsverhältnisse natürlich zu schnell gewesen).
Ich habe aber wenigstens zwei Dutzend wirklich schwere Unfälle vermeiden können, weil ich z.B. dort, wo andere 120 bis 150 km/h fuhren und ineinander krachten, selbst nur 80 km/h fuhr und also auf ein Feld, einen Randstreifen oder eine Verkehrsinsel ausweichen konnte; weil ich auch bei einer Ampel haltend ausreichend Platz zum Vordermann hielt und (!) immer nach hinten ein Auge hatte, also sah, wie dem LKW die Bremsen versagten und er ein Auto nach dem anderen zusammenstauchte, während ich die Verkehrsinsel erreichte ohne Blessur usw.
Die zahlreichen Wildunfälle können zur Gänze vermieden werden, wenn auch nachts und bei Nebel nur mit Abblendlicht und ohne Fernlicht und entsprechend reduzierter Geschwindigkeit gefahren wird, also etwa 60 - 70 km/h bei winterlichen Straßenverhältnissen.
Ich kenne viele Schnellfahrer und Sehr-Schnellfahrer, aber schon ab Tempo 100 reicht oft die aufgewendete Aufmerksamkeit nicht aus, um noch selbst über Hergang eines Geschehens im Verkehr bestimmen zu können.
Ab Tempo 150 ist der Tunnelblick notwendig so ausgeprägt zu Lasten des peripheren Sehens, daß auch mit einem guten Auto nicht schnell genug reagiert werden kann.
Wären Drehzahlbegrenzer in LKW Pflicht, die ab 80 km/h abriegelten, bei PKW bei 110, häten wir allein in diesem Land wenigstens ein paar tausend Tote und ein paar hunderttausend Verletzte jedes Jahr weniger. Und wem ein paar Zacken aus der Testosteronkrone fallen, wenn er nurmehr 110 km/h fahren kann, soll Sport treiben. Hilft auch.
Übrigens: die Wahl meines Fahrzeugs fiel fast ausschließlich danach aus, ob ich Porzellantassen und Teekanne sowie Milchkännchen und Teefilterhalter auf dem Armatrurenbrett sicher postieren konnte. Auch das gemütliche Teestündchen führt zu einer sehr entspannten zurückhaltenden Fahrweise.
Gibt es nicht studien, die für LKWs angesichts der Langweile bei 80 eine Tempoerhöhung auf 90-100 empfehlen?
__xxx__ sagte:
Ganz abgesehen davon dass die ganze Problematik hauptsächlich durch belehrungsfreudige Langsamfahrer entsteht, die auf der Autobahn mit mindestens 20 kmh weniger als die erlaubte Geschwindigkeit fahren und eine Kollone hinter sich her ziehen. Das sind die Kollegen, die dann einfach rechts rüber schneiden wenn die sehen dass einer (gott bewahre) in der rechten Spur schneller unterwegs ist, oder die dann eine Vollbremsung hinlegen wenn die sich vom Hintermann bedrängt fühlen. DIESE Leute sollte man noch intensiver beobachten als die Raser. Denn diese produzieren den Großteil der Raser überhaupt erst.
War ja klar, dass irgendwann jemand mit dem Argument kommt, die wahren Schuldigen seien die Langsamfahrer. Was beinhaltet dieses Argument mehr als eine Rechtfertigung für die eigene Raser? Machen dich diese Leute so nervös, dass du nicht anders kannst, als aufs Gaspedal zu drücken? "Diese Leute produzieren Raser". Häh?
20.03.2008 - 12:31 Uhr
Make_war
Hiermit nehme ich offiziell die Kritik an den Quergeschiwndigkeiten zurück - war nur fasziniert von den verschiedensten Richtungen, in die die Diskussion läuft.
Und: Leitern sind generell weitaus ungefährlicher und mit weniger Vorsicht zu genießen als Autos und machen nicht die Umwelt kaputt. Außerdem ist das Argument "Wenn man Schnellfahren verbietet, muss man auch alles andere verbieten, was im entferntesten Sinne gefährlich sein kann, wie ´Das Haus verlassen´ oder ´Über die Straße gehen´" nicht wirklich sound...
es gibt sogar länder, die das tempolimit erhöht haben, weil die unfallzahlen mit sinkender geschwindigkeit stiegen.
@riesenherz
"...häten wir allein in diesem Land wenigstens ein paar tausend Tote und ein paar hunderttausend Verletzte jedes Jahr weniger."
wo ist die grenze? ab wieviel toten und verletzten würdest du auf staatlichen zwang verzichten? würdest du zwischen todesarten differenzieren? wenn ja, welche - wenn nein, warum?
20.03.2008 - 12:41 Uhr
puster
Leitern sind generell weitaus ungefährlicher und mit weniger Vorsicht zu genießen als Autos
das ist nicht richtig. leiterstürze sind eine wesentliche ursache von haushaltsunfällen. über 1000 tote jedes jahr und viele tausend verletzte.
ich kenne zwar keine exakten zahlen, aber das die produktion von leitern nun sonderlich "ökologisch" ist, habe ich auch noch nicht gehört.
@quergeschwindigkeiten
das problem zu hoher quergeschwindigkeiten liegt ja nicht nur daran, dass sie über die "schwere" des unfalls entscheidet (mit 30km/h gegen ein stehendes objekt zu fahren ist schlimmer als mit 100 in ein 80km/h schnelles), sondern beginnt viel früher: es fällt allen beteiligten schwerer die geschwindigkeit der anderen korrekt einzuschätzen und ihr verhalten entsprechend auszurichten.
ich glaube, dass eine straße auf der alle 200km/h fahren müssten, nicht unsicherer ist als eine straße auf der alle 100km/h fahren müssten.
puster sagte:
ich glaube, dass eine straße auf der alle 200km/h fahren müssten, nicht unsicherer ist als eine straße auf der alle 100km/h fahren müssten.
halleluja.
vermutlich wissen viele geschwindigkeit-bestrafen-woller eigentlich schon, dass sich die grundsätzliche gefährlichkeit von mobilität eher durch technischen fortschritt, der auch einen leistungs- und damit geschwindigkeitswettbewerb einschliesst, verringern lässt. (darum haben wir heute, mit sehr viel schnelleren autos, nur einen bruchteil der verkehrstoten die es noch vor 20 oder 30 jahren gab)
es geht ihnen aber mehr um die freude der bestrafung des schnelleren, ranghöheren, leistungsfähigeren für seinen erfolg, und dafür sind sie auch bereit, persönliche nachteile durch allgemeinen fortschrittsverzicht in kauf zu nehmen - das typische verlierersyndrom, das zu immer geringerer freiwilliger kooperation im sinne eines möglichen erfolgs führt.
http://www.sciencedaily.com/releases/200...
20.03.2008 - 13:09 Uhr
kulturgut
kallisto sagte:
man sollte zudem mal den hype um die sogenannten sportarten fomel eins und co abschaffe. ddann würde kleingeist sicher auch weniger auf den gedanken kommen, zu rasen und sein und anderer menschen leben zu riskieren.
der positive vorbildcharakter der formel eins kann kaum überschätzt werden. ich kann nur vor denkmodellen warnen, die diesen bezweifeln.
der psychologische moment ist definitiv wichtig. genau darauf zielt riesenherz' vorschlag des dorns auf dem lenkrad ja ab (der - soweit ich weiß - ursprünglich von einem italienischem verkehrswissenschaftler stammt. das müsste ich aber erstmal nachschlagen)
kulturgut sagte:
es geht ihnen aber mehr um die freude der bestrafung des schnelleren, ranghöheren, leistungsfähigeren für seinen erfolg, und dafür sind sie auch bereit, persönliche nachteile durch allgemeinen fortschrittsverzicht in kauf zu nehmen - das typische verlierersyndrom, das zu immer geringerer freiwilliger kooperation im sinne eines möglichen erfolgs führt.
Das meinst Du nur als Witz, oder? Klingt wie aus dem Programm eines mittelmäßigen Comedians, der sich über Geschwindigkeitsbegrenzungen auslässt...
20.03.2008 - 13:30 Uhr
Make_war
puster sagte:
ich glaube, dass eine straße auf der alle 200km/h fahren müssten, nicht unsicherer ist als eine straße auf der alle 100km/h fahren müssten.
Ist denn 200 km/h genug? Wäre nicht 300 sicherer?
Make_war sagte:
kulturgut sagte:
es geht ihnen aber mehr um die freude der bestrafung des schnelleren, ranghöheren, leistungsfähigeren für seinen erfolg, und dafür sind sie auch bereit, persönliche nachteile durch allgemeinen fortschrittsverzicht in kauf zu nehmen - das typische verlierersyndrom, das zu immer geringerer freiwilliger kooperation im sinne eines möglichen erfolgs führt.
Das meinst Du nur als Witz, oder? Klingt wie aus dem Programm eines mittelmäßigen Comedians, der sich über Geschwindigkeitsbegrenzungen auslässt...
Das Handyverbot geht in die gleich Richtung. Warum ist gerade das Telefonieren und nicht das Zigarettenanzünden, mit dem Beifahrer sprechen, Cola trinken, an-der-Klimaanlage-drehen verboten?
Weil es ein Luxussymbol trifft.
von sicherer habe ich nicht gesprochen, sondern von genauso sicher.
wer lesen kann, ist klar im vorteil.
vor allem hättest du dann auch verstanden, dass es mir nicht um die absolute geschwindigkeit geht, sondern um die geschwindigkeitsunterschiede der verkehrsteilnehmer.
Make_war sagte:
War ja klar, dass irgendwann jemand mit dem Argument kommt, die wahren Schuldigen seien die Langsamfahrer. Was beinhaltet dieses Argument mehr als eine Rechtfertigung für die eigene Raser? Machen dich diese Leute so nervös, dass du nicht anders kannst, als aufs Gaspedal zu drücken? "Diese Leute produzieren Raser". Häh?
Wenn Du die Fuzo entlang läufst und einer sich ständig Dir in den Weg stellt und Dir kein Vorankommen ermöglicht obwohl sonst die ganze Strasse frei ist, wie reagierst Du?
Ich rede nicht von Langsamfahrern, sondern von Langsamfahrern die in der LINKEN Spur fahren wenn die rechte völlig frei ist. Und dann dabei noch die normalen Fahrer zurechtweisen/belehren wollen. In diesem Sinne ja, diese Leute könnte ich aus dem Auto ziehen und krankenhausreif schlagen. Ohne Reue oder irgendwelche moralischen Bedenken.
Make_war sagte:
Das meinst Du nur als Witz, oder? Klingt wie aus dem Programm eines mittelmäßigen Comedians, der sich über Geschwindigkeitsbegrenzungen auslässt...
nein, das meine ich todernst. selbst du möchtest ja wahrscheinlich nicht auf mobilität verzichten, obwohl du zum auto keine alternativen anbietest, dass du ja insgesamt zu hassen angibst.
natürlich würde der komplettverzicht auf motorisierte mobilität die geringsten mobilitätsrisiken bedeuten. aber durch die geringe mobilität von menschen würden sich andere existenzielle risiken vergrössern, die viel mehr opfer fordern.
leben heisst risiken gegeneinander abwägen. das lässt sich nicht wirklich vermeiden.
20.03.2008 - 13:41 Uhr
kulturgut
kulturgut sagte:
es geht ihnen aber mehr um die freude der bestrafung des schnelleren, ranghöheren, leistungsfähigeren für seinen erfolg, und dafür sind sie auch bereit, persönliche nachteile durch allgemeinen fortschrittsverzicht in kauf zu nehmen - das typische verlierersyndrom, das zu immer geringerer freiwilliger kooperation im sinne eines möglichen erfolgs führt.
Volle Zustimmung. ann man aber auf so ziemlich alle Situationen/Bereiche im Leben ausweiten.
20.03.2008 - 13:46 Uhr
__xxx__
da der staat durch weniger unfälle auch geringere kosten hat, amortisieren sich die ausgaben wahrscheinlich auch schnell. damit dürften auch die turbokapitalisten unter uns zufrieden sein.
in großbrittanien gibt es übrigens einige spots die noch viel mehr auf die schockwirkung setzen. da find ich die deutsche kampagne noch milde hingegen (die übigens meiner ansicht nach prima umgesetzt ist).
damit dürften auch die turbokapitalisten unter uns zufrieden sein.
äh. nein. sind sie nicht. weil es den "turbokapitalisten" nicht um die finanzielle, sondern die moralische dimension geht.
@thema
die plakate finde ich langweilig und wenig gelungen, dafür ist der spot gut. mich beeindrucken und beeinflussen aber - wie einige andere hier ja auch - die kreuze am straßenrand mehr.
da der staat durch weniger unfälle auch geringere kosten hat, amortisieren sich die ausgaben wahrscheinlich auch schnell. damit dürften auch die turbokapitalisten unter uns zufrieden sein.
nein, weil gemäss den turbokapitalisten der staat mit den kosten sowieso nix zu tun hätte. es gäbe bei ihnen keine zwangssozialversicherungen und nur private streckenbesitzer und -betreiber.
auch wenn man unser system mit seinem sozialsystem als gegeben annimmt muss man alles, was das vertrauen in die obrigkeit und deren kompetenz stärkt, als kritisch betrachten, weil es die bereitschaft zur übernahme von eigenverantwortung und kleinteiliger risikoabwägung absenkt
Ich habe über diese Dinge vor längerer Zeit mal nachgedacht, als ich eine Art Aids-Sport machte. Ein Spot muss nicht im Wohnzimmer funktionieren, sondern im Auto, nur so kann er was ändern. Im Auto aber komme ich nicht in die Situation, dass der Anrufbeantworter ran geht oder ein Familienbild auf dem Amaturenbrett steht. Der Weg den ich für richtig halte ist eine Art DeJaVu. Der Spot muss so alltägliche Dinge wie möglich nachspielen, ich will das an einem Beispiel verdeutlichen:
Auto fährt auf der Landstraße hinter einem Lastwagen. Mehrfaches vorschauen, Autos kommen entgegen manche mit Hupe oder Lichthupe, man sieht das Schild "Long Vehicle", die Frau sagt: "Fahr nicht so dicht auf !", hinten quengeln die Kinder "Wann sind wir endlich da !", "Ich muss auf die Toilette !", Verkehrsfunk im Radio. Der Spot muss möglichst viele dieser Momentaufnahmen beinhalten und dann passiert der Unfall, heftig, plötzlich. Das Ergbnis wird sein, dass der Autofahrer, der irgendwann hinter dem Lastwagen herfährt eine Art DeJaVu erlebt, weil der Lastwagen dieses Schild hat, weil die Frau oder die Kinder vergleichbares sagen und dieses DeJaVu sorgt dafür, dass der Spot dann wenn es notwendig wird im Gehirn verfügbar ist, durch Assoziationen. Der Spot muss im Auto funktionieren, alles andere ist verschwendetes Geld.
Im übrigen finde ich diese Kampagnen wichtig, da es eben viele andere trifft, also Kinder die nicht angeschnallt sind, Fußgänger, Radfahrer, Beifahrer und Passagiere in anderen Fahrzeugen. Das zumindest kommt in dem ersten englischen Spot gut raus.
Ein generelles Tempolimit halte ich für nicht notwendig, da der Lastwagen, der in ein Stauende gerast ist, sich auch an das Tempolimit gehalten hat und auch dieser Unfall mit überhöhter Geschwindigkeit in die Statistik einhergeht.
Digital_Data
DagnyTaggart sagte:
Das Handyverbot geht in die gleich Richtung. Warum ist gerade das Telefonieren und nicht das Zigarettenanzünden, mit dem Beifahrer sprechen, Cola trinken, an-der-Klimaanlage-drehen verboten?
Weil es ein Luxussymbol trifft.
Das Telefonieren ist nicht verboten (Stichwort Freisprechanlage).
Wobei es da eher um telefonieren am Steuer geht. Mich schokiert es und veleitet mich dazu, am Strassenrand stehen zu bleiben, wenn mein Handy klingelt.
Aber die Englaender scheinen diese ueblen Werbungen wenig zu stoeren, so wie die fahren!
DagnyTaggart sagte:
Warum versucht der Staat den Bürger zu erziehen?
Der Staat das sind wir.
Frohe Tagundnachtgleiche wünscht
john_doa
In einem alten Auto kommen Streß, Hektik, Wut und Aggressionen im Straßenverkehr einfach nicht so leicht auf, schon die normalen Geschwindigkeiten auf Landstraßen kommen einem flott vor, man rollt entspannt seiner Wege. Klar, wenn ich mich mit 200 PS an Tempolimits halten müßte und ohnehin immer zu spät losführe, "weil der Wagen das ja rausholen kann", dann würde ich bei unserer Verkehrsdichte wohl auch ungeduldig und aggressiv... in modernen Autos merkt man ja erst ab Tempo 120, daß man sich überhaupt bewegt, die eingebauten Sicherheitsfeatures verleiten überdies viele Zeitgenossen dazu, sich unverwundbar zu fühlen und beim Fahren ihr Hirn durch den Gasfuß zu ersetzen. Früher sprach man von "nicht angepaßter Geschwindigkeit", wenn sich jemand versägt hat - heute, da sowohl die Fahrphysik als auch die Folgen eines Aufpralls offiziell abgeschafft worden sind, war das Auto schuld. Das größte Sicherheitsrisiko sitzt immer am Steuer! Durch die Industrie und die Medien wird den Leuten aber heute weisgemacht, daß die moderne Technik schon alles richten wird. Diesen ganzen Scheißdreck braucht eigentlich niemand, aber Mensch mag es es ja, die Verantwortung abgenommen zu bekommen - und sei es nur gefühlt.
Ich bin auch für ein Tempolimit, vielleicht merken ein paar Leute dann, daß man auch mit weniger Pferdestärken ans Ziel kommt.
*zustimm*
die modernen autos suggerieren jedem benutzer, er sei der schnellste und sicherste und hätte alle vorrechte. sieht man ja selbst hier in der diskussion - den kern trifft kaum einer, es geht nur um "ich darf das", "der staat gängelt mich" usw.
ein reines egoproblem.
absolut zustimm und nun raushaltend aus diskussion weil alles gesagt
tote verkehrsteilnehmer sind untragbar in einem land, das zu den größten blechlawinenherstellern zählt. damit töten wir zwar den planeten, aber papa staat weiß, dass die tote welt nicht auf der kühlerhaube liegen wird, und was nicht visuell wirksam ist, das gibt es nicht und punkt.
ausserdem will papa staat kontrolle. er will nicht, dass menschen unverantwortungsvoll sterben wann sie wollen oder sollen. nein, bürger gehören in statistiken und die sollen glänzen. gefährliche späße sind nicht erlaubt... so und ähnlich kann man argumentieren und hier wird das ausgiebigst gemacht.
gleichdenken ist langweilig, also denken wir mal andersrum.
wie wäre es, wenn wir uns wieder einmal daran erinnern, dass unsere freiheit dort endet, wo die des anderen beginnt?????!!!
wie wäre es, wenn die raser mit der lichthupe und dem blinker auf links sich mal kurz daran erinnern, dass im auto davor vielleicht kleinkinder sitzen, die nicht wegen einem möchtegernfreizeitschumi vor der einschulung abtreten sollen???!!!
bleifuß ist und bleibt out, genauso wie jede andere ellebogen-attitüde. traurig, dass der staat zu solch drastischen mitteln greifen muss, da die zivilcourage und raison der massen nicht existiert. zum schämen.
die kampagne mit lahm & kuttner finde ich peinlich und so extrem pseudo cool...bäh! dann doch lieber fiese todesanzeigen, die wirklich keiner sehen will.
am meisten zu denken gibt es mir immer, wenn ich an einer allee, an einem holzkreuz vorbei fahre - wer braucht da noch ne kampagne?
über sowas macht auch keiner Witze. die Kampagne ist ernst gemeint.
Ich finde, solange es immer nur andere betrifft, wird eine solche Kampagne nur bei wenigen ankommen. Wie oft ist es so, dass man erst begreift, wenn es jemanden persönlich trifft.
Mich interessiert noch, wie es die Leute mit der Geschwindigkeitsbegrenzung halten, die so auf das Rechtsfahrgebot pochen?
Ich finde die Werbespots okay, weil sie nun mal recht haben. Es wird einfach zu schnell auf den deutschen Straßen gefahren und zu aggressiv. Die Autofahrer sollten einfach mal wieder mehr Respekt zeigen, gegenüber anderen Autofahrern, indem sie anderen nicht so dicht auf die Pelle fahren und Fußgänger nicht über die grüne Ampel hetzen, und insgesamt durch die Stadt die 50 km/h auch mal einhalten und nicht mit 65 innerorts durchrasen. Ich meine, warum müssen den solche tödlichen Anzeigen geschaltet werden? Muß doch ein Grund haben.
Primzahl sagte:
Mich interessiert noch, wie es die Leute mit der Geschwindigkeitsbegrenzung halten, die so auf das Rechtsfahrgebot pochen?
Bis zu +20.
sonnigerdonnerstag sagte:
DagnyTaggart sagte:
Warum versucht der Staat den Bürger zu erziehen?
weil es 5000 verkehrstote gibt und so ein einsatz von rettungskräften kostet schon einiges.
na komm also das ist ja auch schwachsinn! Werbung und so plakate kosten auch unmengen!
Ich denke, das es sicher nicht bei allen hilft aber es gibt schon eigie idioten auf der strasse! Hatte auch schon viele beinahe unfälle, weil mich rasser geschnitten haben oder extrem ausgebremmst haben!
22.03.2008 - 12:38 Uhr
Schokobohne
DagnyTaggart sagte:
Wenn es ein Tempolimit gäbe (tut es faktisch ja), dann wäre doch der Ansporn weg, die Autos sicherer zu machen?
wie ich schon sagte, entwicklung muss nichts mit geschwindigkeit zu tun haben. und in der fahrzeugentwicklung geht es nicht nur darum, autos bei hoher geschwindigkeit sicherer zu machen! denn es passieren ja auch viele unfaelle, wenn man nicht so schnell faehrt, zum beispiel zusammenstoesse mit radfahrern oder fussgaengern.
- wo ist der nachteil einer abschreckend gestalteten kampagne, die bewirkt, dass der ein oder andere, vorsichtiger im straßenverkehr fährt??
- jeder staat sollte in einem gewissen maße seine bürger erziehen, und tut das auch. hier regt sich manch einer über sachen auf, die er beim thema bildungsfernsehen oder umweltpolitik genauso wiederfindet, sich aber seltsamerweise dort nicht beklagt. erklär mir das mal einer.
- und kommt doch nicht mit diesem steuergelder-gesülz. was glaubst du, dagny, kostet mehr? die gelder, die dafür draufgehen, die ganzen halbtoten in irgendwelchen kliniken zu erhalten oder diese kampagne? da krieg ich echt asthma bei solchen äußerungen. ist wie das argument, dass man was für die wirtschaft tut, wenn man alkohol und zigaretten konsumiert. an die ganzen gelder, die für die medizinische versorgung draufgehen, denkt dabei niemand.
(ich habe im übrigen die wirksamkeit solcher kampagnen auf menschen im bereich der marktforschung getestet. die getestete kampagne war noch um einiges ernster als die beispiele dort oben. doch auch da meinte der ein oder andere "das finde ich zu heftig". solche menschen haben es einfach mal nicht gecheckt, worum es eigentlich geht.
natürlich darf mit solcherlei kampagnen nicht inflationär umgegangen werden, damit sie ihre wirkung nicht verlieren. aber ich finde nicht, dass das geschieht)
Ein Tempolimit muß kommen und auf diesen volksverblödenden, jegliches Verantwortungsgefühl abtötenden "Fortschritt" kann ich auch sehr gut verzichten. Warum fliege ich denn nicht andauernd aus der Kurve? Warum bin ich trotz einer Trommelbremsanlage (!) noch nie jemandem reingefahren? Ich bremse ohnehin ziemlich wenig... Autofahren ist eine aktive Tätigkeit, welcher man mit eingeschaltetem Gehirn nachgehen sollte. Die Vollkaskomentalität und der Fortschrittsglaube der Masse, die immer weicher in der Birne wird, ist eine Gefahr, gegen die wohl leider auch diese Kampagne nichts ausrichten wird. "Denn das betrifft ja die anderen, mir kann ja nichts passieren."
22.03.2008 - 17:41 Uhr
pale_fountain
(Muß oben übrigens "sind eine Gefahr" heißen, fällt mir gerade auf.)
Mir persönlich bringt die Kampagne nix. Ich nehme sie wohl wahr, aber es ändert nichts am Fahrstil.
Was mir allerdings im Gedächtnis geblieben ist und was ich mich immer wieder auf der Autobahn frage: Wie kam man darauf für die letzte Kampagne neben Phillip Lahm und Sarah Kuttner diese Frau mit dem Schweinegesicht (Raser sind so sexy) zu verpflichten??








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20.03.2008 - 09:11 Uhr
DagnyTaggart